Der A-Kreisligist und Gastgeber TuS Mechernich macht dem Favoriten 45 Minuten lang das Leben schwer. Zur Pause steht es noch 0:0.
Mittelrheinpokal-DerbyDer Zülpicher Turbo zündet erst zur zweiten Hälfte

Mechernichs Angreifer Tom Lengersdorf (M.) war fast ausschließlich in der Defensive gefordert.
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TuS Mechernich – TuS Chlodwig Zülpich 0:7 (0:0). Trotz des am Ende überaus deutlichen Resultats war hinterher nicht nur Gästecoach David Sasse, sondern auch sein Trainerkollege Mirco Mertens mit dem Auftritt seines Teams sehr zufrieden. Insbesondere vor der Pause überzeugten die Gastgeber, die sich die Partie vor der motivierenden Kulisse von knapp 300 Zuschauern als Belohnung für den dritten Platz im vergangenen Kreispokalwettbewerb verdient hatten, durch vorbildlichen kämpferischen Einsatz.
Gegenläufige Entwicklung: Vor zehn Jahren war Mechernich noch vorn
Die Vorzeichen waren aufgrund des Drei-Klassen-Unterschieds eindeutig: Die Zülpicher gingen als haushoher Favorit in die Begegnung. Dies war bei Aufeinandertreffen in der Vergangenheit längst nicht immer so gewesen. Vor zehn Jahren spielten die Mechernicher sogar noch eine Klasse höher als der Rivale, der erst eine Saison danach den Sprung in die Bezirksliga schaffte.
Bis zum Abstieg der TuS in der Spielzeit 2022/23 lieferte man sich stets Duelle auf Augenhöhe, ehe die Römerstädter mit zwei Aufstiegen 2024 und 2026 vorläufig uneinholbar davonzogen. In der aktuellen Saison stehen beide Klubs in ihren jeweiligen Spielklassen vor großen Herausforderungen: Während sich die Mechernicher mit einer jungen, im Umbruch befindlichen Mannschaft im Kreisoberhaus zurechtfinden müssen, werden sich die Zülpicher mit Gegnern auf einem bislang nie dagewesenen Leistungsniveau messen.
Personal und Taktik: Beide Teams konnten nicht in Bestbesetzung spielen
Weder die Heimelf noch die Gäste konnten die Partie in Bestbesetzung bestreiten. Dem Team von Mirco Mertens fehlte mit Cedric Kratz und Kai Richardt die etatmäßige Innenverteidigung. Die Elf von David Sasse musste ohne sein Mittelfeld-Herzstück – bestehend aus Kapitän Thomas Leßenich und Nico Berekoven – auskommen.

Zeigte mehrfach überragende Reflexe: Tom Nitschke.
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Der Knoten ist geplatzt: Zülpichs Stürmer Marvin Iskra hat gerade per Elfmeter die Führung erzielt.
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Dieser kleine Legionär feuerte natürlich die Römerstädter an.
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Der Zülpicher Übungsleiter schenkte mit Schlussmann Justus Kriese, den beiden ehemaligen Dürenern Luca Flatten und Yannick Frings sowie Kevin Kochems gleich vier Neuzugängen das Vertrauen. In der Dreierkette agierte Lucas Carell als zentraler Organisator, während vorne Marvin Iskra und der zuvor lange verletzte Dominik Spies für die Tore sorgen sollten. Bei den Platzherren lief der ehemalige Zülpicher Tom Lengersdorf in vorderster Linie auf, war dabei jedoch wie der Rest seiner Mitspieler meistens mit Defensivaufgaben beschäftigt.
Spielverlauf: Elf Sekunden nach Wiederanpfiff begann das Unheil
Das grundsätzliche Geschehen ist schnell erzählt. Der Mittelrheinligist war fast permanent in Besitz des Spielgerätes, sah sich dabei jedoch einer tief in der eigenen Hälfte und auf höchst engagierte Weise verteidigenden TuS-Elf gegenüber. Dementsprechend schwer war es für die Römerstädter, Lücken in der Deckung der Gastgeber zu finden, zumal die Mechernicher dank ihrer großen Laufbereitschaft den Gegner immer wieder in unangenehme Zweikampfsituationen brachten. Lediglich über den von Devin Nickisch bearbeiteten rechten Flügel entstand hin und wieder Gefahr, doch insgesamt gelang es den Abwehrspielern gut, dauerhaften Druck auf das von Tom Nitschke bewachte Gehäuse fernzuhalten, sodass der Underdog ohne Gegentreffer den Kabinengang antreten konnte.
Wer auf eine ähnlich stabile Mechernicher Defensive und damit einen spannenden zweiten Durchgang gehofft hatte, wurde ganz schnell eines Besseren belehrt. Handgestoppte elf Sekunden nach Wiederanpfiff gab es nach Foul von Leo Evertz, der gegen Kevin Kochems deutlich zu spät kam und diesen klar erwischte, völlig zu Recht den Strafstoß, den Marvin Iskra zum ersten seiner insgesamt drei Treffer nutzte. Damit war der Knoten früh geplatzt. Der eingewechselte Noel Huschke per Kopf, Iskra und der ebenfalls neu gekommene Luca Ohrem schraubten das Resultat in Rekordzeit auf 4:0 – in diesem Augenblick war noch nicht einmal eine Stunde vorbei.
Der Rest war lockeres Schaulaufen für den Favoriten, der den Vorsprung durch Tim Birkenheuer, Iskra und Luca Flatten in den letzten 25 Minuten weiter ausbaute.
Fairer geht's nicht: Schiedsrichterin zeigte nur zwei Gelbe Karten
Schiedsrichterin Daniela Nohl und ihre Assistenten Philipp Bien und Florian Klein hatten mit der Leitung des Spiels überhaupt keine Schwierigkeiten. Dies lag vor allem daran, dass die Akteure ausgesprochen fair miteinander umgingen – egal bei welchem Spielstand. Glücklicherweise hielten sich auch die häufig üblichen Diskussionen über die Entscheidungen der Unparteiischen, die nur zwei Gelbe Karten zeigte, in Grenzen. Eine davon erhielt Zülpichs Kevin Kochems, was nicht einer gewissen Komik entbehrte.
Nohl hatte soeben auf Elfmeter zugunsten des ehemaligen Erftstädters entschieden, was dieser aber offenbar nicht mitbekommen hatte. Selbst als ihm die Spielleiterin auf Nachfrage, ob sie denn das Foul gesehen habe, mit einem „sicher“ antwortete, schien sich Kochems nicht ernstgenommen zu fühlen und meckerte munter drauflos, was ihm schließlich die Verwarnung einbrachte.
Von diesem kleinen Kommunikationsproblem abgesehen, war der Neuzugang stärkster Akteur seines Teams. Auf der Gegenseite verdiente sich Torhüter Tom Nitschke, der eine Handvoll erstklassiger Reflexe auspackte und damit eine höhere Pleite verhinderte, die Bestnote.
