Bildung und Sprachförderung für junge Leute liegen dem Euskirchener Altan Deniz besonders am Herzen. Er ist neu in der Politik.
PorträtAltan Deniz leitet in Euskirchen den Integrationsausschuss

Altan Deniz ist zum Vorsitzenden des städtischen Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration in Euskirchen gewählt worden.
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An diesem Mittwoch tritt im Euskirchener Rathaus der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration zusammen. Es ist die zweite Sitzung des städtischen Gremiums, das in der vergangenen Legislaturperiode noch Integrationsrat hieß. Das Gros der Mitglieder ist neu in der Runde, auch der Vorsitzende Altan Deniz. „Viele von uns sind unerfahren und zum ersten Mal politisch aktiv. Wir müssen uns erst einmal finden“, sagt der 45-Jährige.
In der Sitzung stehen unter anderem mehrere Anträge der Gruppe IBE (Interkulturelles Bündnis Euskirchen) auf der Tagesordnung. Sie will zum Beispiel durch eine Verbesserung der Präsenz auf der städtischen Internetseite erreichen, dass der Ausschuss in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen wird – „als starkes Sprachrohr für Menschen mit internationaler Familiengeschichte, als kompetenter Partner für Verwaltung und Zivilgesellschaft und als Vorreiter für eine chancengerechte, offene und lebendige Stadtgesellschaft“.
Ich bin Euskirchener, gleichzeitig habe ich eine türkische Identität.
Altan Deniz, verheiratet und Vater von drei Kindern, ist einer dieser Menschen mit internationaler Familiengeschichte. „Ich bin Euskirchener, gleichzeitig habe ich eine türkische Identität“, sagt er über sich. Er wurde in Euskirchen geboren, ging hier zur Schule, machte hier seine Ausbildung. Heute ist er Abteilungsleiter in der Produktion bei Procter & Gamble, dem Unternehmen, in dem schon sein aus der Türkei eingewanderter Großvater und sein Vater arbeiteten.
Mittlerweile ist die vierte Familiengeneration beim Pampers-Hersteller am Start: „Mein ältester Sohn hat nach dem Abitur eine Ausbildung als Industriekaufmann bei Procter angefangen“, erzählt Deniz, der seit Kurzem neben der türkischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.
Altan Deniz skizziert die Ziele, für die der Ausschuss sich einsetzen soll
„Viele Menschen mit Migrationsgeschichte in der zweiten oder dritten Generation sind in Euskirchen gut integriert“, sagt er. Gleichzeitig gebe es noch viel zu tun, um die Integration von Zugewanderten zu verbessern. Der ACI müsse sich vor allem dafür einsetzen, jungen Leuten den Zugang zu Bildung und Weiterbildung zu erleichtern.
„Unter den Einwanderern sind so viele Talente. Wenn es gelingt, sie beruflich gut zu integrieren, werden die Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner profitieren. Eigenes Engagement darf bei den Jugendlichen aber natürlich nicht fehlen.“
Burhan Yanar zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt
Er selbst wolle durch seine Arbeit im ACI „der Gesellschaft etwas zurückzahlen für meine gelungene Integration“, sagt der Ausschussvorsitzende, zu dessen Stellvertreter in der konstituierenden Sitzung Burhan Yanar gewählt wurde. „Ich würde mich freuen, wenn mehr zugewanderte Menschen für die Gemeinschaft und in der Politik aktiv werden.“
Als Repräsentant des ACI will er zu möglichst vielen Institutionen Kontakt aufnehmen, die sich mit Integrationsfragen befassen, etwa zum Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Euskirchen. Der Austausch mit türkisch-islamischen Kulturvereinen und der Kreisinitiative „Recht und Gerechtigkeit“, die sich für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine einsetzt, liegt ihm ebenfalls am Herzen: „Mich interessiert, an welchen Projekten sie arbeiten und wie der Ausschuss sie unterstützen kann.“
Die bisherige Zusammenarbeit mit der Euskirchener Stadtverwaltung lobt Altan Deniz ausdrücklich. Mit Blick auf die kommende Sitzung freut er sich, dass die Verwaltung einen Bericht über ABC-Klassen auf die Tagesordnung gesetzt hat. Dabei geht es um eine Initiative des Landes zur Förderung der Sprachkompetenz von Kindern im Jahr vor der Einschulung. „Ein wichtiges Thema“, sagt Deniz.
Als positiv stellt er die Zusammensetzung des Integrationsausschusses heraus: „Mit Euskirchenern, die ihre Wurzeln in der Türkei, der Ukraine, Kenia, China und Deutschland haben, ist er gut aufgestellt. Diese Mischung bietet für unsere Arbeit eine Riesenchance. Vielfalt ist unsere Stärke.“

