Vor 60 Jahren gaben sich die Eheleute Klara und Willi Müßeler in Euskirchen das Ja-Wort. Kennengelernt haben sie sich im Restaurant Burggraf.
DiamanthochzeitEuskirchener Paar hat sich beim Tanzen kennengelernt

Vor 60 Jahren gaben sich die Eheleute Klara und Willi Müßeler in Euskirchen das Ja-Wort.
Copyright: Cedric Arndt
Für die Euskirchener Jugend war das ehemalige Restaurant Burggraf an der Hochstraße einer der wichtigsten Treffpunkte in den frühen 1960er-Jahren. „Viel Auswahl, um feiern zu gehen, hatten wir damals nicht, darum haben wir fast jeden freien Abend dort verbracht und getanzt“, erinnerte Willi Müßeler sich. Zwar sei regelmäßig sein gesamter damaliger Freundeskreis Teil dieser Tanzpartys gewesen, dennoch hatte der heute 81-Jährige schon bald nur noch Augen für eine einzige Person.
Eines Abends nahm er allen Mut zusammen, und nachdem die nächste Münze im Schlitz der Musikbox verschwunden und ein passender Titel ausgewählt war, forderte er Klara Müßeler, die damals noch ihren Mädchennamen Salker trug, zum Tanz auf. Auf diese gelungene Premiere sollten noch viele weitere gemeinsame Tänze folgen, und schon bald verlagerten sie ihre Treffen auch an andere Orte.
Die Euskirchener waren in vielen Vereinen aktiv
„Damals besaß ich eine Kreidler Florett, und wir sind ständig irgendwo zusammen hingefahren.“ Sogar bis in die Schweiz habe das treue Zweirad das junge Paar befördert. Auch nachdem Willi Müßeler sein Motorrad gegen ein Auto getauscht hatte, blieb Klara Müßeler an seiner Seite, und 1965 gaben sie sich schließlich in Euskirchen das Ja-Wort. 60 Jahre sind seit diesem Tag vergangen, sodass sie jüngst ihr diamantenes Ehejubiläum feiern konnten.

Vor 60 Jahren gaben sich die Eheleute Klara und Willi Müßeler in Euskirchen das Ja-Wort.
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Obwohl Willi Müßeler gebürtig aus der Stadt Lodz im heutigen Polen stammte, aus der er im Zweiten Weltkrieg im Alter von nur sechs Monaten mit der Familie fliehen musste, und auch Klara Müßeler erst mit neun Jahren aus der an der Mosel gelegenen Ortsgemeinde Alf nach Euskirchen gezogen war, blieben beide der Kreisstadt auch nach der Eheschließung treu. „Wir haben hier erst eine kleine Wohnung gefunden und dann 1977 das Haus gekauft, in dem wir bis heute leben“, berichtete die heute 80-Jährige.
Die ersten Jahre seien von zahlreichen Umbau- und Renovierungsmaßnahmen geprägt gewesen, bis sie schließlich ihr eigenes Traumhaus vollendet hatten. „Und das alles in Eigenleistung“, betonte der Jubilar, der bis zur Rente als Bautechniker für Schornsteine und Öfen tätig war. Neben der Arbeit und der Kindererziehung ihrer beiden Töchter fanden die Eheleute auch immer wieder Zeit für das Vereinsleben in Euskirchen. Vom Handballverein bis zum Kegelclub waren sie nicht nur sportlich aktiv, sondern pflegten 25 Jahre lang zudem ihren eigenen Schrebergarten.
„Elf Jahre war ich sogar Vorsitzender des Kleingartenvereins, aber diese Aufgabe wurde irgendwann einfach viel zu zeitintensiv“, erklärte Willi Müßeler. Zeit, die das Paar viel lieber mit seinen elf Enkelkindern und zwei Urenkeln verbringt, die alle regelmäßig zu Besuch seien. Ihre Auszeiten in trauter Zweisamkeit fanden die Eheleute bei zahlreichen Kreuzfahrten, die sie im Laufe der Jahre vom Nordkap bis nach Dubai und Südamerika führen sollten. Zudem hatte der Jubilar mit der Landschaftsmalerei eine große Leidenschaft für sich entdeckt.
Während die Eheleute ihre Goldhochzeit noch mit mehr als 50 Gästen im Festzelt gefeiert haben, freuten sie sich nun über ein Familienfest in kleinerem Rahmen. „Wir haben zwei sehr schöne Tage mit den Geschwistern und später mit dem Nachwuchs verbracht“, erzählte Klara Müßeler. „Diese Zeit ist uns immer am wertvollsten, und darum hoffen wir natürlich, noch viele solcher Tage mit unseren Liebsten teilen zu können.“

