Die Euskirchener Polizei zieht eine positive Bilanz der Strategischen Fahnung. Tumulte vor Shisha-Bar fließen in Statistik ein.
Strategische FahndungPolizei kontrolliert in Euskirchen 412 Personen und 158 Fahrzeuge

Gleich mehrfach stand eine Shisha-Bar in der Euskirchener Innenstadt im Fokus der Polizei.
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Mit umfangreichen Kontroll- und Präsenzmaßnahmen hat die Kreispolizei in der Euskirchener Innenstadt über einen Zeitraum von sechs Wochen erneut die sogenannte Strategische Fahndung durchgeführt. Nach Angaben der Polizei wurden 412 Personen sowie 158 Fahrzeuge kontrolliert.
2024 und 2025 waren es laut Polizei durchschnittlich rund 720 kontrollierte Personen und etwa 405 Fahrzeuge pro Maßnahme. Die Polizei wertet die rückläufigen Zahlen nicht als Abnahme der Wirksamkeit, sondern vielmehr als Hinweis auf einen anhaltend hohen Kontrolldruck und eine präventive Wirkung der Maßnahmen.
Die Zahlen zeigen, dass unsere konsequente Präsenz Wirkung entfaltet. Wer regelmäßig mit Kontrollen rechnen muss, überlegt sich sehr genau, ob er sich im öffentlichen Raum rechtswidrig verhält.
„Die Zahlen zeigen, dass unsere konsequente Präsenz Wirkung entfaltet. Wer regelmäßig mit Kontrollen rechnen muss, überlegt sich sehr genau, ob er sich im öffentlichen Raum rechtswidrig verhält“, wird Landrat Markus Ramers in der Pressemitteilung der Polizei zitiert. Ziel sei es nicht, möglichst viele Menschen zu kontrollieren, sondern Straftaten zu verhindern und die Sicherheit nachhaltig zu erhöhen.
Auffällig ist der Polizei zufolge die Entwicklung bei den Platzverweisen. Während in den beiden vergangenen Jahren durchschnittlich rund 20 Platzverweise je Maßnahme ausgesprochen wurden, waren es nun 87. Davon entfielen jedoch alleine 62 auf die Tumultlage vor der Shisha-Bar in der Innenstadt am 18. Mai, so dass sich die Zahl wieder relativiert.
Großfamilien wollten sich Massenschlägerei liefern
An jenem Abend im Mai hatten sich laut Polizei vor und in der Shisha-Bar mehrere Mitglieder zweier Großfamilien eine Schlägerei liefern wollen. Durch das rasche Eingreifen der Polizei war es letztlich bei Tumulten geblieben.
In den Wochen der Strategischen Fahndung brachten die Kontrollen auch einige Delikte zutage. Auf dem Klosterplatz etwa wurde bei einem 16-jährigen Jugendlichen aus Blankenheim ein Teleskopschlagstock sichergestellt.
An der Bleigasse beobachteten Einsatzkräfte einen 28-jährigen Euskirchener beim mutmaßlichen Handel mit Cannabis. Am Entenpfuhl wurde ein 50-jähriger Mann aufgrund eines Haftbefehl wegen Diebstahlsdelikten festgenommen und in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
Darüber hinaus wurde der Polizei zufolge ein 33-jähriger Mann nach mehrfacher missbräuchlicher Nutzung des Notrufs in Gewahrsam genommen. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 0,85 Promille, zudem ergaben sich Hinweise auf Cannabiskonsum.
Strategische Fahndung in Euskirchen wird vom Landrat angeordnet
Die Strategische Fahndung ist ein Instrument, das auf Grundlage des Polizeigesetzes NRW durchgeführt wird. Sie ermöglicht es nach Angaben von Polizeisprecher Franz Küpper, in kriminalitätsbelasteten Bereichen unter bestimmten Voraussetzungen Personen anzuhalten, ihre Identität festzustellen sowie Fahrzeuge und Sachen zu kontrollieren.
Voraussetzung für die Fahndung, die im Kreis Euskirchen von Landrat Ramers als Behördenleiter angeordnet werden muss, seien Anhaltspunkte, dass in dem betroffenen Gebiet Straftaten von erheblicher Bedeutung verabredet, vorbereitet oder begangen werden.
Küpper betont, dass die regelmäßigen „Quattro-Streifen“ mit dem Ordnungsamt der Stadt, der Bahn-Sicherheit sowie der Bundespolizei im Bereich des Bahnhofs dazu beigetragen haben, problematische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. Die gemeinsamen Streifen im Bereich des Bahnhofs sollen fortgesetzt werden.
