Abo

Kritik an StadtSanierung des Emil-Fischer-Gymnasiums Euskirchen zieht sich in die Länge

4 min
Blick über den Pausenhof auf das Schulgebäude.

Mit der Sanierung des Emil-Fischer-Gymnasiums geht es nicht voran. Politiker und Eltern kritisieren die Stadtverwaltung Euskirchen.   

Die Euskirchener Verwaltung wird wegen des Sanierungsstaus am Emil-Fischer-Gymnasium kritisiert. Sie soll auch den Schulgarten ramponiert haben.     

Wieder einmal ging es im Schulausschuss der Stadt Euskirchen um den Sanierungsstau am Emil-Fischer-Gymnasium. Baumängel sind in dem Gremium seit Jahren ein Dauerbrenner. Mal ging es um Schäden an der Fassade und an Regenabläufen auf dem Flachdach, mal berichtete der Stadtbetrieb Zentrales Immobilien-Management (ZIM) über Wassereinbrüche im Verwaltungstrakt.

Vor einem Jahr erkundigte sich Inge Gippert (CDU) nach dem Sachstand der Bestandsaufnahme zu den geplanten Sanierungsarbeiten. Eine weitere Aufschiebung sei nicht hinnehmbar, wird Gippert in einem Sitzungsprotokoll zitiert. Marcel Timm, stellvertretender Leiter des Stadtbetriebs, erwiderte laut Niederschrift, dass in den   Jahren nach der Hochwasserkatastrophe 2021 andere Maßnahmen Vorrang gehabt hätten. Trotzdem seien akute bauliche Mängel am Emil-Fischer-Gymnasium beseitigt worden.

Drei Büros arbeiten uns zu, um die Sanierung vorzubereiten. Ich muss um Geduld werben.
Marcel Timm, Zentrales Immobilien-Management

Das große Sanierungspaket allerdings lässt weiter auf sich warten, wie Timm in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses erklärte. ZIM hatte in der schriftlichen Sachdarstellung noch einmal daran erinnert, dass das Gymnasium mit dem Stadttheater und dem Grundschulzentrum Nord eine bauliche Einheit bilde. Die drei Bestandteile müssten gemeinsam betrachtet werden. Man habe es also mit einem Großprojekt zu tun. Die Vorbereitung der Gesamtsanierung „verschlingt viel Zeit und Aufwand“. Weiter sagte Timm: „Drei Büros arbeiten uns zu, um die Sanierung vorzubereiten. Ich muss um Geduld werben.“

Thomas Scholzen (FDP) reichten die Erklärungen nicht. „Seit einem Jahr ändert sich an den Sitzungsvorlagen zum Emil-Fischer-Gymnasium nichts. Es wäre erfreulich gewesen, wenn Sie vorgetragen hätten, was Sie in der Zwischenzeit an Erkenntnissen gewonnen haben. Die Fachbüros kriegen doch Geld!“ Man müsse der Schule das Signal geben, „dass wir etwas tun“.

Politikerin beklagt, dass der Schulgarten ramponiert worden sei

Inge Gippert lenkte den Blick auch auf den Zustand der Fahrradabstellanlage mit den verrosteten Metallpfosten und auf den Schulgarten des „Emil“. Die Stadt habe den Garten Anfang Februar „mit großem Gerät plattgemacht“, sagte die Politikerin. „Die Beete sind kaputt. Ein Bagger ist in eine Trockenmauer gefahren. Es sind Bäume gefällt worden. Die Stümpfe ragen 30 bis 40 Zentimeter aus dem Boden.“ Das Areal sei nicht mehr verkehrssicher. „Der Schulgarten sollte wiederhergestellt werden“, forderte sie. Es habe geheißen, die dortigen Arbeiten seien im Hinblick auf die Gebäudesanierung ausgeführt worden. Dabei stünden noch gar keine Termine fest.

Gippert berichtete auch von Nässeschäden in einem naturwissenschaftlichen Raum. „Wenn man den Raum betritt, riecht man schon die Feuchtigkeit.“ Die Stadt müsse dort kurzfristig eingreifen, sagte die Politikerin.

Stadtverwaltung: Garten wird für die Andienung der Baustelle benötigt

ZIM-Vertreter Marcel Timm erklärte, die Bäume im Schulgarten seien teilweise gefällt worden, weil sie zu nahe an der Fassade gestanden hätten, was zu Gebäudeschäden hätte führen können. Hinzu komme, dass nach Wassereintritten Dachsanierungsmaßnahmen schon jetzt, also vor der Großsanierung, unumgänglich seien. Man habe deshalb den Dachrand eingerüstet. „Das Problem mit dem Dach ist nicht einfach zu lösen“, betonte er. Es könne passieren, dass die betroffenen Räume „eine ganze Zeit lang nicht nutzbar sind“.

Der Schulgarten biete die einzige Möglichkeit für die Andienung der Baustelle, wenn man die Schulhofnutzung nicht beeinträchtigen wolle. Man brauche den Garten womöglich auch, um einen Kran oder ein Hubgerät aufzustellen.

Wurden Beete zerstört? Darstellungen widersprechen sich

Von zerstörten Beeten wisse er nichts, sagte Timm. Er werde den Sachverhalt prüfen lassen. Timm versicherte auch, dass die Maßnahmen zur Vorbereitung der Dachsanierung gegenüber der Schule kommuniziert worden seien.

Tanja Schröder, die die Stadtschulpflegschaft im Ausschuss vertritt, widersprach Timm: Die Schule sei über die Arbeiten im Schulgarten nicht in Kenntnis gesetzt worden, sagte sie. Der stellvertretende ZIM-Leiter blieb jedoch bei seiner Darstellung: Es habe mündliche und schriftliche Informationen gegeben.

Schröder machte aus ihrer Verärgerung kein Hehl. Über den Garten sagte sie: „Jetzt ist das Einzige, was an der Schule irgendwie schön war, auch noch zerstört.“ Ihr falle es zunehmend schwerer, in der Schule um Verständnis für den baulichen Zustand zu werben.

Marcel Timm sagte, er könne die Emotionalität solcher Aussagen verstehen, „wenn an einer Schule seit Jahren nichts passiert“. Daraufhin griff der Erste Beigeordnete Alfred Jaax in die Diskussion ein. Er erklärte, dass die Verwaltung den Sachstand am Emil-Fischer-Gymnasium in Abstimmung mit der Schule umfassend aufarbeiten werde. Die Ergebnisse würden dem Schulausschuss und dem Liegenschaftsausschuss vorgestellt.