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Fußball-WMEuskirchener feiern im Europa-Kreisel den zweiten Sieg der Nationalmannschaft

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Autos drehen ihre Runde durch den Kreis-Verkehr. Auf dem Dach eines Wagens sitzt ein Mann mit einer kleinen Trommel. Ein anderer wedelt mit den Deutschland-Fahne.

Mehrere Hundert Fans und Autos verwandelten den Europa-Kreisel in Euskirchen in eine schwarz-rot-goldene Fanmeile.

Mehrere Hundert Menschen trafen sich am Samstagabend, um gemeinschaftlich mit einem Autokorso den Sieg des deutschen Teams gegen die Elf der Elfenbeinküste zu feiern.

Es war die perfekte Sommernacht, um sie zum Tag zu machen. Nach dem 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen das Team der Elfenbeinküste (offiziell: Côte d’Ivore) dauerte es gefühlt nur eine VAR-Überprüfung, bis zum zweiten Mal der Europa-Kreisel in Euskirchen zur Südkurve mutierte.

Mehrere Hundert Menschen – vornehmlich hatten sie irgendetwas oder doch sehr viel Schwarz-Rot-Goldenes an sich – feierten den zweiten Sieg im zweiten Spiel der Nationalelf bei der Fußballweltmeisterschaft. Und das ziemlich friedlich. Besonders auffällig: Die Polizei und das Euskirchener Ordnungsamt ließen bei den Feierlichkeiten ziemlich viel zu und verzichteten auf unnötige Gelbe oder gar Rote Karten. Nur als ein Fan im Überschwang der Gefühle auf die Stele in der Mitte des Kreisels kletterte, verstanden die Beamten keinen Spaß. Entsprechend schnell war der junge Mann auch wieder unten.

Polizisten sicherten die Jubelfeier mit viel Augenmaß

Aber Feierwütige, die sich in die geöffneten Fenster der Autos gesetzt hatten, oder den Fan, der auf einem Autodach saß und dort munter auf seiner kleinen Trommel spielte – ließen die Beamten am Europa-Kreisel gewähren. Und wenn ein Auto liegengeblieben wäre? Kein Problem. Ein Abschlepper des ADAC war nämlich ebenfalls dabei, fuhr eine Ehrenrunde und wurde von der „Südkurve“ am Kreisel frenetisch gefeiert.

Fußballfans feiern im Schein der bengalischen  Lichter. Ein Mann ist auf die Stele im Kreisverkehr geklettert.

In Euskirchen wurde nach dem Sieg gegen das Team der Elfenbeinküste die Nacht zum Tag gemacht. Das Klettern auf die Stele im Europakreisel duldet die Polizei aus Sicherheitsgründen aber nicht.

Drei Polizistinnen verfolgen das farbenfrohe Treiben im Europa-Kreisel. Ein Mann hat im Hintergrund eine Rauchfackel gezündet.

Polizei, Ordnungsamt und Fans mit Pyrotechnik.

„Jetzt ist das WM-Fieber ausgebrochen – zumindest bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft“, sagte Nina Schmidt. Die Euskirchenerin war mit zwei Freundinnen zum Kreisel gekommen. Und stand plötzlich in einem gelb-roten Rauch. Ein paar Feiernde hatten Bengalos gezündet. „Es ist schön, dass hier friedlich miteinander gefeiert wird“, sagte Hassan Ahmed: „Wir Türken haben ja bisher nicht so viel zu feiern gehabt. Also bin ich jetzt hier.“

Wir Türken haben ja bisher nicht so viel zu feiern gehabt. Also bin ich jetzt hier.
Hassan Ahmed freute sich über den Sieg der deutschen Elf

Den Verkehr lenkte die Polizei diesmal etwas anders. Über die Wilhelmstraße konnte man in den Kreisel einfahren, musste ihn aber über die Alte Gerberstraße wieder verlassen. An der Kreuzung zur Moselstraße ging es dann über die Gerberstraße zurück in Richtung Kreisel, dann rechts zum kleinen Europa-Kreisel und über den Bahnhof wieder zur Wilhelmstraße.

Teilweise stauten sich die Autos vom Kreisel bis zur Kreuzung Moselstraße/Alte Gerberstraße. Nichts ging mehr. Als sich dann aber die Feuerwehr mit Sonderrechten ihren Weg in Richtung Münstereifeler Straße bahnen musste, spielten die Autofahrer einen geschickten Doppelpass miteinander – ohne größere Zeitverluste waren Feuerwehr und Rettungsdienst durch den Autokorso hindurch.