Das Unternehmen e-regio hat an der Bonner Straße in Euskirchen einen 20 Meter hohen Behälter aufbauen lassen, der 200.000 Liter Wasser fasst.
EnergieversorgungIn Euskirchen steht der erste Speicher für das Fernwärmenetz

Zwei Kräne kamen beim Aufbau des 20 Meter hohen Speichers zum Einsatz.
Copyright: Alice Kneissler/e-regio
Der Bau des Euskirchener Fernwärmenetzes schreitet voran. An der Energiezentrale an der Bonner Straße – dem Herzstück, in dem künftig die Wärme erzeugt wird, so das Unternehmen „e-regio“ – ist der erste Wärmespeicher installiert worden. Der isolierte Behälter fasst 200.000 Liter Wasser, das mit einer Temperatur von 70 Grad Celsius das Fernwärmenetz bedarfsgerecht speisen wird, wie e-regio-Sprecherin Ilona Schäfer mitteilt.
Überschüssige Wärme lasse sich zwischenspeichern und bei Bedarf wieder dem Netz zuführen. So werden die über den Tag schwankenden Wärmebedarfe ausgeglichen – ähnlich wie bei einem Warmwasserspeicher im Haushalt, nur deutlich größer.
Die Aufstellung war echte Millimeterarbeit.
Der Wärmespeicher wurde eigens für das Fernwärmenetz Euskirchen von einem norddeutschen Hersteller gefertigt. Wegen seiner Dimensionen – 20 Meter Höhe, 3,80 Meter Durchmesser, 33 Tonnen Leergewicht – war der Transport nur per Schwerlastlogistik möglich. Für den Aufbau kamen zwei Kräne zum Einsatz.
„Die Aufstellung war echte Millimeterarbeit. Eine zusätzliche Herausforderung war, dass der Lieferverkehr der laufenden Rübenkampagne nicht beeinträchtigt wird“, lässt sich der Projektleiter der e-regio, Guido Krämer, in einer Mitteilung zitieren. Die Energiezentrale liegt neben der Zuckerfabrik. Dank genauer Planung und Vorbereitung habe alles reibungslos geklappt, so Krämer, nach dessen Angaben das Fernwärmenetz voraussichtlich Ende des Jahres in Betrieb gehen soll.
Seit Monaten laufen die Arbeiten an den Fernwärmeleitungen
Schon seit Monaten laufen die Bauarbeiten an den Fernwärmeleitungen, die die erzeugte Wärme in Zukunft von der Energiezentrale zu den Häusern transportieren.
Die Baustelle verlagert sich derzeit von der Roitzheimer Straße und der Gottlieb-Daimler-Straße hin zu Eifelring und Pützbergring. Anschließend wird der Abschnitt von der Ecke Gottlieb-Daimler-Straße/Römerstraße in Richtung Energiezentrale gebaut.
Das Unternehmen e-regio nutzt erneuerbare Energiequellen
Das Verlegen der Leitungen biete die ideale Gelegenheit, sich günstig an das Netz anschließen zu lassen, sagt Krämer. Eigentümerinnen und Eigentümer entlang der Trasse und im direkten Umfeld können sich persönlich beraten lassen. Ein Check im Internet gebe vorab Aufschluss darüber, ob der Anschluss eines Gebäudes infrage komme.
Mit dem Netz, so Schäfer, schaffe man eine moderne, klimafreundliche Alternative zur herkömmlichen Wärmeversorgung: „Dabei kommen vorhandene erneuerbare Energiequellen zum Einsatz, beispielsweise regional erzeugtes Biomethan.“
Zu den ersten Anschlussnehmern zählt das neue Rathaus. Von der Energiezentrale aus sollen in den kommenden Jahren weitere Gebiete mit umweltfreundlicher Fernwärme erschlossen werden.
Die Fernwärmeversorgung bietet nach Darstellung der e-regio zahlreiche Vorteile: Sie mache unabhängig von fossilen Brennstoffen, leiste einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und komme ohne eigene Heizungsanlage im Gebäude aus.

