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Heimatstädtche liveRockband gibt in Euskirchen das erste Konzert nach sieben Jahren

4 min
Ein Gitarrist, die Sängerin, die ebenfalls Gitarre spielt, und eine Bassistin stehen vorne auf der Bühne, im Hintergrund ist die Schlagzeugerin zu sehen.

Die Rockband Instead of Dancing sorgte bei „Heimatstädtche live“ in der Auelsburg für beste Unterhaltung.

Instead of Dancing, früher eine Frauenband, spielte in der Auelsburg in Euskirchen. Die Anfangsnervosität war schnell verflogen.  

Als sie nach eineinhalb Stunden Rockmusik von der Bühne in der Auelsburg in Euskirchen kommen, sehen die Mitglieder der Band Instead of Dancing glücklich und erleichtert aus. Es hat geklappt. Das erste Konzert seit sieben Jahren begeisterte die rund 300 Besucher. Mehrere Zugaben wurden eingefordert.

„Eigentlich waren wir mal eine Frauenband“, erzählt Barbara Fürmeier, die für Gitarre und als Leadsängerin die Verantwortung trägt. „Jetzt haben wir einen tollen Mann dabei.“ Sie deutet auf Metehan Ariburnu, der in der Band die Leadgitarre spielt. Denise Anderle, die Bassistin der Gruppe, wirkte vor dem Konzert in Euskirchen noch recht nervös. Am Ende sieht man sie erleichtert lachen. Den Grund für die Spielpause der Gruppe erklärt sie mit Babypause und Corona-Pandemie.

Die Band spielt fast nur selbst geschriebene Songs

Auf der Bühne scheint schlagartig alle Anspannung von der Gruppe abgefallen zu sein. Sehr schnell findet das Quartett in die rockigen Rhythmen seiner weitestgehend selbst geschriebenen Songs hinein. Die Musik kommt an. Man sieht Hüften schwingen, Köpfe wackeln und Hände klatschen. Nur vier ihrer Lieder sind Coversongs: „Damit die Leute auch Stücke haben, die sie kennen und mitsingen können“, erklärt Fürmeier.

Am Schlagzeug sorgt Maria Römelt für den nötigen Beat. Fast wirkt sie ein bisschen versteckt in der Bühnenecke, obwohl sie dazu keinen Grund hat. Ihre Schlagtechnik ist sicher und bringt den nötigen Groove. Die englischsprachigen Texte der Band sind nachvollziehbar und sprechen Themen an, die Fürmeier in ihrem Leben betroffen haben – etwa, sich in den Falschen zu verlieben, genug davon zu haben, zugelabert zu werden, oder das unnötige Machtgebaren von Großmäulern aufzudecken.

Barbara Fürmeier singt ausdrucksstark und voller Energie

Andreas, ein Zuhörer auf dem Rasen, stellt für sich fest: „Die selbst geschriebenen Songs gefallen mir am besten vom Sound her.“ Tatsächlich legt Fürmeier beim Singen viel Energie und Ausdruck in die eigenen Lieder. Auch Nicoline de Werth aus Billig ist von der Band angetan. Sie ist zum wiederholten Mal in diesem Jahr bei „Heimatstädtche live“ dabei, wie die Reihe der kostenlosen Konzerte der Stadt Euskirchen heißt: „Die Geschmäcker sind unterschiedlich. Die Gruppe gefällt mir gut, die davor war sehr gut!“

Patrick Dahmen, ein junger Konzertbesucher, wundert sich, dass die Konzerte immer schon um 21 Uhr zu Ende sind: „So viel Aufwand für so kurze Konzerte? Ich wünschte mir längere Auftritte und ab und an eine große Band dazwischen. Ich gehe jedes Mal hierhin und finde es klasse, dass ich in meiner Heimatstadt unter freiem Himmel so etwas erleben kann.“

Ich finde es so angenehm, dass es mal was umsonst gibt.
Nadine, Zuhörerin

Jessi ist mit ihrer Freundin Nadine gekommen. Zusammen haben sie es sich auf einer Stranddecke gemütlich gemacht: „Ich freue mich, dass so viele Leute gekommen sind und die Konzerte so guten Anklang finden. Das ist gut für die Stadt“, sagt Jessi überzeugt. Nadine unterstützt sie: „Ich finde es so angenehm, dass es mal was umsonst gibt. Da habe ich den Stress nicht, im Vorhinein Karten besorgen zu müssen, einen Treffpunkt mit Freunden zu vereinbaren und einen guten Platz zu ergattern.“ Instead of Dancing kannten die beiden jungen Frauen vorher nicht. Auf Instagram hatten sie sich aber einen Eindruck verschafft. Die Musik ist genau ihr Ding.

Fürmeier kommt zwischendurch auch mal ins Publikum mit ihrem Mikrofon und singt aus der Zuschauerperspektive einen Cat-Stevens-Song, „The First Cut Is the Deepest“. Die Power ihrer Stimme kommt aber am besten bei den kraftvollen und lauten Stücken zum Tragen. Da stimmt die Grundspannung und der Gesang wirkt satt.

Den eigentlich letzten Song richtet die Band an die Menschen, die 2021 die Flutkatastrophe überstanden haben. Das harte Zupacken der Menschen nach der Flut hat Fürmeier beeindruckt.

Für die Band gibt es in diesem Jahr nur wenige Konzerte. Man will erst mal wieder hineinkommen. Für ihren Auftritt in der Auelsburg hatten sie sich beworben. Die Verantwortlichen haben offenbar einen guten Riecher gehabt. Wie die Resonanz auf dem Rasen zeigte, war die Gruppe für Euskirchen genau die richtige.

Ein Zuschauer schwenkt glücklich eine am Stand gekaufte CD der Gruppe vor der Bühne. Besser kann man Begeisterung nicht ausdrücken.