Im Hotel „Berghof“ in Hellenthal gehen die Lichter nicht aus: Inhaberin Nicole Berghof-Züll hat sich frühzeitig um die Nachfolge gekümmert.
GastgewerbeHellenthaler Hotel-Chefin hat Nachfolger für ihren Betrieb gefunden

Von der erfolgreichen Suche nach einer Betriebsnachfolge konnte Nicole Berghof-Züll (2.v.r.) beim Besuch von Landrat Markus Ramers (r.), Bürgermeister Martin Berners (2.v.l.) und Mitarbeitenden der Kreis-Wirtschaftsförderung berichten.
Copyright: Thorsten Wirtz
Der Tourismus in Deutschland boomt seit Jahren. Gestiegene Preise für Auslandsreisen und die unsichere Weltlage führen auch in der aktuellen Saison wieder zu einer guten Auslastung der Beherbergungsbetriebe im Kreis Euskirchen. „Der Wirtschaftsfaktor Tourismus hat mit einem jährlichen Bruttoumsatz in Höhe von 367 Millionen Euro für die Nordeifel eine hohe regionalwirtschaftliche Bedeutung“, bestätigt auch die Nordeifel Tourismus GmbH mit Sitz in Kall.
Die fachliche Unterstützung und Beratung bestehender und neuer Hotel- und Gastronomiebetriebe ist daher auch für das Team der Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen um Sarah Komp eine wichtige Aufgabe.
Nicole Berghof-Züll vom Hotel Berghof in Hellenthal wandte sich frühzeitig mit dem Thema „Unternehmensnachfolge“ an die Experten. „Ich wollte nicht bis zur letzten Minute warten, sondern mich langsam zurückziehen. Umso dankbarer bin ich, dass nun zwei junge engagierte Fachleute den Betrieb übernommen haben“, so die 56-Jährige, die aber vorerst noch weiter in „ihrem“ Betrieb mitarbeitet.
Kinder wollten den Familienbetrieb nicht übernehmen
Obwohl die Hellenthalerin das Rentenalter noch nicht erreicht hat, war es ihr wichtig, die Betriebsnachfolge frühzeitig zu regeln: „Meine Eltern haben den Betrieb hier ab 1960 aufgebaut, ich habe das Haus schließlich weiterentwickelt. Aber wenn die eigenen Kinder es nicht weiterführen wollen, muss man sich eben umsehen.“ Nach mehreren Anläufen habe sie nun die perfekten Nachfolger gefunden, bei denen sie im Service weiter mitwirken kann.

Die zehn Gästezimmer des Berghofs wurden bereits umfassend modernisiert und neu ausgestattet.
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Die neuen Eigentümer, die zwar aktiv vor Ort mitarbeiten, namentlich aber nicht genannt werden wollen, haben bereits umfänglich renoviert. So wurden etwa die zehn Gästezimmer modernisiert, Fenster und Böden erneuert sowie neue Parkplätze im Außenbereich angelegt. Auch die Digitalisierung treiben die beiden neuen Geschäftsführer voran. Von der Buchung bis zur Abrechnung kommen nun moderne Systeme zum Einsatz. „Wir haben auch die Website des Hotels neu aufgesetzt und auch dort eine Buchungsmöglichkeit integriert“, berichten die beiden Chefs. Zwar sei man weiterhin auf allen gängigen Buchungsportalen im Internet vertreten. „Bei einer Direkt-Buchung sparen wir uns aber die hohen Provisionen der Hotelportale.“
Angestrebt werde eine Bettenauslastung von etwa 70 Prozent. „Das gelingt und auch über das ganze Jahr gesehen schon ganz gut, weil wir durch die großen Hellenthaler Industriebetriebe auch regelmäßig Geschäftsreisende in unserem Haus beherbergen können“, so einer der Inhaber.
Wichtiger Betrieb für den Tourismus in der Gemeinde Hellenthal
Daher ist auch der Hellenthaler Bürgermeister Martin Berners froh, dass im Berghof die Lichter nicht ausgehen. „Es ist wichtig für die Gemeinde, dass dieses Hotel garni erhalten bleibt“, sagte Berners beim Ortstermin, zu dem auch Landrat Markus Ramers in die Nähe der Oleftalsperre nach Hellenthal gekommen war.
Neben der Vielzahl an Ferienwohnungen, der aufblühenden Gastronomie und den modernisierten Campingplätzen sei auch ein Hotel bedeutsam für den Standort Hellenthal, so der Bürgermeister.
Aktuell ist der Berghof nahezu ausgebucht. Um das Haus auch in der kalten Jahreszeit noch attraktiver zu machen, wurde eine neue Sauna eingerichtet. „Wir wollen ab dem kommenden Jahr außerdem ein neues Preissystem etablieren mit Preisstufen für die Haupt- und Nebensaison sowie für spezielle Events wie etwa den Jahreswechsel“, so einer der neuen Inhaber. Die Sonderkonditionen für die Hellenthaler Betriebe wie Schoeller und Stocko sollen aber bestehen bleiben.
Beratungstage fürs Gastgewerbe im Kreis Euskirchen
Auch in diesem Jahr bieten die Nordeifel Tourismus GmbH (NET) und die Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Beratungstage für touristische Betriebe und die Tourismusbranche an.
Zielgruppe sind alle, die sich in der Branche engagieren wollen, etwa als Anbieter von Gästezimmern und Ferienwohnungen, Existenzgründer sowie Betriebsinhaber, die eine Nachfolge für ihren Betrieb suchen. Nächster Beratungstermin ist der 8. September. Mehr Infos dazu bei der NET in Kall unter Tel. 02441/994570.
