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Wanderweg des Jahres 2026Ein wahrlich sagenhafter Erfolg für die Kaller Eifelschleife

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Die Genannten stehen mit einem überdimensionierten Scheck und einer Sieger-Trophäe vor zwei Wander-Infotafeln am Kaller Rathaus.

Kalls Bürgermeister Emmanuel Kunz (v.l.), Anja Winkler vom Sponsor Kreissparkasse Euskirchen, NET-Geschäftsführer Patrick Schmidder, Kalls Eifelvereins-Vorsitzender Dr. Karl-Heinz Linne von Berg und Landrat Markus Ramers bei der Siegerehrung für die Kaller Eifelschleife.

Der 7,3 Kilometer lange Wanderweg „Kaller Sagen“ erhielt bei der Wahl zum „Wanderweg des Jahres 2026 im Kreis Euskirchen“ die meisten Stimmen.

Patrick Schmidder, Geschäftsführer der Nordeifel Tourismus GmbH (NET), war selbst ein wenig überrascht, als das Ergebnis der diesjährigen Online-Abstimmung zur Wahl des „Wanderwegs des Jahres“ feststand: „Damit hatten wir nicht unbedingt gerechnet, aber am Ende war es ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen.“ Mit 8,5 Prozent der abgegebenen Stimmen lag der Weg „Kaller Sagen“ am Ende knapp vor „Zittergras und Orchideen“ in der Gemeinde Hellenthal (7,72 Prozent).

„Damit hat eine Eifelschleife erstmals bei der Wahl gewonnen, nachdem in den vergangenen drei Jahren jeweils eine der etwas längeren Eifelspuren in der Gunst der Wanderer vorne lag“, so Schmidder. Zur Wahl standen 110 der aktuell 113 Qualitätswanderwege im Kreis Euskirchen. „Die Siegerwege der vergangenen Jahre fallen jeweils aus der Abstimmung heraus“, erklärte Schmidder.

Online-Wahl verzeichnete mehr Teilnehmer als im Vorjahr

Das Interesse an der Abstimmung ist auch bei der vierten Auflage beachtlich gewesen. „Insgesamt haben wir knapp 1500 Teilnehmende bei der Wahl gezählt – das sind sogar mehr als im vergangenen Jahr“, so Schmidder. Abgestimmt wurde übrigens nicht nur in der Eifel: Als unter den Teilnehmern Gutscheine für einen Besuch in der Euskirchener Therme verlost wurden, fielen zwei Gewinnerinnen auf, die aus Dresden und Leipzig kamen.

Hinweisschilder der Eifelschleife "Kaller Sagen" an einem Baum weisen Wanderern den Weg.

Sich bei der Wanderung zu verlaufen ist – wie bei allen Eifelschleifen und -spuren im Kreis Euskirchen – auch in Kall nahezu unmöglich.

An den Kaller Buntsandsteinfelsen führt ein schmaler Pfad im Gras vorbei.

Interessant ist der Weg auch für Geologie-Fans, denn teilweise, wie hier an den Buntsandsteinfelsen im Urfttal zwischen Kall und Anstois, verläuft er auf der Route des Pingenwanderwegs.

Die Eifelschleife „Kaller Sagen“ ist zwar nur 7,3 Kilometer lang, zeichnet sich aber durch eine Besonderheit aus, denn sie überzeugt nicht nur mit schmalen Pfaden, die durch idyllische Natur verlaufen, sondern hat auch kulturell etwas zu bieten: Entlang des Weges erfahren Interessierte Hintergründe zu insgesamt sieben Kaller Sagen.

Eifelverein hat Kaller Sagen für die Wanderer aufbereitet

Dafür hat die Ortsgruppe Kall des Eifelvereins kürzlich einige Informationsstelen am Wegesrand errichtet. Darin geht es zum Beispiel um den Teufel, der einige brave Eifeler durch die Einladung zum Kartenspiel vom Gottesdienstbesuch abhielt, um Ritter Raimund von der Stolzenburg, der völlig verarmt von einem Kreuzzug ins Urfttal zurückkehrte, wo seine Jugendliebe auf ihn wartete, oder um die bekannte Tanzberg-Sage.

Wenn man sich an den Info-Tafeln etwas Zeit nimmt, braucht man rund zweieinhalb Stunden für die Wanderung.
Dr. Karl-Heinz Linne von Berg, Vorsitzender des Eifelvereins Kall

„Letztere hat allerdings wirklich einen historischen Hintergrund, denn im Jahre 1547 kam es in Keldenich tatsächlich zum Einsturz eines Bergwerks“, erklärte Dr. Karl-Heinz Linne von Berg, Vorsitzender des Eifelvereins Kall. Er empfiehlt Wanderern übrigens, den Kaller Sagenweg gegen die Uhrzeigerrichtung zu gehen: „Dann stimmt die Nummerierung der Info-Tafeln, die wir zu den Sagen aufgestellt haben.“ Die leichte Tour mit ihren moderaten Steigungen beginnt am Rathaus und lässt sich gut in rund zwei Stunden absolvieren. „Wenn man sich an den Info-Tafeln etwas Zeit nimmt, braucht man eine halbe Stunde mehr“, so der Vorsitzende.

Eine der Info-Tafeln am Wanderweg "Kaller Sagen".

Die linke Zeichnung zeigt die „Kellersch Wietschaff“, wo der Teufel Karten gespielt haben soll.

Linne von Berg und Wegepate Wolfgang Röhrig erhielten für ihr Engagement und die Pflege des Weges aus den Händen von Landrat Markus Ramers und Kalls Bürgermeister Emmanuel Kunz als Preis die begehrte Sieger-Trophäe, eine Wanderbank aus der Serie der „Eifelschleifen & Eifelspuren“ sowie eine Geldprämie in Höhe von 300 Euro für die Vereinskasse.

Wegepaten stehen für die Qualität der Wanderwege im Kreis Euskirchen

Als wesentlichen Erfolgsgarant der Qualitätswanderwege sieht Ramers, der auch Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der NET ist, das gut eingespielte Wegemanagement, das in enger Zusammenarbeit zwischen dem Kreis Euskirchen mit den Kommunen, der NET und den für die Pflege zuständigen Wegepaten des Eifelvereins funktioniert. „Mindestens zweimal pro Jahr kontrollieren die Wegepaten die Beschilderung und den Zustand der Wege“, ergänzte Schmidder. So könne bei Mängeln schnell Abhilfe geschaffen werden.

Mit der Stimmabgabe hatten die Wanderfans auch wieder die Möglichkeit, Verbesserungsvorschläge oder Kommentare zu den insgesamt 113 Wegen im Kreis Euskirchen abzugeben. „Der Wunsch nach weiteren Bänken, Waldsofas und Rastplätzen dominierte dabei“, fasste der NET-Chef die Rückmeldungen zusammen. Ein weiteres Dauerthema: „Auch zusätzliche Gastronomie oder Versorgungsautomaten am Wegesrand wurde von einigen Wanderfreunden genannt.“

Auf Basis der Rückmeldungen sehen sich die Verantwortlichen von NET und Kreis darin bestärkt, die Eifelschleifen und Eifelspuren in den kommenden Jahren weiter zu attraktivieren. „Dazu wird bis zum Sommer ein Konzept fertiggestellt, das umfangreiche Maßnahmen vorsieht, um die Wege mit zusätzlicher Infrastruktur auszustatten, aber auch thematisch aufzuwerten“, so Schmidder.


Elf neue Eifelschleifen rund um Schleiden, Dreiborn und Gemünd

Im Gebiet der Stadt Schleiden gab es bislang noch keine Eifelschleifen und -spuren: Als die Qualitätswanderwege im Kreis Euskirchen im Corona-Jahr 2020 an den Start gingen, hatte Schleiden gerade sein Wanderwegenetz überarbeitet und entschied sich daher gegen die Teilnahme am kreisweiten Projekt.

Noch vor den Sommerferien sollen nun aber elf neue Eifelschleifen im Gebiet der selbst ernannten Nationalparkhauptstadt Schleiden eröffnet werden. In Schleiden starten die Routen „Rund um Bronsfeld“ (8,5 km), der „Schleidener Stadtspaziergang“ (4,5 km), der „Blick ins Oleftal“ (11 km) und die Routen „Wackerberg“ (14,3 km) und „Wind, Wald, Weitblick“ (15,4 km).

Wegeschilder von drei Eifelschleifen an einem Laternenmast in der Dreiborner Straße in Gemünd.

Die neuen Eifelschleifen im Schleidener Stadtgebiet sind bereits ausgeschildert – so wie hier in der Gemünder Fußgängerzone.

Rund um Dreiborn kann man die Routen „Eifelgold“ (9,7 km) und „Spuren des Schiefers“ (9,9 km) erkunden, und in Gemünd (Foto) starten die vier restlichen neuen Routen: „Über den Hohenfried“ (10,5 km), „Über den Kreuzberg“ (13 km), „Auf den Spuren der Köhler“ (8,8 km) und die „Vogelsangroute“ (18,2 km).

Schleidener Wege sind auch schon vor der Freigabe begehbar

Die offizielle Vorstellung der neuen Routen findet am 17. Juni statt. Wer nicht so lange warten will und das gute Wetter am langen Pfingstwochenende für die Wanderung auf einer noch unbekannten Route nutzen will, wird sich bei der Erkundung der elf neuen Schleidener Routen aber nicht verlaufen, denn die Beschilderung mit den vertrauten Symbolen wurde bereits überall angebracht.

„Besonders froh sind wir darüber, jetzt auch erstmals Eifelschleifen im Gebiet des Nationalparks Eifel anbieten zu können“, sagte Patrick Schmidder von der NET. Im Online-Portal „Outdooractive“ sind die Daten der neuen Wege rund um Schleiden bislang jedoch noch nicht hinterlegt.