Neben Olef und Erft zählt nun auch der Prethbach in Hellenthal zu den Gewässern in der Eifel, in denen evangelische Christen getauft wurden.
UrsprünglichVor der Konfirmation wurden zwei Jugendliche im Prethbach getauft

Einmal ganz ins Wasser legte sich der 14-jährige Emil für die Taufe.
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Wenn die Evangelische Kirche in der Eifel tauft, dann kann es auch schon einmal rustikal werden. Denn auch wenn sie über Taufbecken verfügt, erfreuen sich die Gottesdienste wachsender Beliebtheit, bei denen junge Christen in den Gewässern der Eifel getauft und so in die Kirche aufgenommen werden. So gehört nach der Olef und der Erft, in denen evangelische Pfarrer bereits getauft haben, jetzt auch der Prethbach zu dem illustren Kreis von Taufgewässern.
Am Sonntag wurden bei dem Jugendgottesdienst am Campingplatz an der Oberprether Mühle zwei aus dem Kreis der aktuellen Konfirmanden getauft.
Die Taufe in der Preth wurde spontan und unkompliziert organisiert
Dabei sei eigentlich nicht geplant gewesen, dass es in diesem Jahr noch eine Open-Air-Taufe geben werde, berichtete Pfarrer Oliver Joswig. Schließlich hatten die Pfarrer Susanne Salentin und Torsten Schmitt im Sommer an der Erftquelle ein Tauffest angeboten. Erst im nächsten Jahr sollte wieder an der Hellenthaler Uferpromenade in der Olef getauft werden.
„In der letzten Konfistunde vor den Ferien hatten wir die Taufstelle an der Olef besucht“, so Joswig. Dabei habe er auch darauf hingewiesen, dass das für Brigitta und Emil zu spät sei. Sie waren noch nicht getauft, was vor der Konfirmation aber nachgeholt werden sollte. „Da haben beide gesagt, dass sie eine Taufe in einem Fluss wollen“, berichtete der Pfarrer.

Brigitta wählte den etwas konventionelleren Weg.
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Dazu passte, dass die Jugendgruppe der Evangelischen Kirche in Hellenthal „Jugendgedöns“ schon seit einiger Zeit einen Jugendgottesdienst unter freiem Himmel plante, der auf dem Campingplatz Oberprether Mühle stattfinden sollte. „Tatsächlich war das die einzige Gelegenheit, wie die Taufe einigermaßen unkompliziert gemacht werden konnte“, berichtete Joswig weiter.
Auf der Wiese, auf der der Gottesdienst stattfand, war die Taufe nicht möglich. Täuflinge und Pfarrer wateten also in den Bach, die Gottesdienst-Besucher beobachteten das Geschehen auf der Brücke über den Prethbach. Die Stelle, an der die Taufe im Bach stattfand, habe er sich bereits am Vortag ausgeguckt, so Joswig. Dort angekommen, fragte er die beiden Jugendlichen, ob sie getauft werden wollten und schritt dann zur Tat.
Keine halben Sachen machte Emil, der sich kurzerhand der Länge nach in den flachen Bach legte. Er habe sich vorsorglich Wechselsachen eingepackt, berichtete er. Sein Bruder habe ihn zu der Ganzkörpertaufe inspiriert. Der sei vor drei Jahren bei seiner Taufe in der Olef komplett untergetaucht. In Oberpreth war für Emil aufgrund des Wasserstands nur ein halbes Untertauchen möglich. „Das hat gepasst“, zeigte sich der 14-Jährige trotzdem zufrieden .
Brigitta wählte den konventionelleren Weg: Sie wurde mit Wasser getauft, das Joswig mit der Hand schöpfte. „Es ist das Ursprüngliche“, beschrieb Joswig den Reiz der Taufe in Naturgewässern. Schließlich sei Jesus Christus im Jordan getauft worden. Es sei ein anderes Gefühl. „Der Gedanke ist, dass ein alter Mensch in das Wasser taucht und ein neuer wieder daraus hervorsteigt“, erläuterte er. Gerade für ältere Täuflinge, die es bewusst erlebten, sei das etwas Besonderes.
