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JugendfeuerwehrBereit zum Löschen: „Wasser marsch!“

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Das „Brandhaus“ zeigte eindrucksvoll, wie schnell der Qualm durch ein Haus zieht.

Das „Brandhaus“ zeigte eindrucksvoll, wie schnell der Qualm durch ein Haus zieht.

Zülpich – Damit hatten die rund 40 Mädchen und Jungen nun wirklich nicht gerechnet: Zwei Stunden hatten sie mit der Jugendfeuerwehr Zülpich „Brände“ gelöscht, mit dem D-Rohr Ziel-Spritzen geübt und mit präparierten Atemschutzmasken einen Hindernisparcours durchklettert, als kurz vor Ende dieses Aktions-Nachmittags der Stadtranderholung die Alarmsirene an der Feuerwache losging. „Da haben die Kinder noch schnell einen echten Brandeinsatz miterlebt“, sagte Stadtbrandinspektor Joachim Jordan. Der Einsatz entpuppte sich jedoch als technische Panne in der Papierfabrik Sinzenich und war somit für die Wehrleute schnell beendet.

„Eigentlich hätten wir mit den praktischen Übungen schon viel früher begonnen. Aber die Kinder waren bei der Brandschutzerziehung so wissbegierig und haben uns so mit Fragen gelöchert, dass wir das nicht abbrechen wollten“, berichtet Thorsten Ley, Leiter der Stadtjugendfeuerwehren Zülpich. Dass sowohl in den Kindergärten als auch in den Grundschulen Verhaltensregeln für den Brandfall besprochen und eingeübt würden, hätten die Kinder wirklich eindrucksvoll belegt. „Es war schon erstaunlich, wie viel die Kinder gewusst haben“, sagte Ley anerkennend.

Das sogenannte Brandhaus, eine von vier Stationen, die Jugendfeuerwehr für die Kinder der Stadtranderholung aufgebaut hatte, führte den Schülern vor Augen, wie schnell der Rauch vom Brandherd aus durch ein ganzes Haus zieht. „Da wird schnell klar, wie lebenswichtig Rauchmelder sind“, so Ley. An den Hindernisparcours mit Atemschutzmasken – deren Scheiben waren mit einer Folie verklebt, so dass die Kinder auch nicht mehr erkennen konnten als Feuerwehrmänner, die sich durch ein verqualmtes Haus bewegen – trauten sich nur die älteren Kinder heran. „Die Kleineren wollten schon die Maske nicht aufsetzen“, erklärte Thorsten Ley. Dafür waren sie beim Löschen an vorderster Front dabei. „Rohr drei, Wasser marsch!“ hieß es beim Ziel-Spritzen, bei dem die Jungen und Mädchen zunächst mit Hilfe der Jugendfeuerwehr Schläuche an den Hydranten und sodann an ein Verteilerrohr schrauben mussten.

Das Fazit dieses „Feuerwehr-Nachmittags“ fiel nicht nur bei den Kindern der Stadtranderholung äußerst positiv aus. „Wir werden die Resonanz auf diese Aktion abwarten. Aber wenn sie gut angekommen ist, können wir uns durchaus vorstellen, auch im nächsten Jahr wieder mitzumachen“, erklärte der Leiter der Jugendfeuerwehr.

Zum ersten Mal hat die Stadt Zülpich die Stadtranderholung selbst organisiert und war dabei auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen. So hatten sich neben der Feuerwehr auch das DRK, das Amt für Bodendenkmalpflege, der Jugendrat und das Jugendzentrum Sojus in die Stadtranderholung eingebracht. Lob gab es auch von Stützpunktleiterin Kirsten Jansen: „Es ist ein wirklich tolles Programm für die drei Wochen zusammen gekommen.“

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