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Hoffen auf FörderungGemeinde Kall will zahlreiche ihrer Gebäude energetisch sanieren

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Blick aus der Vogelperspektive auf die Grundschule in Kall.

Ein neues Dach soll die Grundschule Kall bekommen. Das alte ist undicht.

Im Rahmen des Programms „Energetische Sanierung Kommunaler Gebäude“ möchte Kall 13 Projekte anmelden.  

Das Angebot ist verlockend: Die Förderquote beim Programm „Energetische Sanierung Kommunaler Gebäude“ im Rheinischen Revier liegt bei 95 Prozent. Die Gemeinde Kall will für 13 Maßnahmen an ihren Gebäuden Förderungen beantragen. Über die Liste mit den Projekten wird der Gemeinderat am Dienstag ab 18 Uhr im Haus der Begegnung entscheiden.

Mit dem Förderprogramm „Energetische Sanierung Kommunaler Gebäude“ werden Kommunen im Rheinischen Revier bei der energetischen Sanierung ihres Gebäudebestands unterstützt. Ziel ist, den Energiebedarf der Städte und Gemeinden deutlich zu reduzieren und das Rheinische Revier zu einer Modellregion für klimaneutrale kommunale Gebäude zu entwickeln. Zum Rheinischen Revier gehören die Kreise Düren, Euskirchen, Heinsberg, der Rhein-Erft-Kreis und der Rhein-Kreis Neuss, die Städteregion Aachen und die Stadt Mönchengladbach.

Förderungen müssen bis spätestens 30. Juni beantragt werden

Bei dem Projekt ist Eile geboten, denn Förderanträge müssen bis spätestens 30. Juni eingereicht werden. Der Termin wurde im Rahmen eines Abstimmungstermins zwischen dem Ministerium und der Bezirksregierung Köln vorgegeben, schreibt die Gemeindeverwaltung in der Vorlage. Die notwendigen Eigenmittel der Gemeinde seien im Haushaltsplan 2025 enthalten oder würden im Etat 2026 berücksichtigt.

Blick auf das Gebäude der Kita Hüttenstraße in Kall.

Die Kindertagesstätte in der Kaller Hüttenstraße soll auch energetisch saniert werden.

Förderanträge sollen für die Grundschule Kall samt der Sporthalle, die Grundschule in Sistig, die Kindergärten in Golbach, Krekel, Sötenich und in der Kaller Hüttenstraße, die Feuerwehrgerätehäuser in Sistig und Wahlen sowie das Quartiersbüro in der Bahnhofstraße in Kall gestellt werden. Gleiches gilt für den Kaller Bauhof sowie für die Sportlerheime am Sötenicher und Keldenicher Sportplatz.

„Beim Bauhof sollen die Werkstätten und Hallen saniert werden“, erklärte Lothar Schatten, Teamleiter Bauen bei der Gemeindeverwaltung. Für die weitere Nutzung des Kindergartens in Sötenich stehen nach Angaben der Verwaltung derzeit mehrere Varianten zur Diskussion. Unter anderem wird überlegt, das Erdgeschoss der Alten Schule in Sötenich für die Nutzung des Kindergartens umzubauen oder eine Verbindung zwischen den Kindergärten Sötenich 1 und 2 herzustellen. Das im Bau befindliche Sportlerheim in Sötenich soll ein Gründach erhalten. Dafür muss zuerst aber die Neubaumaßnahme abgeschlossen sein.

Den Antrag für Dachsanierung der Schule hat Kall bereits gestellt

Die Mindestfördersumme je Vorhaben liegt bei 100.000 Euro. Das Programm hat zwei Förderstränge. Zum einen werden komplette energetische Sanierungen von Gebäuden gefördert. Dabei müssen aber mindestens 50 Prozent Primärenergie gegenüber dem Ist-Zustand eingespart werden.

Zum anderen werden aber auch, wie in Kall geplant, Einzelmaßnahmen finanziert. Dazu gehören unter anderem Dämmmaßnahmen und Optimierungen von Innenbeleuchtungen und Heizungsanlagen sowie der Einbau von raumlufttechnischen Anlagen, Solarthermie, Wärmepumpen und Biomasseanlagen. Nicht förderfähig sind zum Beispiel Neubauten und PV-Anlagen. Die Vorhaben müssen bis Ende 2029 umgesetzt sein.

Für die energetische Sanierung des Dachs der Kaller Grundschule und das Quartiersbüro wurden bereits Förderanträge eingereicht. Das Dach der frisch sanierten Grundschule ist undicht und muss erneuert werden. Das ursprüngliche Flachdach war vor Jahrzehnten mit Holzbindern aufgestockt worden und hatte eine Stahl-Trapezblecheindeckung erhalten.

Geplante Maßnahmen müssen noch festgelegt werden

Hauptursache für die Wassereinbrüche war laut Verwaltung ein nicht ordnungsgemäßer Anschluss der Dachentwässerung unterhalb der Eindeckung an die senkrechten Fallleitungen innerhalb des Gebäudes gewesen. „Die Fallrohre stauten bei starken Niederschlägen zurück, und das Wasser lief auf das Flachdach. Weil das keine Notentwässerung hatte, zog das Wasser dann an verschiedenen Stellen ins Gebäude“, hatte Markus Auel, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, im vergangenen Jahr erklärt.

Der Kaller Bauausschuss hatte daraufhin beschlossen, dass die Schule ein neues Flachdach erhalten soll, und war damit dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt. Für das Projekt werden nach einer ersten groben Schätzung rund 880.000 Euro veranschlagt. Die Kosten für den Rückbau und die Erneuerung der Photovoltaik-Anlage, die auf dem Dach installiert ist, sind darin allerdings noch nicht enthalten. „Zu dem Förderantrag für die Schule gibt es aktuell noch keine Rückmeldung“, sagte Schatten.

„Wir werden in den nächsten Wochen mithilfe von Büros für jedes Gebäude die geplanten Maßnahmen festlegen und Kostenschätzungen hinterlegen“, so der Teamleiter. Eine Detailplanung werde erst erstellt, wenn ein Projekt den Zuschlag bekommen habe.

„Das Förderprogramm bietet die Riesenchance, mit einem relativ geringen Eigenanteil kommunale Gebäude zu sanieren“, betonte Schatten. Man müsse aber abwarten, wie viele Vorhaben letztlich auch gefördert würden.