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ProklamationPrinzessin Emily I. (Bloch) führt die Kaller Jecken an

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Prinzessin Emily I., die neue Tollität der Löstige Bröder Kall, winkt strahlend von der Bühne ins Publikum. Hinter ihr stehen die Tänzerinnen der Kallbachmücken in ihrem Ornat.

Aus dem Strahlen kam Prinzessin Emily I., die neue Tollität der Löstige Bröder Kall, nicht mehr heraus.

„Kallida zurück im Heimathafen“ lautete das Motto der Kaller Sitzung. Kein Wunder, dass im Saal jede Menge maritimer Kostüme sehen waren.

Manche Sitzungen bieten einmalige Erlebnisse. Bei der Prunksitzung der „Löstige Bröder“ aus Kall, die am Samstagabend in der Bürgerhalle stattfand, gab es gleich mehrere. Vollbesetzt war die „Hött“, auf die die Kaller Karnevalisten nach der Flut vier volle Jahre lang verzichten mussten. Nun wurde Prinzessin Emily I. als das neue Oberhaupt über die Kaller Jecken inthronisiert.

„Kallida zurück im Heimathafen“, so das Motto der Sitzung, so dass jede Menge maritimer Kostüme im Saal zu sehen waren. Denn die Karnevalssession 2026 ist die erste, in der die Bürgerhalle nach der Beseitigung der Flutschäden wieder als Veranstaltungsstätte in Kall genutzt werden kann. Nachdem am vergangenen Wochenende bereits Lukas III. und Emma I. (Jaschke) zum Kinderprinzenpaar proklamiert wurden, galt es nun, auch den Erwachsenen eine Tollität an die Seite zu stellen.

Die Gerüchteküche rund um die Tollitätsfrage absichtlich angeheizt

Doch um diese wurde, wie es in Kall üblich ist, ein großes Geheimnis gemacht. Um die Gerüchteküche frisch anzuheizen und die allzu scharfsinnigen Beobachter in die Irre zu führen, hatte sich die Vorsitzende der „Bröder“ einen pfiffigen Schachzug einfallen lassen.

Beim ersten Auftritt der Prinzengarde hatte sie kurzerhand drei Mitglieder zurückgehalten, sodass jeder, der neugierig durchzählte, zu dem Schluss kommen musste, dass sich aus den Reihen der Prinzengarde ein Dreigestirn formiert hätte. Doch die hochfliegenden Spekulationen kamen zu einem jähen Ende, als Prinzessin Emily I. (Bloch) proklamiert wurde.

„Von der ältesten zur jüngsten Prinzessin in der Vereinsgeschichte“, fasste Sassmann knapp zusammen, als die Vorjahresprinzessin Uschi (Sassmann) ihrer 21-jährigen Nachfolgerin das Zepter überreichte. Dabei hatte sie, wie sie Präsident Patrick Züll gestand, eigentlich gar nicht kommen wollen, da sie ihre Tollitäteninsignien gerne noch behalten wollte.

Prinzessin Emily I. inmitten ihrer Tanzkolleginnen von den "Kallbachmücken", die auf der Bühne eine Choreografie zeigten.

Mit Prinzessin Emily I. in ihren Reihen tanzten die „Kallbachmücken“ beim Heimspiel in der neuen Bürgerhalle.

Bürgermeister Emmanuel Kunz tanzt inmitten der anderen Männer der "Golbacher Schwalben".

Ein Bürgermeister im Männerballett: Schon seit vielen Jahren tanzt Emmanuel Kunz (M.) bei den „Golbacher Schwalben“.

Seit ihrem dritten Lebensjahr tanzt die frischgebackene Prinzessin bei den Brödern und hat als Trainerin vor drei Jahren die „Kallbachmücken“ übernommen. „Da fehlte nur noch eins: Prinzessin sein“, sagte sie. Die von ihr trainierten Tänzerinnen zeigten ihr Können auch gleich dem Publikum und der Trainerin mit ihrem Sessionstanz. Was dann aber kam, war eine Überraschung: Wohl selten ist eine Prinzessin gesehen worden, die frisch nach ihrer Proklamation im gestreckten Galopp von der Bühne und durch den Saal rennt und in den hinteren Gemächern verschwindet.

Nur wenig später hatte sie das Prinzessinnenkleid abgelegt und kam im Tanzdress auf die Bühne, um mit ihren „Kallbachmücken“ gemeinsam den Zugabentanz zu performen. Gemeinsam mit ihren Tänzerinnen marschierte sie von der Bühne, um kurz danach wieder in vollem Tollitätenornat auf der Bühne zu stehen.

Bürgermeister tanzt im Männerballett

Ein Alleinstellungsmerkmal im Karneval in der Region dürften die „Golbacher Schwalben“ darstellen. Denn als wohl einziger Bürgermeister im Kreis tanzt das Kaller Gemeindeoberhaupt Emmanuel Kunz als Mitglied des Männerballetts auf der Karnevalsbühne.

Vorher war er als Amtsinhaber gefragt, als er der Prinzessin Emily I. den Stadtschlüssel übergab. Noch nicht einmal 100 Tage im Amt sei er, und nun müsse er bereits zum zweiten Mal innerhalb von einer Woche seine Macht abgeben, scherzte er.

Die Band „Raderdoll“ brachte ihr Programm aus kölscher Karnevalsmusik. Die Musiker staunten nicht schlecht, als die Kinderprinzessin Emma I. den Song „Pass op, Prinzessin“ als Aufforderung ansah, auf die Bühne zu kommen und mitzutanzen.

Als Redner waren Anne Bodewein als „Et Röschen“ und Stephan Rodefeld als „Luigi“ auf der Bühne. Aus der Eifel kam die Showtanzgruppe „Sugargirls“ auf die Bühne und begeisterte das Publikum. Aber auch die vereinseigenen Tänzer kamen zum Einsatz wie das Synchrontanzpaar, das Herrenballett „Federwölkchen“ und das Tanzmariechen Johanna Pütz. Den Abschluss des Programms bildeten die „Show Fanfares Ripsdorf und die Musikgruppe „Kaschämm“.