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Kreis Euskirchen gibt HitzetippsAn den heißen Tagen sollte man achtsam sein

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Ein Mann, vermutlich ein Sportler, schüttet sich einen Becher Wasser ins Gesicht.

Es wird heiß in den kommenden Tagen. Eine Abkühlung ist dann sehr willkommen. Viel trinken ist ein wichtiger Rat, zudem soll Sport in die Morgen- oder Abendstunden gelegt werden. 

Das Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen gibt Tipps für den Umgang mit hohen Temperaturen. Ein Aufkleber warnt vor Hitze.

Endlich wird es Sommer. Schwimmbäder locken und die Wintermäntel, die vor kurzem noch eine kurze Renaissance erlebten, können nun wirklich zurück in die Schränke. Doch kaum schnellt das Thermometer in die Höhe, folgen die Warnungen vor übermäßiger Hitze auf dem Fuße. So auch dieses Mal, wo nach derzeitigen Vorhersagen bis zum kommenden Dienstag im Kreis Euskirchen die 30-Grad-Marke wohl locker geknackt wird. Während es für die meisten dann einfach nur wahlweise schön warm oder heiß ist, drohen für immer mehr Menschen angesichts der immer weiter steigenden Spitzentemperaturen auch gesundheitliche Folgen.

Bei einer Infoveranstaltung im Literaturhaus in Nettersheim waren jüngst Katja Ziemann und Cornelia Köcher vom Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen vor Ort, um über das richtige Verhalten bei Hitze zu beraten. „Der Klimawandel ist das stete Ansteigen der Temperaturen, das Wetter reagiert natürlich darauf“, sagte Ziemann. So gebe es auch im Kreis Euskirchen immer öfter heiße Tage.

Kreis Euskirchen hat praktischen Warn-Aufkleber gestaltet

In den Industriegebieten in der Voreifel seien die Temperaturen in den vergangenen Jahren immer häufiger bis an die 40-Grad-Marke gestiegen. Aber auch in den bewaldeten, höher gelegenen und deutlich dünner besiedelten Gebieten im Südkreis seien die Temperaturen nachweislich gestiegen. Das belegte sie mit einer Animation des Büros Urban Green Eye, das die Temperaturentwicklung bestimmter Regionen in den letzten 50 Jahren analysiert hat. So war es ja auch in diesem Jahr, als im Mai schon sommerliche Temperaturen gemessen wurden.

Heutzutage gibt es eigentlich keine Monate mehr, in denen keine Pollen fliegen.
Katja Ziemann

Höhere Durchschnittstemperaturen im Sommer und insgesamt mehr heiße Tage mit einer Spitzentemperatur von über 30 Grad – die Entwicklung sei wohl jedem aufgefallen, so Ziemann. Auch gebe es mehr Trockentage. „Wenn die Hitze kommt, dann kommt auch die Trockenheit“, sagte sie – und das bringe vor allem für die Natur manche Probleme mit sich.

Auf einem Aufkleber, der als Hitze-Warner dienst, erscheint die Aufschrift „Achtung Hitze“.

Eine Hitzewarnung kann dieser Aufkleber des Kreis-Gesundheitsamtes liefern: Bei 28 Grad wird der Hinweis erst sichtbar.

Eine Frau sitzt am Tisch, eine andere steht redend daneben.

Verhaltenstipps bei Hitze geben Katja Ziemann (l.) und Cornelia Köcher vom Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen.

Besonders Menschen höheren Alters, aber auch Schwangere, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen seien anfällig für Beschwerden durch Hitze. Ziemann erklärte, dass der Körper auf die thermische Belastung reagieren müsse, was eine Änderung des Stoffwechsels zur Folge habe. Auch gebe es mehr Belastung für Allergiker, da mehr Pollen unterwegs seien. „Heutzutage gibt es eigentlich keine Monate mehr, in denen keine Pollen fliegen“, stellte sie fest. Einen Pollen-Warner gibt’s zwar nicht, aber einen für die Hitze. Wer kein Thermometer im Haus oder Büro hat, kann sich einen praktischen Aufkleber anbringen, bei dem ein Warnhinweis ab 28 Grad sichtbar wird. Erhältlich sind die Aufkleber im Kreis-Gesundheitsamt und über Katja Ziemann unter Tel. 02251/151573 oder per E-Mail.

Hitzewellen bereiten besonders älteren Menschen Probleme

Eine Hitzewelle werde definiert als Folge von drei Tagen oder mehr, an denen die mittlere Tagestemperatur höher als 28 Grad sei. Dazu gesellen sich Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. Das bringe häufig für ältere Menschen Probleme mit sich, da die aufgrund altersbedingter Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems zuweilen nicht leicht schwitzen.

Massiv warnte Ziemann vor der Veränderung der Wirksamkeit von Medikamenten bei Hitze. Das hänge mit der Wirkweise verschiedener Medikamente zusammen. Wenn die Leber bedingt durch die Hitze schneller arbeite, könne sich die Wirkung der Präparate verändern. Das sei besonders wichtig bei chronischen Schmerzpatienten, die Opioide nehmen. So werde zum Beispiel bei Fentanylpflastern der Wirkstoff über die Haut aufgenommen. Wenn diese aber das Opioid durch die Hitze schneller resorbieren, kann es zu einer lebensbedrohlichen Überdosierung kommen. „Das ist auch wichtig, wenn Sie ins Ausland fahren, wo es deutlich heißer ist“, so Ziemann. Eine Beratung dazu leiste jede Apotheke, aber auch der behandelnde Arzt. „Fangen Sie aber nicht an, Ihre Medikamente selbst umzudosieren“, warnte sie.


So verhält man sich in den heißen Tagen richtig

Das Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen gibt den Bewohnern einige Verhaltenstipps mit auf den Weg in die heißen Tage.

„Vor allem viel trinken“, rät Katja Ziemann. Eine Faustregel sei ein Glas Wasser pro Stunde. Bevorzugt werden sollen dabei Wasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen, vermieden dagegen alkohol- oder zuckerhaltige Getränke.

Sonnenschutz auf unbedeckte Körperteile auftragen ist wichtig, um die Haut vor der UV-Strahlung zu schützen. Das Sonnenschutzmittel sollte mindestens Lichtschutzfaktor 30 besitzen.

Nicht mittags, sondern kurz vor Sonnenuntergang ist die größte Hitze

Es sollten schattige Plätze aufgesucht werden. Wichtig sei dabei, dass die Hitze nicht am Mittag, sondern kurz vor Sonnenuntergang am größten sei.

Um das Haus zu kühlen, kann man sich an den Bewohnern der Mittelmeerländer orientieren: Fensterläden und Fenster tagsüber zu, dafür nachts lüften.

Regelmäßige Abkühlung ist wichtig, dazu luftige, helle Kleidung. Auch Fußbäder könnten lindern, so das Amt. Körperliche Belastungen sollten ab 28 Grad vermieden und sportliche Aktivitäten in die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Abkühlung versprechen auch Parks und Wälder. Vorsicht wegen Ozon, das durch die Sonneneinstrahlung gebildet wird.

Bei Verwendung von Opiatpflastern besteht Lebensgefahr

Medikamente von chronisch Kranken sind im Blick zu behalten. Da die Aufnahme der Wirkstoffe durch die Hitze verstärkt oder vermindert werden kann, ist eine Information in der Apotheke oder beim behandelnden Arzt wichtig. Bei opiathaltigen Pflastern besteht Lebensgefahr durch eine mögliche Überdosierung. Medikamente sollten nicht über 25 Grad aufbewahrt und vor Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Tiere oder Kinder nicht in Autos zurücklassen – eigentlich eine Selbstverständlichkeit, und doch ist es immer wieder mal zu beobachten. Hier können auch bei geöffneten Fenstern schnell lebensgefährlich hohe Temperaturen entstehen.

Schon mehr als 28 Grad können zu einem Hitzschlag führen

Um ältere Menschen, Kinder und Personen mit gesundheitlichen Problemen soll sich besonders gekümmert werden. Je nach Konstitution kann es schon bei Temperaturen um 28 Grad zu einem Hitzschlag oder Sonnenstich kommen. Dann werden Gehirn und Kreislauf überhitzt und überlastet. Warnsignale sind leichter Schwindel oder ein schummriges Gefühl. Wenn Übelkeit, Schwindel und unzusammenhängendes Sprechen auftreten, ist eine sofortige Notbehandlung nötig.

Die Stadt Euskirchen bietet auf ihrer Internetseite eine Karte mit kühlen Orten und kostenlosem Trinkwasser an. Mit allen Kommunen im Kreis werde derzeit ein Hitzeaktionsplan erarbeitet, berichtet Ziemann. Doch auch ohne diesen: Eine Kirche oder ein Park mit einem Bach seien auf jeden Fall immer kühle Orte.