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Tarife sollen steigenTaxifahren könnte im Kreis Euskirchen deutlich teurer werden

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Das Bild zeigt ein Taxi-Schild auf einem Auto.

Bei einer Taxifahrt soll der Kilometerpreis tagsüber auf drei Euro steigen.

Der Euskirchener Kreistag wird die Tariferhöhung diskutieren. Die angedachte Steigerung liegt unter der Forderung der Fachvereinigung.

Im Kreis Euskirchen müssen sich Fahrgäste voraussichtlich auf steigende Taxipreise einstellen. Der Kreistag soll über eine Änderung des geltenden Taxentarifs entscheiden, der zuletzt Ende 2022 angepasst worden war. Hintergrund sind vor allem steigende Personal-, Energie- und Betriebskosten. Eine entsprechende Vorlage soll im Fachausschuss am Mittwoch, 27. Mai, im Kreishaus diskutiert werden.

Die Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein Taxi-Mietwagen hatte nach Angaben der Kreisverwaltung bereits im September 2025 eine deutliche Tariferhöhung beantragt. Begründet wird dies der Fachvereinigung zufolge insbesondere mit der geplanten Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro ab Januar 2026 sowie auf 14,60 Euro ab 2027. Auch die Inflation und gestiegene Dieselpreise setzten die Unternehmen zunehmend unter Druck.

Kreisverwaltung Euskirchen hält Erhöhung für sinnvoll

Nach dem Antrag der Fachvereinigung sollte die Grundgebühr von derzeit 4,50 Euro auf 5,30 Euro steigen. Der Kilometerpreis tagsüber sollte von 2,70 Euro auf 3,20 Euro angehoben werden, nachts sowie an Sonn- und Feiertagen sogar auf 3,40 Euro. Zudem wurde ein Zuschlag von 9,50 Euro für die Beförderung von Rollstuhlfahrern gefordert.

Die Kreisverwaltung hält eine Erhöhung grundsätzlich ebenfalls für notwendig, schlägt jedoch eine moderatere Anpassung vor – so geht es aus der Ausschussvorlage hervor. Demnach soll die Grundgebühr künftig 5 Euro betragen. Der Kilometerpreis tagsüber würde auf 3 Euro steigen, nachts und an Feiertagen auf 3,20 Euro. Für Großraumtaxis wäre ein Zuschlag von 9 Euro vorgesehen.

48 Euro sollen künftig pro Stunde Wartezeit abgerechnet werden

Neu eingeführt werden soll ein Zuschlag von 9 Euro für die sitzende Beförderung von Rollstuhlfahrern. Die Wartezeit würde von bisher 43,50 Euro auf 48 Euro pro Stunde steigen.

Nach Angaben der Verwaltung liegt die vorgeschlagene Erhöhung im Durchschnitt bei rund elf Prozent und damit deutlich unter den Forderungen der Fachvereinigung, die eine Anhebung um durchschnittlich 18 Prozent beantragt hatte.

Besonders die Wiedereinführung des Rollstuhlzuschlags wird von der Verwaltung als wichtig angesehen. Die Beförderung von Fahrgästen im Rollstuhl sei mit deutlich höherem Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Zudem koste der Umbau entsprechender Fahrzeuge bis zu 15.000 Euro. Ohne Zuschlag drohe eine Verlagerung solcher Fahrten in den Mietwagenbereich, für den keine Beförderungspflicht besteht.

Zahl der Taxi-Unternehmen im Kreis Euskirchen ist von 36 auf 27 gesunken

Die wirtschaftliche Lage der Branche gilt laut Fachvereinigung trotz sinkender Unternehmerzahlen bislang als stabil. Während die Zahl der Taxiunternehmen im Kreis Euskirchen seit 2022 von 36 auf 27 zurückging, blieb die Zahl der Fahrzeuge nahezu konstant. Laut Kreisverwaltung seien Betriebsschließungen bislang vor allem auf Krankheit oder Todesfälle zurückzuführen – nicht auf mangelnde Rentabilität.

Auch ein Vergleich mit Nachbarkreisen zeigt, dass die Taxitarife im Kreis Euskirchen bislang unter dem regionalen Durchschnitt liegen. Gleichzeitig warnte die Industrie- und Handelskammer Aachen vor möglichen Folgen zu starker Preissteigerungen. Höhere Fahrpreise könnten dazu führen, dass Fahrgäste seltener ein Taxi nutzen.

Die endgültige Entscheidung über die neue Taxentarifordnung trifft nun der Kreistag am 1. Juni. Sollte die Änderung beschlossen werden, dürften Taxifahrten im Kreis Euskirchen schon bald spürbar teurer werden.