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Unikate aus HolzGuido Althausen fertigt auf Burg Antweiler Schneidbretter, die zu schön zum Schneiden sind

3 min

Guido Althausen hat seine Werkstatt auf dem Gelände der Burg Antweiler eingerichtet.

Nach einem Burnout hat sich der frühere IT-Mitarbeiter ein neues Leben aufgebaut: Unikate aus edlen Hölzern – und bald gibt es einen Showroom.

Erst war es nur ein Hobby. Um einen Ausgleich zu haben zum stressigen Job in der IT-Branche und der Arbeit am Schreibtisch, hat Guido Althausen angefangen, mit Holz zu arbeiten. Vor drei Jahren zwang ein Burnout den heute 55-Jährigen, sein Leben neu zu justieren. Da war das Handwerk ein Rettungsanker. Mittlerweile ist es Broterwerb und Leidenschaft.

In seiner Werkstatt auf dem Gelände der Burg in Antweiler fertigt Althausen Schneidbretter. Allerdings solche, die eigentlich zu schade sind, um darauf mit einem Messer zu hantieren. Er kennt diesen Einwand, das sei die Reaktion der meisten Menschen. Aber er sagt: „Ich möchte keine Deko bauen.“ Deshalb ist er auch nicht bei den Kerzenhaltern geblieben, die er anfangs aus alten Fachwerkbalken hergestellt hat.

Aus der Garage, in der alles anfing, ist er in eine ehemals offene Scheune gezogen, die er selbst mit Wänden versehen und ausgebaut hat – mit altem Eichenparkett. Einmal hat er die Werkstatt schon erweitert, das nächste Projekt ist ein angebauter Showroom. Um den passenden Rahmen zu bieten für die hochwertigen Einzelstücke, die er entwirft und mit hoher Präzision anfertigt.

Vom Feinmechaniker zum Holzhandwerker

Dabei ist er ursprünglich zwar Handwerker, aber kein Schreiner, sondern Feinmechaniker und Kfz-Mechatroniker. Eine Zeit lang habe er sein Geld damit verdient, Heißluftballons zu warten, erzählt er. 1996 sei er nach Westafrika gezogen, habe Touristen auf Expeditionsreisen durch die Westsahara geführt. Nächste Station: ein Job in einem privaten Tierpark, inklusive Wildtierfang in einem Nationalpark für ein Schutzprojekt. Zurück in der Heimat folgte der Quereinstieg in die IT-Branche – samt dem unsanften Ausstieg wegen des Burnouts.

Die Halle duftet nach Holz. „Das nehme ich gar nicht wahr“, sagt Guido Althausen. Als Erstes fällt eine große, grün lackierte Maschine ins Auge, ein „Abrichte-Dickenhobel“, wie der Fachmann erklärt. Das Gerät sei diverse Jahrzehnte alt, aber unverwüstlich. Es verpasst den Holzstücken erst einmal rechte Winkel und gerade Kanten, bevor sie auf die richtige Stärke gehobelt werden.

Einige Tage zieht das Öl ein.

Althausen beschreibt den aufwendigen Fertigungsprozess. Da geht es um Zehntelmillimeter, aber auch um Zeit. Auf einem Gestell stehen Bretter, die fast fertig sind, zusammengefügt in komplizierten Mustern. Die Einzelstücke sind schon einmal geölt und geschliffen, jetzt muss die nächste Schicht Öl erst einmal einziehen, so drei bis vier Tage lang. Dann wird wieder geschliffen, anschließend gewachst.

Am Ende hat das Holz eine seidig-glatte Oberfläche. Die Poren sind noch zu sehen, aber nicht mehr zu ertasten. Und darauf soll man wirklich schneiden? „Der erste Schnitt tut ein bisschen weh“, gibt Guido Althausen zu. Aber die Bretter seien gerade durch die spezielle Behandlung extrem widerstandsfähig. Und abschleifen könne man sie auch. Er denkt ein bisschen nach: „In den drei Jahren ist aber noch keine Kunde gekommen, um sein Brett überarbeiten zu lassen.“

Mit Sorgfalt wählt er die Hölzer aus – dunkles Mahagoni, amerikanischer Nussbaum, Eiche, Buche und sogar Amaranth, dessen Holz einen natürlichen Lila-Ton hat. Auch die speziellen Füßchen, auf denen die Bretter rutschsicher stehen, hat er selbst entwickelt. Jedes der Einzelstücke ist signiert, die dicken mit einem Siegel, die dünneren mit einem Stempel. Denn hinter jedem steht die Überzeugung, etwas Schönes zu schaffen mit Nutzwert. (uj)

www.althausen.art