Der Neubau, auf den die Lessenicher lange gewartet haben, kostet 400.000 Euro. Die Vorgeschichte verlief nicht reibungslos.
Erster SpatenstichLessenich freut sich auf das neue Dorfgemeinschaftshaus

Den symbolischen ersten Spatenstich erledigten Klaus Weber (TuS Veytal, v.l.), Ortsbürgermeister Michael Wolfgarten, Franz Geusen (Musikverein), Guido Hoffmann (Kühlbachjecke), Bürgermeister Michael Fingel und Maurice Diefenthal (Junggesellen- und Männerverein).
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Für 400.000 Euro erhält Lessenich ein neues Dorfgemeinschaftshaus am Ortsrand. Für die Vereine und die Bürgerschaft entsteht endlich eine Alternative für den stark sanierungsbedürftigen, kleinen Gemeinschaftsraum in der alten Schule.
Beim symbolischen ersten Spatenstich fand Bürgermeister Michael Fingel klare und lobende Worte: Er sei zuletzt beim Karneval im Festzelt am Platz des künftigen Dorfgemeinschaftshauses gewesen. Sein Eindruck damals: „Der Zusammenhalt in Lessenich ist stark. Es gibt kaum einen Ort, wo ein neues Dorfgemeinschaftshaus sinnvoller wäre als hier in Lessenich.“
Der einzige verbliebene Raum für Dorffeste hatte etliche Mängel
Die lobenden Worte hörten Ortsbürgermeister Michael Wolfgarten und die Vertreter der drei Ortsvereine wohl – und waren froh, dass ihnen nach rund fünf Jahren zäher Bemühungen Taten folgen. Denn es gibt ja eine Vorgeschichte zum Bauvorhaben. Ein 64 Quadratmeter großer Raum und die dazugehörenden WC-Räume in der von 1950 stammenden Dorfschule mitten in Lessenich sind derzeit der einzige Ort für geselliges Beisammensein. Denn die letzte von einmal drei Gaststätten ist schon länger geschlossen.
Da, wo sich der Musikverein Lessenich, die Karnevalisten der Kühlbachjecke sowie der Junggesellen- und Männerverein treffen können, um zu proben oder zu tagen, seien die Sanitäranlagen abgenutzt, teilweise defekt und lassen sich nicht mehr richtig säubern, so Wolfgarten. Damit nicht genug: Die Küchenzeile zerfalle regelrecht, die Küchengeräte funktionierten nicht mehr. Schließlich: Für Feiern ist die Lage des Gemeinschaftsraums im alten Schulhaus, in dem auch der Waldorfkindergarten untergebracht ist, ohnehin ungeeignet. Auch, weil die Nachbarn schlicht ihre Ruhe haben wollen.
Die Planungen für den Neubau in Lessenich laufen seit 2020
Zur Feierstunde waren Lessenicher vom Kind bis zur Ü-90-Jährigen gekommen, was klar für das Gemeinschafts- und Vereinsleben spricht. Und das war durch die herrschenden Zustände ernsthaft bedroht, da man längst nicht immer ein teures Festzelt mieten kann.
2020 kamen die Überlegungen für einen Neubau auf dem städtischen Grundstück am Sportplatz in Gang. Als mit Marco Kaudel ein Lessenicher in den Stadtrat von Mechernich gewählt wurde, wurde er zugleich auch Ortsbürgermeister. Unterstützt durch die damaligen Vorsitzenden der Dachorganisation der drei Ortsvereine, Thomas Nolden und Bert Schäfer, wurde Kaudel bei Stadtrat und Verwaltung aktiv.
Wäre es dann nicht weitergegangen, hätte das wohl den Ruin für unseren Karnevalsverein bedeutet.
Der Erfolg zeigte sich 2022. Da gab es aus einem Programm des NRW-Heimatministeriums einen Förderbescheid über 250.000 Euro, zudem wurden aus dem Haushalt der Stadt 150.000 Euro zugesagt. Die Lessenicher sagten ihrerseits die obligatorischen Hand- und Spanndienste in Höhe von 20 Prozent der Bausumme zu. Die drei Ortsvereine verpflichteten sich, jeweils 3000 Euro als Anschubfinanzierung für die Inneneinrichtung des neuen Dorfgemeinschaftshauses zu tragen.
Der Baubeginn schien noch eine Frage von Wochen. Am Bauplatz neben dem Sportplatz war zudem klar, wie man bauen wollte. „Wir werden den Neubau über eine Verbindungstür an das derzeit vom TuS Veytal genutzte Gebäude mit den Umkleide- und Mannschaftsräumen daneben anschließen“, so Wolfgarten.
Bei Bedarf wird die Fläche mit einem Zelt vergrößert
Da aber mit maximal 182 Plätzen – mehr war aus Kostengründen nicht planbar – die Kapazitäten etwa bei Karnevalssitzungen schnell zu klein sein würden, beschlossen die Lessenicher Vereine, für 22.500 Euro ein Zelt zu kaufen, das bei Bedarf an den Neubau angeflanscht werden soll. So kann man noch einmal 100 Plätze mehr schaffen. Wird das Zelt nicht gebraucht, wird es in einem neuen Anbau trocken gelagert.
Anfang 2024 schien so alles geklärt, dennoch verzögerte sich der Baubeginn weiter. Die Bodenplatte für das Zelt musste wenigstens bis Herbst 2025 fertig sein, die Kühlbachjecke mussten die Künstlerverträge für die Veranstaltungen der Session 2025/26 schließen.
Es wurde September 2025, es wurde Anfang Oktober – nichts geschah. Als er davon berichtet, ist Michael Wolfgarten die Anspannung wieder anzumerken: „Wäre es dann nicht weitergegangen, hätte das wohl den Ruin für unseren Karnevalsverein bedeutet.“
Mit dem neuen Bürgermeister Michael Fingel, der seit November im Amt ist, konnte das abgewendet werden. Nun ist die Bodenplatte verlegt. Und so schritten er, Wolfgarten, und die Vorsitzenden der Vereine zum symbolischen ersten Spatenstich. Der Neubau, auf den die Lessenicher so lange gewartet haben, werde ein Ort der Begegnung und des Miteinanders sein, so Wolfgarten: „Ein Raum für Zukunft, der uns alle stärkt.“
