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TiergottesdienstZehn Vierbeiner waren bei einer besonderen Segnung in Mechernich dabei

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Ein Kind und ein Hund stehen neben einem knieenden Geistlichen.

Einen persönlichen Segen empfingen Isabella und ihr Hund Emmi.

Im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Mechernich wurden am Samstagabend zehn Hunde gesegnet. Pfarrer Thorsten Schmitt hat selbst zwei Tierschutzhunde.

Ungewöhnliche Teilnehmer bestimmten das Bild bei dem Gottesdienst, der am Samstagabend am Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Mechernich stattfand. Vier Pfoten und feuchte Nasen bei einem Gutteil der Besucher machten deutlich, worum es an diesem Tag ging. Denn hier fand der erste Tiergottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde Roggendorf statt. Rund 25 Menschen mit zehn Hunden waren bei dem Gottesdienst mit dabei. Da die aus Belgien über die Eifel ziehenden Gewitterfronten eine Pause eingelegt hatten, konnte der Gottesdienst im Freien veranstaltet werden.

Ein Mann und eine Frau sitzen im Garten auf dem Boden neben zwei Hunden.

Pfarrer Thorsten Schmitt und seine Frau Suse mit ihren beiden Hunden.

Die Idee hatte Pfarrer Thorsten Schmitt aus der Kirchengemeinde in Niederaußem mitgebracht, in der er bis 2024 tätig war, bevor er die Pfarrstelle von Christoph Cäsar in Blankenheim übernahm, als der in Ruhestand ging. Mehrere Male habe er dort zu solchen Gottesdiensten eingeladen.

Gottesdienst ist keineswegs nur für Hunde gedacht

Schmitt und seine Frau Suse haben selbst zwei Tierschutzhunde, „Mica“ aus Rumänien und „Chewbacca“ aus Sardinien, und von daher einen direkten Bezug zu Haustieren. Die Liebe zu den Vierbeinern beschreibt er frei nach Loriot: „Das Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos.“ Auf den Hund gekommen sei er im Jahr 2006, als er eine Pflegestelle besucht habe, wo „Milan“, ein Tierschutzhund aus Sardinien, gepflegt wurde.

„Beide rechten Beine waren durch einen Verkehrsunfall gebrochen und in Deutschland behandelt worden“, beschreibt er dessen Zustand. Trotzdem habe sich der Rüde auf seine gesunden Beine und die Gehhilfen hochgearbeitet, als er ihn gesehen habe, sei zu ihm gekommen und habe sich vor ihm auf den Boden geworfen, um sich den Bauch kraulen zu lassen.

Das Leben mit einem Haustier hat eine besondere Qualität

„Das Leben mit einem Haustier hat eine besondere Qualität“, sagte Schmitt. Deshalb sei der Gottesdienst keineswegs nur für Hunde gedacht. „In Niederaußen kam einmal auch ein Pferd, und auch ein Goldfisch war mal dabei“, berichtete Schmitt. Wenn die Menschen ihre Geschichte erzählen würden, seien das immer wieder ganz berührende Geschichten.

Wie bei Marc R. Ebke aus Dahlem. Er kam mit seinem zweijährigen Mischlingsrüden „Heinrich“ ans Mikrofon, um über sein Verhältnis zu dem Hund zu berichten. „Er ist meine Stütze und Seele, er ist mein Seelenverwandter“, berichtete er. „Heinrich“ komme aus dem Tierheim Bukov im rumänischen Ploiesti, in dem mehr als 4000 Hunde ihr Leben fristen. Der Hund habe für ihn eine enorme Bedeutung, da er an einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer Angststörung leide, sagte Ebke. Der Tierschutzhund werde zurzeit als Therapiehund ausgebildet.

Verbundenheit zwischen Menschen und Tier

Auch Susanne Schmitt berichtete von ihren Erfahrungen. „Es ist eine bedingungslose Zuneigung“, beschrieb sie es. Sie habe gemerkt, ohne Hund gehe es nicht. Die Trauer um ein Tier, das gestorben sei, könne immens sein, wie sie gelernt habe, als ihr Pferd gestorben sei.

Die Verbundenheit zwischen Menschen und Tier sei die eine Seite, doch es gebe auch riesiges Leid, das zum Beispiel Hunde durchmachen müssten, die teilweise unter entsetzlichen Bedingungen leben müssten, so Pfarrer Schmitt. Doch in dem Gottesdienst solle es nicht um die Schattenseiten gehen, sondern man widme sich dem, was die Bibel über das Verhältnis zu Tieren sage.

Zwei Hunde spielen miteinander.

Neue Bekanntschaften wurden bei dem Gottesdienst geknüpft.

So hatte er den Psalm 36 herausgesucht, in dem die Bibel Gott mit einem Tier vergleiche. „Die Bibel ist, auch wenn sie von Menschen geschrieben worden ist, nicht anthropozentrisch, sondern biozentrisch“, betonte er. Sie sei also nicht auf den Menschen fokussiert, sondern beziehe sich auf die gesamte Schöpfung und das Leben in seinen vielen Formen. Der Mensch sei ein Teil dieser Schöpfung.

So sprach Schmitt mit den Gläubigen ein von dem Waliser „Animals Padre“ James Thompson aus speziellen Bibelstellen zusammengestelltes Glaubensbekenntnis, in dem das besondere Verhältnis von Gott in den Mittelpunkt gestellt wird. „Wir Menschen, als Gottes Ebenbilder, sind für Tiere verantwortlich und sollen sie in Ehrfurcht und mit Barmherzigkeit behandeln“, heißt es da unter anderem.

Mit viel Musik, die von Stephan Bertram beigesteuert wurde, wurde der Gottesdienst untermalt. Dankbar angenommen wurde von den Gläubigen Schmitts Angebot, einen persönlichen Segen für jeden Halter und sein Tier zu sprechen.