Herbstregatta der Modell-Sport-Gruppe Schleiden schlägt Wellen im Gemünder Rosenbad. Die Modellbauer feierten außerdem Vereins-Geburtstag.
Schwimmbad-RegattaSchleidener Modell-Kapitäne umschifften kleine Bojen mit viel Gefühl

Stefan Irmen ist der Vorsitzende der Modell-Sport-Gruppe Schleiden, die mit der Regatta im Gemünder Rosenbad auch ihr 50-jähriges Bestehen feierte.
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Wenn die Badesaison ihrem Ende entgegengeht, die Temperaturen sich allmählich aus dem Hitzebereich zurückziehen und die Wolken den nahenden Herbst ankündigen, stellt sich das Rosenbad langsam auf den Winterbetrieb um. Doch bevor das Wasser abgelassen wird, dient das Schwimmerbecken noch einmal als Austragungsort der Herbstregatta der Modell-Sport-Gruppe Schleiden. Modellbootfreunde aus sechs nordrhein-westfälischen Vereinen waren nach Gemünd gekommen, um sich in der geschickten Handhabung ihrer Wassergefährte zu messen.
Leicht machten es die Organisatoren den Startern bei dem Geschicklichkeitswettbewerb nicht. Kleine rot-weiße Bojen galt es zu umschiffen – vorwärts, rückwärts, links und rechts. Und das alles von der Schmalseite des Beckens aus, sodass verschiedene Hindernisse aus der Entfernung kaum einzuschätzen waren.
„Wenn man am Ende des Beckens steht, dann siehst du die Bojen in einer Linie“, sagte Wolf-Rüdiger Berres, der als einer der Richter die korrekte Bewältigung des Parcours überwachte. Es gebe auch Wettbewerbe, die auf Zeit gefahren werden. Doch hier gehe es bewusst anders zu. „Bei einem Geschicklichkeitsparcours sollen die Starter nicht unter Stress sein. Der Parcours ist Stress genug“, so Berres.
Schleidener Modellbau-Verein wurde vor 50 Jahren gegründet
25 Teilnehmer waren bei der Veranstaltung angetreten und absolvierten in verschiedenen Klassen insgesamt 42 Starts. Doch nicht nur der Wettbewerb war für die Vereinsmitglieder Anlass, sich zu treffen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das 50-jährige Bestehen der Modell-Sport-Gruppe gefeiert. Und Berres hatte eine klare Vorstellung davon, was ein passendes Geschenk zum runden Geburtstag wäre: „Es wäre schön, wenn wir nach mehr als fünf Jahren wieder in unsere Räume zurückziehen könnten.“

Zwischen den Schwimmbojen mussten die Modellschiffkapitäne im Rosenbad ihren Weg suchen.
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Einen komplizierten Parcours hatten sich die Wertungsrichter der Schleidener Gruppe einfallen lassen.
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Die Kellerräume im Untergeschoss des Schulzentrums am Mühlenberg, in denen der Verein sein Domizil und seine Werkstätten hatte, waren bei der Flut zerstört und unbrauchbar geworden. Übergangsweise bezogen die Schleidener Modellbauer eine Wohnung über dem Olefer Kindergarten. Dort allerdings sind die räumlichen Möglichkeiten begrenzt.
Wir arbeiten jetzt mit 3-D-Druck und Laser, Laubsägearbeiten sind nicht mehr.
Gleichzeitig drängt bei der Inanspruchnahme der Fluthilfe zunehmend die Zeit. Bei der Katastrophe waren nach Angaben des Vereins auch 99 Prozent der Maschinen zerstört worden. Gegründet wurde der Verein auf Initiative von Walter Lohmeyer, der am Markt in Schleiden das „Geschenkehaus Linden“ mit Spielwaren, Modellbau und Modelleisenbahnen betrieb. Dort habe es auch eine eigene Abteilung für Modellbau gegeben.
Modelle werden heute mit Lasertechnik und 3-D-Druck gebaut
„Der hatte gemeinsam mit Hans Groß die Idee, diesen Verein zu gründen“, erinnerte sich Friedhelm Weymann, der als Gründungsmitglied von Anfang an dabei war. Etwa sechs Erwachsene und zehn Jugendliche hätten damals mitgemacht. Die ersten Vereinsräume befanden sich im Erdgeschoss des Alten Rathauses in Schleiden. Später zog der Verein ins Obergeschoss der Realschule, wo er mehrere Jahre sein Domizil hatte. „Wir haben zuerst Flugzeug- und Automodelle gebaut“, erinnerte sich Weymann.
Auch wenn die Vereinsmitglieder im Durchschnitt älter werden, blickt der Vorsitzende Stefan Irmen zuversichtlich nach vorn. „Wir haben die Hoffnung, dass wir mehr mit der Jugend machen können, wenn wir die neuen Clubräume haben“, sagte er. Schließlich könne der Verein heute ganz andere technische Möglichkeiten anbieten als früher. „Wir arbeiten jetzt mit 3-D-Druck und Laser, Laubsägearbeiten sind nicht mehr“, sagte Irmen. Konstruktionen könnten am Computer entworfen und anschließend mit dem Laser ausgeschnitten oder mit dem 3-D-Drucker hergestellt werden.
Ausgedient hat die Handarbeit aber offenbar noch nicht. „Wenn einer das will, kann der aber gerne mit der Laubsäge arbeiten“, scherzte Berres.
