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Nach drei UmzügenGemünder Kinder beziehen ihre neue Kita im ehemaligen Kino

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Blick in die kleine Turnhalle mit einer großen blauen Matte, Klettergerüst und Bällen.

In der kleinen Turnhalle können an Deckenträgern unterschiedliche Bewegungs- und Turngeräte eingehängt werden.

Fünf Jahre nach der Flut wurde im ehemaligen Kino Gemünd eine neue Kita eröffnet. An der Außenfassade und der Außenanlage wird noch gearbeitet.

„Das ist das erste Mal, dass ich einen Kindergarten eröffne“, freute sich der Schleidener Bürgermeister Ingo Pfennings. Mit einer Verspätung von rund einem Dreivierteljahr hat die neue viergruppige Tagesstätte im ehemaligen Kino in Gemünd Mitte August ihren Betrieb aufgenommen. Dort sind die Kinder der jeweils zweigruppigen Einrichtungen Malsbenden und Kreuzberg eingezogen, deren Einrichtungen bei der Flut zerstört und nicht wiederaufgebaut worden waren. Rund 4,6 Millionen Euro haben der Umbau des ehemaligen Kinos und der Anbau gekostet.

Betrieben wurden die beiden zerstörten Tagesstätten vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). „Ich bin erleichtert, dass nun ein fünf Jahre andauerndes Provisorium ein Ende gefunden hat und die Gemünder Kinder endlich wieder ein Gebäude in ihrem Heimatort besuchen können“, sagte Rolf Klöcker, Kreisgeschäftsführer des DRK. Nach der Flut seien die Kinder der beiden Einrichtungen vorübergehend in DRK-Gebäuden in Vogelsang und Dreiborn betreut worden.

Barrierefreie Tagesstätte mit vier Gruppen auf zwei Etagen

„Im März 2022 konnten dann die in Olef errichteten Container bezogen werden. Eine Kita ist aber mehr als ein Gebäude aus Wänden, Fenstern und Türen“, betonte Klöcker. Es sei ein Ort der Begegnung, der Geborgenheit und des Vertrauens. Deshalb sei es für die Kinder wichtig, wieder eine Kita in ihrem direkten sozialen Umfeld zu haben. Klöcker dankte den Kindern, Eltern und Mitarbeitenden, die die Unterbringung in Provisorien und die drei Umzüge stark belastet hätten. Der Stadt dankte er für das neue Gebäude.

„Auch wenn die provisorische Unterbringung der Kinder nach der Flut qualitativ hochwertig war, ist es ein sehr schöner Moment, dass dieser tolle Neubau für unsere Kleinsten endlich fertig ist. Die neue Einrichtung steht nicht nur für gute Betreuung, sondern auch für ein weiteres Stück Normalität und Lebensqualität, das nach der Flut zurückkehrt“, so der Bürgermeister. „Wir haben hier bewusst nachhaltig investiert – in Räume, in Betreuung und vor allem in die Zukunft unserer jüngsten Bürgerinnen und Bürger“, sagte Pfennings. Den in Gemünd oft als besser erachteten Standort am Katharinenhof habe die Stadt erst deutlich später kaufen können.

Zwei Jungs und ein Mädchen spielen, eine Erzieherin schaut zu.

Die Kinder erkundeten gleich ihr neues Domizil und probierten die Spielsachen aus.

Vier Männer und fünf Frauen stehen hinter einem rot-weißen Band.

Mit vereinten Kräften wurde das rot-weiße Band durchschnitten und die Kita symbolisch eröffnet.

In und am ehemaligen Kino ist auf einer Gesamtfläche von rund 1700 Quadratmetern eine barrierefreie Tagesstätte mit vier Gruppen auf zwei Etagen entstanden. Im Erdgeschoss sind neben zwei Gruppenräumen auch Mehrzweckbereiche und ein kleiner Empfang mit Büro untergebracht. Neben dem Treppenhaus gibt es einen Aufzug, der für die barrierefreie Erschließung der Kita sorgt. Ein Therapiebereich und ein Bewegungsraum sind in der ersten Etage vorgesehen. In der kleinen Turnhalle können an Deckenträgern unterschiedliche Bewegungs- und Turngeräte eingehängt werden. Dadurch sind vielseitige Angebote zur Förderung der Motorik möglich.

Außerdem gibt es einen umlaufenden Balkon, von dem man über zwei Treppen das Außengelände erreichen kann. Der Balkon und die Treppen sind zudem der zweite Rettungsweg. Die Außenfläche hat eine direkte Verbindung zum Kurpark und zum Nationalpark. Durch die bodentiefen Fenster gelangt viel Tageslicht in die Räume. Hohe Türen und Böden in Holzoptik sollen ein angenehmes Umfeld zum Spielen, Lernen und Entdecken bieten.

Ursprünglich war die Einrichtung in Gemünd für rund 80 Kinder geplant

„Wir sind sehr froh, am endgültigen Standort angekommen zu sein. Die Zusammenführung der Teams war ein intensiver Prozess“, erklärten die Kita-Leiterinnen Andrea Wollgarten und Sabine Moitzheim.

Ursprünglich sollte die Einrichtung schon Ende 2025 bezugsfertig sein. Der Termin konnte aber wegen Verzögerungen beim Bau und beim Ankauf von Flächen für die Außenanlagen nicht eingehalten werden. Die Arbeiten an der Außenfassade und der Außenanlage sollen in den kommenden zwei bis drei Monaten fertiggestellt werden. Deshalb sieht die Kita von außen noch wie eine Baustelle aus.

Insgesamt steht eine Außenfläche von rund 1050 Quadratmetern zur Verfügung. Die Stadt hatte noch eine Fläche zugekauft, weil die dort vorhandenen Bäume als Schattenspender genutzt werden können. Ursprünglich war die Einrichtung für rund 80 Kinder geplant. Aufgrund des steigenden Anteils jüngerer Kinder im U2- und U3-Bereich sowie rückläufiger Ü3-Zahlen wird derzeit mit einer Belegung von etwa 65 bis 70 Kindern gerechnet.

„Der Weg bis zur Eröffnung war nicht immer einfach, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen“, erklärte Pfennings. Früher habe es hier Popcorn und große Filme gegeben – heute kleine Menschen mit großen Plänen: „Schöner kann ein ehemaliges Kino kaum wieder zum Leben erwachen.“