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„Deutschland geht Waldbaden“Katinka Richter lädt zur Benefiz-Aktion nach Weilerswist ein

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Katinka Richter trägt ein blaues Shirt und eine Kapuzenjacke und steht in einem Wald.

Schon als Kind hatte der Wald eine besondere Anziehungskraft auf Katinka Richter. Jetzt lädt sie Menschen ein, beim Waldbaden ihre Sinne neu zu entdecken.

Katinka Richter lädt für Sonntag, 21. Juni, zum Waldbaden für den guten Zweck ein. Der Erlös kommt dem Bergwaldprojekt zugute.

Ein bisschen ist es wie Wandern. Mit einem gravierenden Unterschied: „Beim Waldbaden gehen wir nicht mit einem bestimmten Ziel“, erklärt Katinka Richter: „Es geht einfach darum, mit allen Sinnen im Hier und Jetzt zu sein.“ Sie ist Kursleiterin in Waldbaden, regelmäßig ist sie mit kleinen Gruppen bei Weilerswist-Metternich unterwegs. Am Sonntag, 21. Juni, macht sie mit bei der Aktion „Deutschland geht Waldbaden“. Dabei werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Einerseits wird das Waldbaden populärer gemacht, andererseits werden Spenden gesammelt – für den Wald, natürlich.

„Ich war ein Waldkind“, erzählt Katinka Richter. Der Forst rund um ihr Elternhaus war ihr Spielplatz, ihr Erlebnispark. Nach einer Ausbildung in Physiotherapie und Massage sei sie durch Zufall über eine Freundin zum Waldbaden gekommen. Da hatte sie sich schon zur Entspannungstrainerin ausbilden lassen. Außerdem ist sie mittlerweile Kursleiterin in Indian Balance und Natur-Meditations-Lehrerin.

Der Wald als Heilmittel für Körper und Seele

Richter schwärmt, wie heilsam der Wald für Körper und Seele sei. Für das Herz-Kreislauf-System, für die Lunge, für das Immunsystem. Zum Waldbaden nimmt sie die Menschen mit auf eine kleine Wanderung. Eine kleine, langsame Wanderung: Für die zweieinhalb Kilometer veranschlagt sie zweieinhalb Stunden. „Ich mache kleine Übungen mit den Leuten, die die Sinne ankurbeln“, sagt sie.

Mal lenkt sie die Blicke ins dichte Grün der Wipfel, mal auf die kleinen Dinge am Wegesrand. Ein Zweig mit wenigen Blättern wird genutzt, um das Fühlen neu zu entdecken. Wer sich minutenlang darauf konzentriert, die Strukturen der Blätter zu ertasten, hat plötzlich ein ganz neues Erlebnis. Ihr Lieblingspart sei die Hörmeditation: einfach nur sitzen und dem Wald zuhören. Das sei ganz unterschiedlich je nach Jahreszeit, Tageszeit oder Wetter.

Bäume zu umarmen gehört nicht pflichtmäßig zum Waldbaden.
Katinka Richter, Kursleiterin Waldbaden

Beim Waldbaden liege der Fokus auf den Sinnen, die Menschen könnten ihr Hören, Riechen und Sehen ganz neu und intensiv erleben. Einfach nur den Wind im Gesicht spüren, einen Grashalm auf der Haut – „die meisten Menschen haben das noch nie getan“, hat Katinka Richter beobachtet. Sie ermuntert die Waldbadenden zu staunen. Darüber, was der Wald zu bieten hat, aber auch darüber, was sie wahrnehmen können, wenn das Gedankenkarussell angehalten hat und der Kopf frei ist für die Sinneseindrücke.

Erlös der Benefiz-Aktion in Metternich ist für das Bergwaldprojekt bestimmt

Und wie ist das mit dem Umarmen der Bäume? Katinka Richter lacht. Wer das wolle, könne es gern tun. „Aber Bäume zu umarmen gehört nicht pflichtmäßig zum Waldbaden.“ Überhaupt gebe es keine Pflichten. „Die Übungen, zu denen ich anleite, sind Einladungen. Niemand muss mitmachen.“

Überwiegend sei ihre Kundschaft weiblich. „Aber es gibt auch ein paar Männer, die es lieben“, erzählt die Kursleiterin. Vermutlich seien Frauen eher offen, Neues auszuprobieren und auch für sich zu sorgen.

Das Benefiz-Waldbaden findet am Sonntag, 21. Juni, 17 bis 19.30 Uhr, in der Nähe des Metternicher Sportplatzes statt. Die 25 Euro Teilnahmegebühr gehen komplett an das Bergwaldprojekt, das sich seit mehr als 35 Jahren für Biodiversität und das Erhalten von Wäldern, Mooren und Kulturlandschaften einsetzt. Anmelden kann man sich per E-Mail, weitere Infos gibt es auf Katinka Richters Website.