Bürgerinitiative schreibt an NRW-Umweltminister. Mögliche Maßnahmen zur Entlastung der Bewohner von Müggenhausen und Schwarzmaar ausgearbeitet.
Anwohner leiden unter SchwerlasternDer nächste Anlauf für die Osttangente bei Weilerwist

Die Rheinbacher Straße (K3) in Müggenhausen ist nach der Sanierung wieder freigegeben. Die Strecke wird vor allem von Lkw in Richtung Schwarzmaar und zurück genutzt, um Kies sowie Sand zu transportieren. Die Müggenhausener fordern nach wie vor die Osttangente.
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Die Verkehrssituation in mehreren Ortsteilen der Gemeinde Weilerswist bleibt angespannt – und sorgt zunehmend für politischen und öffentlichen Druck. Die Bürgerinitiative „Pro-Osttangente“ hat das Thema erneut im Weilerswuister Gemeinderat zur Sprache gebracht und zugleich mit einem eindringlichen Schreiben an NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer die Beschleunigung wichtiger Infrastrukturprojekte gefordert.
Im Mittelpunkt steht die Belastung der Anwohner in den Ortsteilen Vernich, Schwarzmaar und besonders Müggenhausen. Dort rollen seit Beginn mehrerer Straßenbaumaßnahmen bereits ab etwa 5.20 Uhr morgens schwere Lkw im Minutentakt durch die Ortsdurchfahrten – und das bis in die Abendstunden. Nach Angaben der Initiative ist die Belastungsgrenze längst überschritten. Lärm, Abgase und Erschütterungen beeinträchtigten die Lebensqualität erheblich, gesundheitliche Folgen seien nicht auszuschließen.
Betroffener schilderte eindringlich die Belastungen der Anwohner
Der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Michael Launhardt, schilderte im Gemeinderat die Situation eindringlich und warb erneut für eine nachhaltige Lösung. Unterstützung erhält die Initiative auch aus der Kommunalpolitik: Bürgermeister Dino Steuer sowie Ortsbürgermeister Erwin Jakobs wandten sich in Schreiben an Landrat Markus Ramers und bezeichneten die aktuelle Lage als unzumutbar.
Als zentrale Lösung sieht die Initiative seit Jahren den Bau einer Umgehungsstraße – konkret die Kombination aus Ost- und Südtangente. Insbesondere die Südtangente könne den Durchgangs- und Schwerlastverkehr aus den Ortskernen heraushalten und so für eine spürbare Entlastung sorgen. Frühere verkehrsplanerische Untersuchungen hätten gezeigt, dass eine solche Lösung die Belastung deutlich reduzieren und zugleich die Erreichbarkeit wichtiger Gewerbe- und Abgrabungsgebiete sichern könne.
Aus unserer Sicht ist der Bau der Südtangente die zentrale Maßnahme, um den Durchgangs- und Schwerlastverkehr aus den Ortskernen herauszunehmen und die betroffenen Ortsteile nachhaltig zu entlasten.
„Aus unserer Sicht ist der Bau der Südtangente die zentrale Maßnahme, um den Durchgangs- und Schwerlastverkehr aus den Ortskernen herauszunehmen und die betroffenen Ortsteile nachhaltig zu entlasten“, betont Initiativen-Vorsitzender Michael Launhardt.
In einem Schreiben vom 18. April bat die Initiative nach eigenen Angaben Minister Krischer daher, die Planungen mit hoher Priorität voranzutreiben, Verfahren zu beschleunigen und den Austausch mit Gemeinde, Kreis und Bürgerschaft zu intensivieren. Die Initiative betont, es handele sich um eine vergleichsweise maßvolle Neubaumaßnahme mit großer Wirkung für Verkehrssicherheit, Lebensqualität und regionaler Wirtschaft.
Kurzfristige Maßnahmen wurden vorgestellt und diskutiert
Parallel dazu verweist die Initiative auf bereits unternommene Schritte: So wurde im Juni 2025 eine Petition an Gemeinde und Kreis übergeben. Während die Kommunikation mit der Gemeindeverwaltung inzwischen als deutlich verbessert und konstruktiv beschrieben wird, habe es vom Kreis lange Zeit kaum Rückmeldungen gegeben. Inzwischen sei jedoch ein Gesprächstermin in Aussicht gestellt worden.
Kurzfristige Maßnahmen werden ebenfalls diskutiert. Dazu zählen ein mögliches Durchfahrtsverbot für Lkw über 7,5 Tonnen sowie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h innerhalb der Ortschaften. Polizei und Behörden haben zudem bereits verstärkte Kontrollen durchgeführt, um insbesondere überhöhte Geschwindigkeiten zu ahnden. Auch verkehrslenkende Maßnahmen wie ein Einbahnstraßensystem für den Schwerlastverkehr stehen im Raum, eine Entscheidung dazu steht jedoch noch aus.
Kritisch sieht die Initiative mögliche Umleitungen über Wirtschaftswege
Kritisch sieht die Initiative mögliche Umleitungen über Wirtschaftswege. Diese könnten allenfalls eine vorübergehende Entlastung bringen, seien jedoch baulich nicht für dauerhaften Schwerlastverkehr ausgelegt. Eine entsprechende Nutzung würde zusätzliche Maßnahmen zur Verstärkung und spätere Instandsetzungen erfordern.
Unabhängig von kurzfristigen Lösungen laufen die Planungen für die Osttangente weiter. Nach Angaben der Gemeinde wurden verkehrstechnische Untersuchungen sowie artenschutzrechtliche und landschaftsplanerische Prüfungen beauftragt.
Weitere Schritte, etwa zur Entwässerung und zu Grundstücksfragen, befinden sich in Vorbereitung. Die BI appelliert an Politik und Verwaltung, die Interessen der betroffenen Anwohner konsequent in den Mittelpunkt zu stellen. Ziel müsse es sein, die Verkehrssituation in den Ortsteilen nachhaltig zu entschärfen und die Lebensqualität spürbar zu verbessern.
