Die Sanierung der Zülpicher Münsterstraße ist abgeschlossen. Für ein Jahr ist sie jetzt als Fußgängerzone ausgewiesen, danach wird Bilanz gezogen und endgültig entschieden.
InnenstadtsanierungMünsterstraße in Zülpich ist jetzt Fußgängerzone

Die neu gestaltete Münsterstraße ist jetzt Fußgängerzone. Anwohner dürfen aber weiterhin zu ihren Parkplätzen fahren, auch Radfahren bleibt erlaubt.
Copyright: Ulla Jürgensonn
Die Zeit, in der sich die Fußgänger auf der Münsterstraße an Bauzäunen und Baggern vorbeischlängeln mussten, ist vorbei. Die Sanierung ist abgeschlossen, die Straße präsentiert sich umgestaltet und soll künftig zum Flanieren einladen. Neu ist auch die Verkehrsregelung: Von der Brauersgasse bis zur Kinat ist eine Fußgängerzone eingerichtet – zunächst auf Probe für ein Jahr.
Nicht nur in der Münsterstraße, auch in der Brauersgasse und der Juhlsgasse ist die Sanierung abgeschlossen. „Dank eines reibungslosen Baufortschritts früher als geplant“, wie es aus der Zülpicher Stadtverwaltung heißt. Eigentlich war die Fertigstellung erst in der zweiten Jahreshälfte erwartet worden. Die Innenstadt wird derzeit grundlegend saniert und an vielen Stellen umgestaltet.
Zierkirschen säumen die neu gepflasterte Straße
In der Münsterstraße sind die Kanäle und Versorgungsleitungen erneuert worden. Danach wurde der gesamte Bereich neu gepflastert. Auch die Übergänge zum Münstertorplatz, zur Von-Lutzenberger-Straße und zum Mühlenberg sind saniert und barrierefrei gestaltet. Neue Sitzgelegenheiten und moderne Abfallbehälter sollen dafür sorgen, dass die Bürgerinnen und Bürger sich dort gern aufhalten. Dazu sollen auch die neu gepflanzten Bäume beitragen. Es sind Zierkirschen (Prunus Hillieri Spire), die nur schmale Kronen bilden.
Vor einigen Monaten hatte sich der Stadtrat darauf geeinigt, dass die Münsterstraße erst einmal als Fußgängerzone ausgewiesen wird. Wobei der Autoverkehr nicht komplett verbannt wird. Lieferverkehr zu den Geschäften soll nicht nur, wie ursprünglich angedacht, in den frühen Morgenstunden möglich sein, sondern den ganzen Tag über. Auch Anwohner, die einen Parkausweis haben, sollen nach wie vor dort fahren dürfen. Und schließlich einigte man sich auch darauf, das Fahrradfahren zu erlauben. Allerdings dürfen die Radfahrer nur im Schritttempo unterwegs sein.
Die Einigung war in letzter Minute gelungen
Befristet ist der Versuch erst einmal für ein Jahr, sollten größere Komplikationen auftreten, kann er vorzeitig beendet werden. Wie das Miteinander von Fußgängern, Radlern und Autofahrern funktioniert und wie die Fußgängerzone bei den Zülpichern ankommt, wird beobachtet und später ausgewertet. Bis es zu dieser Lösung gekommen ist, waren lange und intensive Verhandlungen mit dem Straßenverkehrsamt nötig. Und die Einigung gelang buchstäblich in letzter Minute.
Die jahrelangen Diskussionen um die Zukunft der Münsterstraße sind damit zumindest für die kommenden Monate vom Tisch. Sowohl bei den Anliegern als auch bei denen, die zum Einkaufen oder Essen an die Münsterstraße kommen, gibt es Stimmen für und gegen eine Fußgängerzone. Wer gern im Freien isst und trinkt, ist naturgemäß froh, wenn er dabei keine Abgase einatmen muss. Wer aber einkauft, der möchte vielleicht doch lieber mit dem Auto möglichst nah ans Geschäft heranfahren.
Zwölf Monate soll der Versuch dauern
Jörg Schumacher, der an der Münsterstraße ein Fahrradgeschäft betreibt, hatte in der Sitzung des Stadtrats seine Sorgen vorgetragen. Wenn das Radfahren auf der Münsterstraße verboten wäre, müssten seine Kunden vor einer Probefahrt erst einmal ein ganzes Stück schieben. Und wenn Lieferverkehr nur noch in den frühen Morgenstunden erlauft wäre, würde sein Onlinehandel darunter leiden. Von ihm kam auch der Vorschlag, den ursprünglich für ein halbes Jahr angesetzten Versuch auf zwölf Monate zu verlängern.
Denn während die Gastronomie eher im Sommer von einer Fußgängerzone profitieren dürfte, wäre das Fahrradgeschäft im Gegenzug im Winter nicht so sehr eingeschränkt wie in der warmen Jahreszeit, die ja eher Fahrradsaison ist. Den Umbau der Straße hatte die Stadt von vorn herein so geplant, dass beide Nutzungsarten – als Fußgängerzone oder als Einkaufsstraße mit verkehrsberuhigtem Geschäftsbereich – möglich wären. Nach dem Probejahr wird der Stadtrat dann die Entscheidung treffen, wie die Münsterstraße künftig genutzt werden kann.
Bürgermeister Ulf Hürtgen ist jedenfalls erst einmal zufrieden mit dem Ergebnis des Umbaus: „Hier ist ein attraktiver, moderner und zukunftsfähiger Innenstadtbereich entstanden, der für Anlieger, Gewerbetreibende und alle Bürgerinnen und Bürger einen deutlichen Mehrwert darstellt.“ Am Sonntag, 30. August, sollen die sanierten Zülpicher Innenstadtstraßen dann offiziell eingeweiht werden.
