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Schutz vor HochwasserDen nächsten Schritt für das Rückhaltebecken bei Schwerfen getan

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Ein Bach fließt durch eine Wiese, Baumstämme liegen über dem Wasser.

Die natürliche Talmulde bei Schwerfen soll als Rückhaltebecken für den Rotbach genutzt werden.

Der Erftverband hat die Antragsunterlagen für das Hochwasserrückhaltebecken bei Schwerfen eingereicht. Fertig wird das Projekt frühestens 2030.

Jetzt ist die Bezirksregierung Köln am Zug: Die Antragsunterlagen für den Bau des Hochwasserrückhaltebeckens bei Schwerfen sind eingereicht worden. Vertreter des Erftverbands und der Stadt Zülpich waren nach Köln gefahren, um die Papiere zu übergeben. Damit ist der nächste Schritt getan, um die Menschen am Unterlauf des Rotbachs vor künftigen Überschwemmungen zu schützen.

Eine Gruppe Männer hat sich versammlet, drei halten eine Mappe mit den Antragsunterlagen.

Um den Antrag an die Bezirksregierung zu übergeben, waren Vertreter des Erftverbands und der Zülpicher Stadtverwaltung nach Köln gefahren.

Bei der Hochwasserkatastrophe vor fünf Jahren war der Bach, der normalerweise friedlich durch das idyllische Tal zwischen Schwerfen und Mechernich-Eicks plätschert, zum reißenden Strom geworden und hatte in den dahinter liegenden Stadtteilen Zülpichs und im weiteren Verlauf auch in Erftstadt schwere Schäden angerichtet. Damit das nicht wieder passiert, wird nicht nur das Rückhaltebecken angelegt, sondern auch ein Abschlag vom Vlattener Bach in den Zülpicher Wassersportsee gebaut.

Der Damm wird elf Meter hoch

Am Rotbach bei Schwerfen will der Erftverband die vorhandenen Gegebenheiten nutzen. Dort fließt der Bach durch ein Tal, das natürliche Becken muss lediglich durch einen Damm abgeschlossen werden. Elf Meter hoch wird das Bauwerk, dass im Ernstfall die Flut aufhalten soll. So entsteht ein Rückhaltevolumen von rund 222.000 Kubikmetern.

Unten im Damm befindet sich der Durchlass, mit dem die Menge des Wassers, die abfließt, gedrosselt werden kann. Das Becken dient als Zwischenspeicher, damit das Wasser zeitverzögert und kontrolliert abgegeben wird, um Hochwasserspitzen zu vermeiden. Wenn die Bezirksregierung das Vorhaben genehmig hat, steht im Laufe des Planfeststellungsverfahrens die Beteiligung der Öffentlichkeit an.

Erste Maßnahmen zum Naturschutz sind schon umgesetzt

Naturschutzbelange müssen ebenso berücksichtig werden wie die Folgen auf den Wasserhaushalt. Wenn die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen sind, geht es an die Umsetzung des Vorhabens. Beim Erftverband rechnet man mit mindestens einem Jahr Bauzeit – wenn das Genehmigungsverfahren denn abgeschlossen ist. Frühestens 2030 könnte das Becken dann einsatzbereit sein, mit der Planung begonnen wurde 2024.

Zu normalen Zeiten bleibt das Becken das, was es bisher auch ist: ein Tal, in dem Bäume und Sträucher, Gräser und Kräuter wachsen. Schon jetzt hat der Erftverband begonnen, das Gelände ökologisch aufzuwerten. Baumstämme wurden aufgestellt, dazwischen kleine Bäume und Sträucher gepflanzt. So soll neuer Lebensraum geschaffen werden für Insekten, Vögel und Fledermäuse. Auch die Haselmaus könnte sich ansiedeln. Das Becken bei Schwerfen ist ein Baustein in großflächigen Vorsorge gegen künftige Hochwasser.

Um die einzelnen Maßnahmen aufeinander abzustimmen, ist die interkommunale Hochwasserkooperation Erft (hwsErft) ins Leben gerufen worden. Ihr gehören neben dem Erftverband mittlerweile drei Kreise und 18 Kommunen an. Beim Hochwasserschutz, so die Erkenntnis hinter Gründung der hwsErft, dürfen Kreis- oder Gemeindegrenzen keine rolle spielen. Denn Hochwasser macht an diesen Grenzen nicht halt. Unter ihrem Dach sollen die Hochwasserschutzkonzepte, die derzeit in dem Städten und Gemeinden erarbeitet werden, zu einem übergreifenden Plan zusammengefasst werden.


Endspurt auf der Baustelle am Wassersportsee

Auf der Dauerbaustelle am Zülpicher Wassersportsee ist ein nahendes Ende absehbar. Eigentlich wollte der Erftverband den Abschlag vom Vlattener Bach schon Ende April fertig haben. Doch die Arbeiten verzögerten sich, unter anderem, weil das Gelände noch auf Kampfmittel untersucht werden musste. Wie das ganze funktioniert, wenn Starkregen wieder die Flüsse und Bäche anschwellen lässt, ist vor Ort mittlerweile zu erkennen.

Im Bett des Vlattener Bachs ist ein Sperrbauwerk platziert, dass im Ernstfall verhindert, dass Wassermassen ungehindert in Richtung Lövenich und dort in den Rotbach strömen. Wenn das Wehr geschlossen ist, fließt das Wasser stattdessen über die Eichenallee, die von Lövenich zum Wassersportsee führt, Die Straße ist dafür abgesenkt worden. Von da aus wird die Flut durch einen breiten Graben Richtung See geleitet. Der kann bis zu 800.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen und später kontrolliert wieder abgeben. (uj)