Bürokratie und hohe Kosten machen den Kranvalisten zu schaffen. Auf Antrag der CDU soll ein Runder Tisch an einer Lösung arbeiten.
Sicherheit beim ZochZülpicher Karnevalisten klagen über hohe Anforderungen

Sicherheit wird großgeschrieben bei den Karnevalszügen. Im vergangenen Jahr versperrte in Zülpich ein Container die Zufahrtsstraße in die Innenstadt.
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Was den Jecken sorgloses Feiern ermöglichen soll, zwingt viele Karnevalsvereine schier in die Knie. Verschärfte Anforderungen, sowohl was den Schutz vor Angriffen am Zugweg als auch was die Sicherheit der Wagen angeht, erhöhen den Aufwand und die Kosten. Jetzt schlägt auch der Zugleiter der Zölleche Öllege Alarm: „Gerade als ehrenamtlich geführter Verein stoßen wir hierbei an unsere personellen, zeitlichen und finanziellen Kapazitätsgrenzen“, beklagt Philip Dordel.
Die Zülpicher CDU-Fraktion hat die Sorgen der Karnevalisten aufgegriffen und fordert einen Runden Tisch, um bessere Rahmenbedingungen für die Vereine auszuhandeln. Als Beispiel für die gestiegenen Anforderungen führt Dordel das Errichten von Anti-Terror-Sperren an, jenen Blockaden, die verhindern sollen, dass ein Attentäter mit einem Lastwagen in die Menge der Feiernden rast. Die Stadt Zülpich habe die Sperren beschafft, habe aber nicht genügend Personal, um sie aufzustellen.
Zugleiter zählt wachsende Belastungen auf
Stattdessen seien nun die Vereine in der Pflicht, da sonst die Genehmigung des Rosenmontagszuges in Frage stehen würde. „Ob die Errichtung von Terrorabwehrmaßnahmen Aufgabe eines ehrenamtlichen Veranstalters sein kann, muss man doch rechtlich sehr in Frage stellen“, schreibt der Zugleiter. Er beklagt auch die wachsenden finanziellen Belastungen – Ausgaben für Security-Firmen, TÜV-Prüfgebühren und Versicherungen.
Für einen Verein, der sich hauptsächlich durch Mitgliedsbeiträge, Veranstaltungserlöse und Spenden finanziere, sei das kaum zu stemmen: „Ohne die Unterstützung von Sponsoren und die Solidarität der Gemeinschaft in Zülpich wäre eine Durchführung des Rosenmontagszugs kaum möglich.“ Zusätzliche Probleme machten neue Regelungen. Mottowagen und historische Fahrzeuge, die ohnehin jährlich vom TÜV überprüft worden seien, brauchten nun eine zusätzliche Grundüberprüfung, um die Betriebserlaubnis zu bekommen.
Vereine sollen Anlaufstelle bekommen
Um über all diese Sorgen und Nöte zu sprechen, soll die Stadtverwaltung auf Wunsch der CDU Ordnungsamt, Kreisverwaltung, Polizei, Vertreter der Vereine und Mitglieder des Fachausschusses an einen Tisch holen. Der Runde Tisch soll eine Anlaufstelle für die Vereine schaffen, aber auch dafür sorgen, dass Antragsformulare verständlicher gestaltet werden.
Das Stellen der Anträge soll insgesamt erleichtert werden. Und auch eine Gebührensenkung sollten die Gesprächspartner erörtern. Herauskommen könnte ein „Ablaufplan für Karnevals-/Brauchtumszüge“ und damit „eine echte Unterstützung für das Ehrenamt“, heißt es in dem Antrag.
Viele Ehrenamtler zögen sich zurück, weil sie die Anforderungen nicht mehr bewältigen könnten, befürchten die Christdemokraten. Dabei müsse das Ehrenamt gestärkt statt belastet werden, sei es doch ein tragender Pfeiler der Gesellschaft. Man stelle die Sicherheitsmaßnahmen nicht Frage, aber: „Es darf nicht der Eindruck entstehen dass Sicherheit als Vorwand gilt, ehrenamtliche Veranstaltungen unmöglich zu machen.“

