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HerrenkommersFeueralarm trübte die Stimmung der Hovener Jecken nicht

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Männer in blauer Uniform stehen auf der Bühne und werfen ein Funkenmariechen in die Luft.

Erstmals wurde der Zülpicher Herrenkommers durch einen Auftritt der Traditionsgesellschaft „Treuer Husar“ aus Köln eröffnet.

Die Hovener Jungkarnevalisten hatten zum Herrenkommers eingeladen. Wegen eines Feueralarms musste das Zülpicher Forum geräumt werden, doch dann wurde weitergefeiert.

Während die Besucher vor dem Zülpicher Forum noch auf den Einlass warteten, wurde im Inneren bereits eifrig am Gelingen des Herrenkommerses gearbeitet. Zum mittlerweile elften Mal hatten die Organisatoren der Hovener Jungkarnevalisten (HJK) und der Prinzengarde Zülpich für Sonntagvormittag zu dieser Veranstaltung eingeladen, und schon früh waren wieder alle Eintrittskarten weg.

Ein letztes Mal wurde das mit einheimischen und kölschen Kräften besetzte Bühnenprogramm durchgesprochen, und die Präsidenten beider Vereine überprüften ihre Moderationskarten auf Vollständigkeit. Sogar noch deutlich früher war im Nebenraum das Küchenpersonal mit seinen Vorbereitungen beschäftigt. Denn neben den Tanz, Musik und Rednerbeiträgen zählt auch das traditionelle Haxenessen beim Herrenkommers seit der Premiere zum Erfolgsrezept.

Christian Müller holt ein Blech mit Haxen aus dem Ofen.

04.01.2026 Bis zur Ausgabe an die Gäste kontrollierte Christian Müller den Zustand der sehnlichst erwarteten Haxen.

Ein Mann im Prinzenornat bekommt ein Lätzchen umgebunden. Vor ihm steht ein Teller mit einer Haxe.

Mit angelegtem Schlapperlatz durfte auch Prinz Tobi I. essen.

„Mein Team und ich sind jetzt schon zum fünften Mal für die Verpflegung der Karnevalisten hier verantwortlich, und von Jahr zu Jahr werden es immer mehr Portionen“, berichtete Küchenchef Werner Berg lachend. Zwölf Stunden seien die Öfen auf Hochtouren gelaufen, um die Haxen zu garen, die Vorbereitungszeit für die Beilagen nicht eingerechnet. Dabei habe alles in einem deutlich kleineren Rahmen angefangen, erinnerte sich der Gastronom.

„In meiner ehemaligen Gaststätte haben wir regelmäßig einen Rednerfrühschoppen mit Haxenessen veranstaltet, bei dem auch die Präsidenten der Karnevalsvereine zu Gast waren. Später sind sie dann auf mich zugekommen und haben gefragt, ob ich nicht auch ein paar mehr Gäste verpflegen kann.“ Im fünften Jahr war die anfängliche Nervosität angesichts einer solchen Mammutaufgabe nicht nur beim Küchenpersonal, sondern auch beim Serviceteam eingespielter Routine gewichen.

Wenige Minuten nach dem Alarm wurde Entwarnung gegeben

Dennoch sahen sie sich, genau wie die zahlreichen Gäste, am Samstag mit einem unerwarteten Ereignis konfrontiert. Noch wenige Augenblicke zuvor hatte das Corps der KG „Treuer Husar“ aus Köln den Herrenkommers feierlich eröffnet und Zülpichs Regent Prinz Tobi I. (Tobias Esser) die Karnevalsfreunde willkommen geheißen, als plötzlich im gesamten Gebäude der Feueralarm zu schrillen begann. Nach kurzer Verwirrung folgte die im Sicherheitskonzept vorgesehene Räumung des Saales. Doch schon wenige Minuten später konnte Entwarnung gegeben werden.

Männer, teils in Karnevalsuniform, stehen vor dem Zülpicher Forum.

Aufgrund eines Feueralarms mussten kurzfristig nicht nur die Raucher, sondern alle Besucher eine Pause im Freien verbringen.

„Ein Lüfter am Ofen ist ausgefallen und der entstandene Wasserdampf hat den Feuermelder ausgelöst“, berichtete Werner Berg wieder sichtlich entspannt. „Dann kommen heute ein paar Haxen etwas dunkler als gewohnt auf den Tisch“, kommentierte HJK-Präsident Gerd Wallraff dies mit Humor. Schnell hatten die Gäste wieder ihre Plätze eingenommen und das kurzzeitig unterbrochene Bühnenprogramm nahm mit dem Auftritt von Büttenredner Martin Schopps ebenfalls wieder Fahrt auf.

Genauso schnell galt es nach dieser ungeplanten Pause auch, die knurrenden Mägen der Karnevalsfreunde zu besänftigen. „Einen Feueralarm hatten wir zwar noch nicht, aber das Team ist mittlerweile so gut eingespielt, dass sich niemand aus der Ruhe bringen lässt“, berichtete Dominik Becker, der mit Bruder Julian die Leitung über das 15-köpfige Serviceteam übernommen hatte.

Kaum hatten die angerichteten Teller die Küche verlassen, wurden sie mit Rollwagen zu den hungrigen Besuchern gebracht, und nach wenigen Minuten waren alle Bestellungen verteilt. „Ich messe die Zeit immer mit einer Stoppuhr; das Team leistet wirklich jedes Mal richtig gute Arbeit“, freute sich Werner Berg. Nach einem turbulenten Start konnten so auch die Kräfte hinter den Kulissen das humorvolle und artistische Bühnenprogramm genießen und sich über das Lob zur kulinarischen Versorgung freuen.