Abo

Das lang ersehnte WiedersehenAlle Kindertagesstätten in Oberberg wieder geöffnet

3 min

Große Wiedersehensfreude gab es bei den Kindern in den Kitas, die nach langer Zeit wieder auf ihre Freunde trafen.

Oberberg – Der Eingangsbereich der Johanniter-Kita in Bergneustadt sieht aus wie ein Verkehrsübungsplatz für Fahranfänger. Auf dem Boden geben rot-weiß gestreifte Markierungen die Laufrichtungen vor. Immer links vorbei an der großen Trennlinie in der Mitte dürfen seit Montag wieder alle Kinder in die Kitas.

Doch Anfänger sind die kleinen Menschen im Umgang mit den Vorschriften in der Corona-Krise nicht. Viele wüssten schon sehr gut Bescheid, wie man sich verhalten muss, schreibt Sabine Eisenhauer vom Regionalverband Rhein-/Oberberg der Johanniter in einer Email. Trotzdem hätten manche Kinder es komisch gefunden, wenn sie mit ihren Eltern von den Erziehern an der Tür mit Mundschutz begrüßt werden, berichtet Erzieherin Alisa Franz . „Daher gehen wir nun bei geschlossener Türe erst ohne Mundschutz vor die Glasscheibe, damit die Kinder uns sehen und erkennen. Erst vor dem Öffnen der Türe setzen wir für die Kinder sichtbar den Mundschutz auf.“

Spielen in festen Gruppen

Noch mehr ist anders, seit die Kitas am Montag von der erweiterten Notbetreuung zum eingeschränkten Regelbetrieb übergangen sind. Die Kinder werden nach Anordnung des Landes in reduziertem Umfang betreut, also zehn Stunden weniger als üblich. Gespielt wird in festgelegten Gruppen, die räumlich voneinander getrennt sind. Pro Gruppe hat immer dieselbe Fachkraft die Aufsicht, dokumentiert, wann welches Kind da war, und desinfiziert regelmäßig alle Oberflächen. Auch wenn es noch so trubelig ist: Die Kontakte müssen nachvollziehbar sein, die Hygienekonzepte müssen eingehalten werden.

Wie das in der Praxis aussieht? Die Kinder in den Johanniter-Kitas werden nun in sogenannten „Betreuungssettings“ betreut, erklärt Eisenhauer. Das sind die vom Land vorgegeben Gruppen, die untereinander keinen Kontakt haben dürfen. In der Kita in Bergneustadt heißt das etwa, dass pro Tag nur eine Gruppe in den Bewegungsräumen der Kita toben darf. Die Einhaltung des Hygienekonzepts nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts und des Gesundheitsamtes habe man während der Pandemie ohnehin angepasst, sagt Kita-Fachbereichsleiterin Birgit Kleese. „Daher haben wir nun bei dem sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb keine gravierenden Maßnahmen mehr umsetzen müssen, weil wir diese schon während der gesamten Zeit praktiziert haben.“

Das könnte Sie auch interessieren:

Der Landeselternbeirat NRW (LEB) begrüßt die Wiedereröffnung und sieht im reduzierten Betreuungsumfang eine Chance. Sie stelle sicher, „dass alle Familien entlastet werden und alle Kinder aus der sozialen Isolation geholt werden“, schreibt der LEB auf seiner Website.

Der hatte im März auf potenzielle Kindeswohlgefährdungen aufmerksam gemacht. Heute sei man beruhigt, dass die Kinderbetreuung nun wieder als Schutzmechanismus herangezogen wird.

Und wie ist es für die Kinder wieder zurück zu sein? Petra Fuchs, Erzieherin in der Johanniter-Kita Wildbergerhütte sagt: „Die Wiedereingewöhnung funktionierte sehr gut und sogar besser, als wir erwartet haben. Denn die Freude der Kinder, wieder hier zu sein und die Freundinnen und Freunde zu treffen, war größer als alles andere.“