Die Polizei gibt nach dem Horror-Crash von Wipperfürth weitere Details zum Hergang des Unfalls bekannt, bei dem zwei junge Menschen starben.
Zwei Tote in WipperfürthPolizei ermittelt wegen des Verdachts eines Einzelrennens

Sowohl in Wipperfürth (Foto) als auch in Grötzenberg war ein Unfallaufnahmeteam der Polizei im Einsatz.
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Montag, 13 Uhr: 19-Jähriger könnte Einzelrennen gefahren sein
Nach dem schrecklichen Unfall in Wipperfürth, beim dem am Freitag vorletzter Woche zwei Menschen starben, ermittelt die Polizei nun gegen den 19-Jährigen unter anderem wegen des Verdachts des Einzelrennens. Wie Polizeisprecher Marc Leporin am Montag dazu erklärte, gehe es in einem solchen Fall nicht darum, dass ein Auto gegen ein anderes um die Wette fahre, sondern darum, dass jemand mit völlig überhöhter Geschwindigkeit fahre. Also ein Rennen gegen die Zeit oder gegen sich selbst fahre. Im aktuellen Fall sei der 19-Jährige „erheblich mehr als die erlaubten 100 gefahren“, so es nu einen Anfangsverdacht gebe.
Geregelt sei so ein Fall im § 315d des Strafgesetzbuchs. Ein Einzelrennen wird demnach mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet. Und zwar dann, „wenn sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen.“
Dienstag, 12.45 Uhr: Polizei gibt erste Details bekannt
Vier Tage nach dem schrecklichen Unfall in Wipperfürth, bei dem am Freitagabend zwei junge Menschen in einem VW Golf ums Leben gekommen sind, gibt die Polizei erstmals Details zum Unfallhergang bekannt. Demnach soll der 19 Jahre alte Wipperfürther, der bei dem Unfall leicht verletzt wurde, vor dem verheerenden Frontalzusammenstoß auf der Straße einen vorausfahrenden Wagen überholt haben. „Für uns stellt sich das so dar, dass der 19-Jährige überholt hat und während des Überholvorgangs gemerkt hat, dass sich ein weiteres Fahrzeug vor ihm befunden hatte“, berichtet Polizeisprecher Marc Leporin am Dienstag. „Anstatt den Überholvorgang abzubrechen, hat er sich entschieden, diesen fortzusetzen“, so der Pressesprecher weiter.
19-Jähriger ist laut Polizei „deutlich über 100 Stundenkilometer“ gefahren
Laut Auskunft von Leporin hat die Auswertung der Fahrzeugdaten ergeben, dass der elektrisch angetriebene Hyundai bei dem Überholvorgang „deutlich über 100 gefahren“ ist. An der Stelle in Höhe des Flugplatzes Neye sind laut Polizei 100 Stundenkilometer erlaubt. Der Polizeisprecher erläuterte zudem, dass bei einer solch heftigen Kollision das Elektrofahrzeug, das doppelt so schwer sei wie der Golf älteren Baujahrs, seine kinetische Energie an den VW abgegeben habe. Sprich: während der VW im Frontbereich total zertrümmert wurde, sei der Hyundai bei weitem nicht so stark beschädigt worden, so dass der junge Fahrer auch nur leichte Verletzungen davongetragen habe.
Wie berichtet, war es am Freitag vergangener Woche kurz nach 19.20 Uhr auf der Lenneper Straße zwischen Wipperfürth und der Ortschaft Hämmern zu der folgenreichen Kollision gekommen, bei der ein 30-Jähriger aus Wipperfürth und seine 33 Jahre alte Begleiterin ihr Leben verloren. Über Stunden sammelte ein Unfallaufnahmeteam der Polizei vor Ort Spuren, die nun ausgewertet werden. Genau wie bei dem Unfall in Nümbrecht Grötzenberg, bei dem am frühen Sonntagmorgen ein junger Mann (35) ums Leben kam, nachdem sein Fahrzeug gegen einen Bacum geprallt war. Zu dem genauen Unfallhergang kann die Polizei hier allerdings noch keine Angaben machen.
Montag, 14.10 Uhr: Polizei spricht von einem „rabenschwarzen Wochenende“
„Das war ein rabenschwarzes Wochenende“, sagt Oberbergs Polizeisprecher Marc Leporin, nachdem zunächst am Freitag in Wipperfürth zwei Menschen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind und dann am Sonntagmorgen ein weiterer Autofahrer in Nümbrecht-Grötzenberg. Zu beiden Unfällen dauern die Ermittlungen der Polizei noch an, sagt Leporin. Die drei Fahrzeugwracks seien sichergestellt worden.
Bezugnehmend auf den Frontalzusammenstoß in Höhe des Flugplatzes Neye am Freitag stellt der Polizeisprecher klar, dass bis dato keineswegs abschließend geklärt sei, welches der beiden Fahrzeuge in den Gegenverkehr geraten sei. Auch dazu werde noch ermittelt. In beiden Fällen waren die Unfallstellen über Stunden gesperrt, Unfallaufnahmeteams sicherten Spuren. Zu beiden Unfällen dauern die Ermittlungen der Polizei noch an, sagt Leporin.

