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Naturschaugarten Brüchermühle„Das Gesamtkonzept ist nicht mehr gegeben“

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Das Foto zeigt den Reichshofer Gärtnermeister Dieter Bonkowsky.

Gärtnermeister Dieter Bonkowsky aus Reichshof spricht im Zusammenhang mit dem geplanten Ärztehaus mit Blick auf die Parkplatzsituation von einem Schildbürgerstreich. Er betont: Sein Engagement richte sich definitiv nicht gegen das Ärztehaus.

Am Montag befasst sich der Reichshofer Gemeinderat mit dem geplanten Ärztehaus und dem Naturschaugarten in Brüchermühle.

Am Montag befasst sich der Reichshofer Gemeinderat mit dem geplanten Ärztehaus in Brüchermühle. Der dort seit vielen Jahren praktizierende Allgemeinmediziner Ruprecht Olbeter möchte es auf seinem Grundstück errichten. Allerdings wurde in den letzten Jahren dort ein mit Leader-Mitteln geförderter Naturschaugarten gestaltet, der seitdem – wie berichtet – mit viel Liebe, Expertise und vor allem in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit von Mitgliedern des Vereins „Naturgarten“ gepflegt wird.

Garten mit Vorbildfunktion

Vor der Ratssitzung meldet sich nun Dieter Bonkowsky noch einmal zu Wort, der schon im November im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung schriftlich bei der Gemeinde Widerspruch gegen die Pläne eingelegt hatte; dies unter anderem mit der Argumentation, dass ein mündlicher Vertrag mit ihm als Projektleiter zustande gekommen sei, das Grundstück bis 2036 nicht zu bebauen. Im Gespräch mit dieser Zeitung betont der Gärtnermeister (Fachrichtung: Baumschule), dass sich sein Engagement definitiv nicht gegen das Ärztehaus richte.

Der genannte Vertrag habe aber nun einmal Bestand, sagt er, und der laufe noch bis 2036 – das sei überhaupt erst die Voraussetzung gewesen, dass er sich dort so sehr engagiert habe: „Sonst hätte ich da auch nicht so viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit reingesteckt.“

Die Anlage des Naturschaugartens mit seinen 15 Naturgarten-Elementen sei für ihn auch stets auch als ein Vorzeigeprojekt mit bundesweiter Vorbildfunktion gedacht gewesen.

Mein Ärger ist, dass das Gesamtkonzept nicht mehr gegeben ist.
Dieter Bonkowsky

Ruprecht Olbeter will den Naturschaugarten seinerseits gar nicht komplett verschwinden lassen, wie er berichtete. Vielmehr soll sich das neue Praxisgebäude in den Naturschaugarten integrieren. Aber das ist Bonkowsky undenkbar: „Mein Ärger ist, dass das Gesamtkonzept nicht mehr gegeben ist – und das nach all dem Aufwand, den ja auch Herr Olbeter betrieben hat.“

Zudem ärgere er sich sehr darüber, dass man ihn vor vollendete Tatsachen gestellt habe mit den Praxisgebäude-Plänen. Um das Dilemma zu lösen, habe er als Kompromiss vorgeschlagen, dass Ruprecht Olbeter den Naturschaugarten, der insgesamt auf eine Größe von rund 800 Quadratmetern komme, auf eigene Kosten umsiedeln soll. Er habe dabei zunächst an den Kurpark in Eckenhagen gedacht, doch sei diese Idee bei der Gemeindeverwaltung nicht auf Gegenliebe gestoßen. Nun böte sich ein Gelände an der Förderschule in Eckenhagen an.

Grundsätzlich, sagt Bonkowsky, sehe er sich mit einem Schildbürgerstreich konfrontiert. „Kennen Sie die Parksituation vor Ort?“, fragt er und ergänzt, dass dort schon jetzt regelmäßig Parkchaos herrsche. Wenn das Ärztehaus jetzt weiter wachse, müsse das zu weiteren Parkproblemen führen. „Und dann wäre der logische Schluss, dass neue Parkplätze auf Kosten des angrenzenden Naturschutzgebietes geschaffen werden sollen“, so Bonkowskys Befürchtung.

Auch das sei ein Argument dafür, den Naturgarten ganz zu verlegen – dann nämlich ließe sich praxisnah Parkraum schaffen.