Für Vielfalt und DemokratieProtestzug und Kundgebung in Engelskirchen

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Das Foto zeigt mehrere Teilnehmer einer Demonstration, die mit Transparenten gegen Rechtsextremismus protestieren.

Teilnehmer beim Start der Demonstration auf dem Festplatz der Karnevalsgesellschaft.

Rund 200 Frauen und Männer beteiligten sich am Samstag in Engelskirchen an einer Demonstration für Demokratie und Vielfalt und einer anschließenden Kundgebung.

Ene, mene, meck, die Nazis, die sind weg“ – so steht es auf einem Transparent. Doch so witzig dieser Spruch auch ist, der Hintergrund ist ernst. Rechtsextreme Partien und Ideen sind vielerorts auf dem Vormarsch. Um dagegen zu protestieren, haben sich rund 200 Frauen, Männer und Jugendliche am Samstagnachmittag auf dem Edmund-Schiefeling-Platz zu einer Kundgebung getroffen.

Das „Bündnis für Demokratie und Vielfalt“ hatte zur Teilnahme aufgerufen, um vor der Europawahl ein Zeichen zu setzen gegen Extremismus und Ausgrenzung. Zum Auftakt gab es einen Demonstrationszug durch Engelskirchen, vom Festplatz der Karnevalsgesellschaft bis in den Ortskern. Auf rund 300 Beteiligte schätzen die Organisatoren die Zahl derer, die dabei waren. Die Polizei hat exakt 153 Teilnehmer gezählt.

Wir wollen Brücken bauen, keine Mauern
Gero Karthaus, Bürgermeister von Engelskirchen

Auf der Bühne auf dem Schiefeling-Platz begrüßt Moderatorin Janine Steeger das Publikum. Erster Redner ist Bürgermeister Gero Karthaus. „Demokratie erlaubt uns, ohne Angst unsere Meinung frei äußern zu können“, das gelte selbst für Demokratiegefährder. Beim Umgang mit Geflüchteten gebe es eine Doppelmoral, kritisierte Karthaus. Immer wieder höre er in Gesprächen die Aussage: „Ich habe ja nichts gegen Flüchtlinge, aber bitte nicht in meiner Straße, nicht in meiner Nachbarschaft.“ Er appelliert, Brücken statt Mauern zu bauen.

Vizebürgermeisterin Dawn Stiefelhagen (SPD) verliest eine Resolution, die der Engelskirchener Rat einstimmig verabschiedet hat und die sich gegen Ausgrenzung und Hass ausspricht. Sie ruft dazu auf, bei der Europawahl demokratische Parteien zu unterstützen. Dafür gibt es viel Applaus.

Mit Kreisdechant Christoph Bersch, dem evangelischen Pfarrer Henning Strunk und Yunus Bagiran von der islamischen Gemeinde stehen dann Vertreter von drei Glaubensgemeinschaften gemeinsam auf der Bühne. „Uns verbindet der Glaube an den einen Gott“, sagt Bersch. Bagiran beklagt einen „antiislamischen Rassismus“, eine Benachteiligung von Muslimen auf dem Arbeitsmarkt und Vorurteile. Gemeinsam mit dem Publikum singen alle den „Stammbaum“ von den Bläck Fööss, ein Bekenntnis zu Vielfalt und Toleranz.

Musikalisch und multikulturell geht es mit dem Auftritt der Band „Buntes Herz“, die zusammen mit der Microphone Mafia für Stimmung sorgt – mit einer wilden Mischung aus Rock, orientalischer Musik und Hip-Hop. Dafür haben sich vier Musiker aus Syrien, dem Iran und dem Irak mit fünf deutschen Musikern zusammengetan. Später treten auch noch die Bands Lossjonn, Shitty Beatles und Tube auf.

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