Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

Spurensuche im DunkelnIn der Aggertalhöhle werden jetzt mysteriöse Rätsel-Touren angeboten

3 min
Eine Gruppe im Rahmen einer Rätsel-Tour in der Aggertalhöhle. Alle haben Lampen in den Händen.

Im Dunkeln müssen die Teilnehmer in der Gruppe verschiedene Hinweise finden.

Die Touren richten sich an Erwachsene. Sie können nur in Gruppen durchgeführt werden und haben den Charakter eines Escape-Rooms.

Dunkelheit, Tropfgeräusche, enge Gänge und eine verschlossene Kiste, die geöffnet werden muss. Seit dem vergangenen Sonntag wird in der Aggertalhöhle in Engelskirchen-Ründeroth eine neue Führung angeboten, die an einen Escape-Room erinnert. Gruppen mit vier bis acht Personen können alle zwei Wochen – sonntags ab 9.30 Uhr – während einer ein- bis anderthalbstündigen Tour in der Höhle auf Spurensuche gehen. Der Probelauf am Sonntag verlief erfolgreich. Wir waren dabei.

Die Rätsel-Tour beginnt bereits vor dem Eingang der Aggertalhöhle. Dort steht eine Holzkiste, die von der Gruppe geöffnet werden will. Um das Zahlenschloss zu knacken, müssen Rätsel gelöst werden. Aufgebaut ist die neue Höhlentour auf einer Geschichte: Die handelt von einem Professor, der spurlos verschwunden ist und Rätsel hinterlassen hat.

Eine Gruppe steht im Rahmen einer Rätsel-Tour um eine verschlossene Kiste herum.

Die Rätsel-Tour startet bereits draußen vor der Höhle.

Mit Hinweisen aus der Geschichte müssen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen den richtigen Weg durchs Dunkle finden. Zur Orientierung erhält die Gruppe eine Laterne und später auch eine UV-Lampe. „Ab jetzt zählt nur noch Teamarbeit“, sagt Höhlenführer Sven Eisenbach, der die neue Rätsel-Tour entwickelt hat. „Die Idee entstand auf einem Kindergeburtstag.“

Hinweise können per UV-Licht sichtbar gemacht werden

Für die Gruppe geht es derweil mit einem Begleiter in die Höhle. Schon nach wenigen Schritten verschluckt diese das Tageslicht. Tropfgeräusche sind zu hören, die Luft ist kühl, feucht und fast klamm. Die Laternen werfen Kreise an die Wände, in denen sich Schatten bewegen.

An manchen Stellen muss sich die Gruppe ducken, an anderen tasten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den engen und feuchten Felsen entlang. Plötzlich erscheint eine Schrift, unsichtbar im normalen Licht – nur im UV-Licht wird der nächste Hinweis erkennbar. Die Gruppe rückt enger zusammen, Stimmen überschlagen sich: „Was steht da?“ Gelächter mischt sich mit Ernsthaftigkeit. Manchmal geht es nur im Gleichschritt weiter. „Allein wäre ich hier bestimmt verloren“, sagt ein Teilnehmer, während er vorsichtig einen engen Durchgang passiert.

Rätsel-Tour ist auf Zusammenarbeit, ein gemeinsames Vorgehen ausgelegt

Die Tour ist auf Zusammenarbeit, Rücksicht und ein gemeinsames Vorgehen ausgelegt. Eine Karte weist den Weg, doch die Dunkelheit macht es schwerer, sich zu orientieren. Immer wieder muss die Gruppe entscheiden, welcher Gang der richtige ist. Die Spannung steigt, ob alle Lösungen richtig gesammelt wurden. „Man kann hier komplett in eine andere Welt eintauchen“, erklärt Erfinder Eisenbach. „Und genau das wollen wir – die Teilnehmer sollen die Höhle nicht nur anschauen, sondern auch erleben.“

Nach gut einer Stunde taucht das Tageslicht wieder auf. Am Ausgang wartet immer noch die verschlossene Kiste. Die gefundenen Lösungen ergeben die richtige Zahlenkombination – ein Knacken ertönt, dann springt das Schloss auf. Darin wartet eine gesellige Überraschung, die das gemeinsame Abenteuer abrundet.

Die neue Rätsel-Tour ergänzt das bisherige Führungsprogramm der Aggertalhöhle. Der Preis liegt bei etwa 25 bis 30 Euro pro Person. Dieser variiert je nach Größe der Gruppe. Das Angebot richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren und ist für Familien, Freundeskreise, Firmen und Rätselbegeisterte gedacht.

Erste Termine stehen fest: 14. und 28. September, 12. und 26. Oktober. Wer dabei sein will, muss sich anmelden, die Plätze sind begrenzt. Informationen und Buchungsmöglichkeiten gibt’s online.