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Obstwiese in EngelskirchenEine Sommerblutbirne vor der Verwilderung gerettet

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Der Engelskirchener Pädagoge Jens Herrmann gibt Tipps den Jugendlichen Tipps für das Einpflanzen der neuen Obstbäume. Diese stehen heute auf einer Wiese bei Bellingroth.

Der Engelskirchener Pädagoge Jens Herrmann gibt Tipps den Jugendlichen Tipps für das Einpflanzen der neuen Obstbäume. Diese stehen heute auf einer Wiese bei Bellingroth.

Jugendliche von der Sekundarschule setzen bei einem Projekt der Kreissparkasse Köln zehn Obstbäume. Diese wachsen auf einer Wiese bei Bellingroth

„Zehn“ war soeben die magische Zahl auf einer Streuobstwiese in der Nähe der Engelskirchener Ortschaft Bellingroth. Zehn Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule im Walbachtal griffen gemeinsam mit zehn Firmenkundenberaterinnen und Firmenkundenberatern der Kreissparkasse Köln zu den Spaten, um dort zehn neue Obstbäume zu pflanzen. Diese zehn Bäume stehen dabei symbolisch für zehn Firmenkundenbereiche der Kreissparkasse.

Hintergrund dieser Aktion war eine Schulungskampagne, die das Ziel hatte, mittelständische Unternehmen in nachhaltigen Fragestellungen künftig besser beraten zu können. An diesem sechsmonatigen Lehrgang der Sparkassenakademie in Dortmund hatten rund 400 Mitarbeitende aus dem gesamten Geschäftsgebiet der Kölner Kreissparkasse teilgenommen.

In Engelskirchen-Bellingroth endet zudem eine Lernreise der Kreissparkasse Köln

„Zum Abschluss dieser Lernreise entstand der Wunsch, ein vorbildhaftes und nachhaltiges Schulprojekt in der Region zu unterstützen und gemeinsam mit einer Schule Nachhaltigkeit durch das Pflanzen der Obstbäume auch zu leben“, erklärte Brunhilde Hackenbruch, Vertriebsberaterin für Firmenkunden bei der Kreissparkasse. Sie führte aus: „Die Streuobstwiese ist ein gelungenes Beispiel für eine nachhaltige Bildungsförderung, die regelmäßig durch unsere Kultur- und Umweltstiftung unterstützt wird. In diesem Fall war es ein besonderes Anliegen, auch mit anzupacken – nach dem Motto: Junge Schülerinnen und Schüler treffen erwachsene Schülerinnen und Schüler.“

Vor der Pflanzung der gut drei Meter hohen Bäume auf einer etwa anderthalb Hektar großen Wiese, die im Besitz der Gemeinde Engelskirchen ist, erläuterte Jens Herrmann, Lehrer an der Sekundarschule, die Rahmenbedingungen und das Vorgehen: Als Leiter der Survival-AG ist er nicht nur mit Outdoor-Aktionen bestens vertraut, sondern hat auch eine Fortbildung zum Obstbaumwart absolviert.

Mit der ersten Ernte ist in Engelskirchen-Bellingroth in vier Jahren zu rechnen

Er schilderte, dass es den Bäumen nicht egal sei, wo sie wachsen. So müssten sie neben dem schweren Boden auch mit der Höhenlage klarkommen. Am Beispiel einer Sommerblutbirne zeigte er die Veredelungsstellen oberhalb der Wurzel und unterhalb der Krone. Auf diese Weise würden eine wuchsfreudige Unterlage mit einem geraden Stamm und dem fruchttragenden Bereich kombiniert. Mit der ersten Ernte sei bei den heute vier Jahre alten Bäumen allerdings frühestens in weiteren vier Jahren zu rechnen.

Herrmann verriet zudem, dass diese Sorte von Olaf Schriever, Pomologe in Dienst der Biologischen Station Oberberg in Nümbrecht, aus einem verwilderten Garten in Burscheid gerettet worden sei. Dieser hatte dann auch die weiteren Arten ausgewählt, die sich gut in den vorhandenen Bestand mit rund 150 Bäumen einpassen, darunter Apfelsorten wie etwa Berlepsch, Luxemburger Renette, Rheinische Schafsnase, Rheinischer Winterrambur und Rote Sternrenette sowie Birnensorten wie Gute Graue und Winterblutbirne. Zur Stelle war auch Rosemarie Katzenbach von der Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln.

Diese fördert das Projekt seit dem Jahr 2021, unter anderem mit einem „Baumschüttler“ als Helfer bei der Obsternte. „Das vergangene Jahr war ein gutes Jahr“, berichtete der Pädagoge Herrmann. Da seien rund zwölf Tonnen Äpfel zusammengekommen, die dann zu Apfelmus, Apfelchips und Apfelsaft verarbeitet wurden. Der Fachmann lud schließlich dazu ein, die Wiese bereits im Frühjahr zu besuchen: „Es ist toll, die Blüte hier zu erleben.“