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Mit Glanz und SchneeSternsinger waren unterwegs in Engelskirchen-Ründeroth

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Drei Kinder stehen als Sternsinger vor einer Tür. Dahin steht ihr Begleiter

Mit Stern und Gesang ziehen (von links) Niklas, Zoe und Klara gemeinsam mit Jonas May von Haus zu Haus.

Die Sternsinger der Pfarrei St. Jakobus Engelskirchen-Ründeroth sammeln mehr als 10.000 Euro für Kinder in Bangladesch.

Goldene Kronen auf dem Kopf, bunte Umhänge über dicken Winterjacken, ein großer Holzstern und eine goldene Truhe für die Spenden: So zogen die Sternsinger der Pfarrei St. Jakobus Engelskirchen-Ründeroth auch in diesem Jahr wieder durch die Straßen. Gesammelt wurde für Kinder in Bangladesch, die unter ausbeuterischer Kinderarbeit leiden. Mit großem Erfolg: Mehr als 10.000 Euro kamen an insgesamt sechs Tagen zusammen.

Unterwegs war auch Jonas May (23), der an diesem kalten, verschneiten Samstag, 3. Januar 2026, dem vorletzten Aktionstag, eine Gruppe begleitete. Insgesamt waren an diesem Tag 14 Kinder in fünf Gruppen unterwegs. Startpunkt war Ründeroth. Nach einer kurzen Planung, wer welche Wege übernimmt, ging es in Fahrgemeinschaften in die Ortsteile.

Drei Sternsinger stehen vor einem Gartenzaun und nehmen eine Spende von einem Mann entgegen.

Am Gartentor von Christian Tront (l.) nehmen die Sternsinger eine Spende entgegen.

Jonas May war gemeinsam mit Niklas (12), Zoe (12) und Klara (7) in Bickenbach unterwegs. „Warm anziehen war Pflicht“, erzählt May schmunzelnd, denn der Schnee machte den Vormittag zwar stimmungsvoll, aber auch eisig. Die Motivation der Kinder war davon unbeeindruckt. Auf die Frage, worauf sie sich am meisten freuen, antworten alle drei ähnlich: auf nette Menschen – und natürlich auf viele Spenden.

Alle drei sind erfahrene Sternsinger. Niklas ist bereits seit sieben Jahren dabei, Zoe seit sechs und Klara seit drei Jahren. Neben dem Sternsingen ist Klara außerdem seit einem Jahr Messdienerin. Geübt werden muss in dieser Konstellation kaum noch. „Mittlerweile haben wir unsere Bande so zusammen, dass die jedes Jahr mitgehen“, erklärt May. Neue Kinder werden meist unterwegs eingewiesen, welches Lied gesungen wird.

Es kommt leider vor, dass Leute die Tür wieder zuschlagen oder die Leiter sogar anbrüllen
Jonas May, Gruppenleiter

An diesem Tag entschieden sich die Kinder für das Lied „Da kommen die Könige“. Wenn sich eine Haustür öffnet, erklingt dann:

„Da kommen die Könige mit ihrem Stern, sie kommen von nah und sie kommen von fern.“ Anschließend folgt der Segensspruch: „Christus segne dieses Haus und alle, die hier gehen ein und aus.“

Der Segensspruch lautet „20*C+M+B+26“ – Christus mansionem benedicat, „Christus segne dieses Haus“. Angebracht wird er jedoch nur mit Zustimmung der Bewohner. „Ohne zu fragen machen wir das nicht“, betont May.

Ein Gruppenleiter klebt einen Segensspruch auf eine Haustür.

Jonas May bringt einen Segensspruch an der Haustür an.

Öffnet niemand, legt er den Segenszettel häufig in den Briefkasten, damit die Menschen selbst entscheiden können. Gleich an der ersten Tür wartete ein Erfolg: Hartmut Wittenberg (71) öffnete, hörte zu und spendete. „Meistens bin ich um die Zeit im Winterurlaub“, erzählt er. Umso schöner sei es gewesen, die Sternsinger dieses Jahr einmal selbst zu erleben.

Nicht jede Begegnung ist so herzlich. „Es kommt leider vor, dass Leute die Tür wieder zuschlagen oder die Leiter sogar anbrüllen“, sagt May. „Das ist ärgerlich und vor allem für die Kinder schade.“ In solchen Fällen gilt jedoch ein klarer Grundsatz: Sicherheit geht vor Spenden. „Wenn wir kein gutes Gefühl haben, klingeln wir dort nicht.“

Unterwegs für Kinder in Not

Die Resonanz insgesamt sei dennoch überwältigend. Bereits nach vier Tagen waren 8200 Euro gesammelt. „Allein an dem Ergebnis sieht man, wie wichtig das ist. Es ist ein enormer Unterschied, ob man 10.000 Euro spendet oder gar nichts“, sagt May. „Die Kinder haben Lust drauf – und wir auch.“

Viele Menschen öffnen jedes Jahr selbstverständlich ihre Türen. Thomas Teurer (58) spendet immer dann, wenn er zuhause ist. „Beruflich klappt das leider nicht immer“, sagt der Industriemeister.

Aber wir waren letztes Jahr mit sechs Gruppen und 18 Kindern unterwegs. Das hält die Motivation hoch
Jonas May über das Engagement der Kinder

Auch Christian Tront (67) gehört zu den regelmäßigen Unterstützern. „Das ist mir wichtig“, sagt er. Selbst Sternsinger war er nie, aber Spendenbereitschaft gehört für ihn dazu – auch für andere Zwecke, etwa die Feuerwehr oder die Renovierung der Schützenhalle in Bickenbach.

Die Sternsinger waren vom 27. bis 30. Dezember sowie am 3. und 4. Januar unterwegs, meist von 9.30 bis 16.30 Uhr, unterbrochen von einer gemeinsamen Mittagspause im Pfarrheim Ründeroth. Da können sich die Kinder und Leiter aufwärmen und stärken, bevor es am Nachmittag meistens weiter geht. Am 6. Januar steht noch ein besonderer Termin an: der Besuch im Rathaus Engelskirchen. 13 Kinder haben sich dafür angemeldet. Begrüßt werden sie in diesem Jahr erstmals von Bürgermeister Lukas Miebach – eine kleine Umgewöhnung, wie Jonas May mit einem Lächeln anmerkt.

Dass es künftig vielleicht weniger Kinder werden, bereitet den Verantwortlichen dennoch keine Sorgen. „Die Interessen ändern sich, wenn Kinder älter werden“, sagt May, „aber wir waren letztes Jahr mit sechs Gruppen und 18 Kindern unterwegs. Das hält die Motivation hoch.“

Weitere Informationen, wie und wohin man spenden kann, gibt es online. www.sternsinger.de