Ermittlung nach GeiselnahmeVerdächtiger nach Explosion in Loope festgenommen

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Am Montag detonierte ein Sprengsatz vor diesem Haus in Engelskirchen-Loope.

Am Montag detonierte ein Sprengsatz vor diesem Haus in Engelskirchen-Loope.

Nach einer Geiselnahme wurde am Sonntag auch ein Mann in Engelskirchen verhaftet. Hintergrund soll ein Drogengeschäft sein.

Im Zusammenhang mit der Explosion in Engelskirchen-Loope am 1. Juli hat die Polizei am Sonntag einen Mann in Engelskirchen festgenommen. Er ist am Montag wegen des dringenden Tatverdachts der Geiselnahme einem Haftrichter vorgeführt worden. Der Festnahme in Engelskirchen gingen weitere Verhaftungen voraus, teilten Polizei Köln und Staatsanwaltschaft am Montag mit: Am Freitag haben Spezialkräfte in Köln-Rodenkirchen vier Tatverdächtige festgenommen und scharfe Schusswaffen sichergestellt, nachdem sie zwei Menschen von Bochum nach Köln entführt haben sollen.

Geld und Handys sichergestellt

Im Anschluss, in der Nacht zum Samstag, drangen Spezialeinheiten in weitere sechs Wohnungen, überwiegend im rechtsrheinischen Köln, ein und nahmen zwei weitere Männer fest. Gegen fünf Beschuldigte bestehe der Verdacht der gemeinschaftlichen Geiselnahme und der gefährlichen Körperverletzung, heißt es von Kölner Polizei und Staatsanwaltschaft. Der sechste Tatverdächtige stehe im Verdacht, Beihilfe zur Geiselnahme geleistet zu haben und gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben. Der dann am Sonntag in Engelskirchen Festgenommene sei mutmaßlich an der Geiselnahme beteiligt gewesen. Bei ihm seien Bargeld und Mobiltelefone sichergestellt worden.

Staatsanwaltschaft und Polizei gehen derzeit wegen personeller Verbindungen davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen den drei Explosionen am 29. Juni und am 30. Juni in Köln, der Explosion in Engelskirchen am 1. Juli sowie einer Explosion in Duisburg in der Nacht zu Freitag besteht. Die Tathintergründe sollen demnach im Bereich des organisierten Drogenhandels liegen. So soll es eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen zwei Tätergruppierungen nach einem streitbehafteten Drogengeschäft geben, bei dem Betäubungsmittel im Wert eines Millionenbetrages unterschlagen worden sein sollen.

Die intensiven Ermittlungen, die auch in die Niederlande führen, dauern laut Polizei und Staatsanwaltschaft an. Weitere Details könnten aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht mitgeteilt werden, heißt es. Gegenstand der Ermittlungen sei auch, ob Verbindungen zu einer Explosion in Solingen am 25. Juni bestehen. Hinweise auf einen möglichen politischen Hintergrund hinsichtlich der Explosionen lägen nach wie vor nicht vor.

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