„Art & Bike“ heißt das Projekt verschiedener Partner, das in der Region Kunstwerke an bestehende Radrouten anbindet. Jetzt war der offizielle Start.
Freizeit im BergischenKunstgenuss im Fahrradsattel erleben – auch in Oberberg

An der Friedensstele mitten in Hückeswagen ist die erste Ausfahrt über die neue Route „Art & Bike“ gestartet. Insgesamt sollen vier solcher Strecken eingerichtet werden. Sie führen durch das Bergische Land und natürlich auch durch Oberberg.
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Es ist eigentlich alles schon da – doch jetzt ist alles ganz neu verbunden. Am vergangenen Sonntag haben die Landräte der Kreise Oberberg und Rhein-Berg, Klaus Grootens und Arne von Boetticher, Hückeswagens Bürgermeister Mario Moritz, Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Kulturämter, des Naturparks Bergisches Land, der Tourismusorganisation „Das Bergische“ und viele weitere Projektbeteiligte die erste „Art & Bike“-Radroute durch das Bergische Land eröffnet.
Dieses neue Angebot kombiniert Bewegung auf dem Fahrrad mit geistiger Inspiration und richtet die Aufmerksamkeit auf Kunstwerke in der Region. Die ganze Tour führt entlang der Bahntrasse von Marienheide aus über Wipperfürth, Hückeswagen und Wermelskirchen bis nach Burscheid.
Im Bergischen Land soll die Kunst am Wegesrand nicht mehr flüchtig wahrgenommen werden
An der Friedensstele im Herzen von Hückeswagen haben sich die an diesem touristischen Vorhaben Beteiligten nun getroffen. „Es ist ein Projekt über Stadt- und Gemeindegrenzen, aber auch über Kreisgrenzen hinaus“, würdigt Oberbergs Landrat Klaus Grootens die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen. Und er sagt weiter: „Wir alle fahren täglich an einem Kunstwerk vorbei, widmen unsere Aufmerksamkeit aber schon wieder der nächsten Aufgabe und nehmen die Kunst nur flüchtig wahr. Die Routen laden nun dazu ein, Kunstwerke gezielt zu entdecken und dabei mit dem Rad in abwechslungsreicher Landschaft unterwegs zu sein.“
Sein Amtskollege aus dem Rheinisch-Bergischen, Arne von Boetticher, spricht derweil von einer „Verbindung von Kunst und körperlicher Bewegung, die Ihresgleichen sucht“.
Ein Kunstführer aus Oberberg war der Beginn auch für dieses neue Projekt
Nach diesen Grußworten startet die Gruppe mit einer gemeinsamen Radtour und legt eine rund zehn Kilometer lange Strecke bis Wermelskirchen zurück. Unterwegs machen die Teilnehmenden an ausgewählten Kunstwerken Halt und erhalten Erläuterungen zu deren Hintergründe. Vor etwa fünf Jahren hat das oberbergische Kreis-Kulturamt mit dem Buch „Kunst im öffentlichen Raum Oberbergischer Kreis“ einen Leitfaden veröffentlicht, der Kunstwerke in der Region vorstellt. Daraufhin wurden in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen Kunstspaziergänge angeboten. Vor gut einem Jahr hat dann die konkrete Entwicklungsarbeit zu den Radwegen begonnen.
Die frisch eröffnete Route ist bereits im Internet zu finden, drei weitere sollen sich im kommenden Herbst online hinzugesellen. Diese führen von Nümbrecht nach Waldbröl, von Leichlingen nach Burscheid sowie über einen Rundkurs durch Overath, Engelskirchen und Wiehl. Alle Routen orientieren sich überwiegend am Kontenpunktsystem der Radregion Rheinland. Interessierte können den Streckenverlauf im Internet einsehen und etwa als GPX-Track herunterladen.
Auf den Informationen zu den Strecken sind auch Hintergründe zu den Kunstwerken hinterlegt, so dass auch einfach während der Ausfahrt darauf zugegriffen werden kann. Die Route Marienheide – Burscheid etwa ist insgesamt 40 Kilometer lang und führt – mit kleinen Abstechern – zu 39 Kunstwerken. Die Tour kann jederzeit im Ganzen oder in Teilabschnitten gefahren werden. Es ist geplant, auch geführte Touren anzubieten, die Termine stehen aber noch nicht fest.
Jens Eichner, Geschäftsführer des Naturparks Bergisches Land, beurteilt das neue Angebot als besonders nachhaltig: „Radwege und Kunstinstallationen waren schon vorhanden und ich finde besonders schön, dass die Künstlerinnen und Künstler auf diese Weise eine erneute Wertschätzung ihrer Werke erhalten.“
