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AktionswocheGegen Antimuslimischen Rassismus in Oberberg

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Eine Frau und ein Mann stehen an einem Glücksrad vor einem Pavillon in der Gummersbacher Fußgängerzone.

Ein Quizspiel diente dem Gespräch über antimuslimische Vorurteile.

Antimuslimische Vorurteile waren Thema eines Aktionsstands, den das Netzwerk gegen Rechts am Montag in Gummersbach errichtet hatte.

Stammt das Zitat aus dem Koran oder aus der Bibel? „Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt.“ Tatsächlich findet sich das Kopftuchgebot im Neuen Testament (1. Kor 11,5). Diese und andere Quizfragen sollen den Standbesuchern vor Augen führen, dass die Muslime und ihr Glauben differenziert betrachtet werden sollten.

Antimuslimischer Rassismus war das Thema eines Aktionsstands, den die Koordinierungsstelle des Netzwerks gegen Rechts im Oberbergischen Kreis am Montag auf dem Lindenplatz in Gummersbach errichtet hatte.

Über Rätselfragen mit Passanten ins Gespräch gekommen

Beteiligt waren die Integrationsagentur und der Jugendmigrationsdienst des Caritasverbands und das Projekt „Wegweiser“ der Arbeiterwohlfahrt. Letzteres ist ein Beratungsangebot, das sich gegen das Abgleiten junger Muslime in den Islamismus wendet. Diese suchen bei aggressiven Predigern oft Rückhalt, weil sie sich diskriminiert fühlen. Die Fachleute am Stand wissen: „Antimuslimischer Rassismus ist ein Radikalisierungsfaktor.“

Eyleen Fenske von der Netzwerk-Koordinierungsstelle und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern gelang es, über den Quiz mit den Passanten ins Gespräch über den Islam zu kommen. Fenske berichtet: „Antimuslimischer Rassismus spielt in vielen Diskursen eine Rolle, etwa wenn es um Flucht geht und Angst vor einer homogenen Masse geschürt wird. In ländlichen Räumen wie Oberberg ist das stärker der Fall als in den Städten.“

Die Aktion war der oberbergische Beitrag zu einer bundesweiten Aktionswoche. Diese erinnert an den islamfeindlichen Mordanschlag, dem am 1. Juli 2009 die schwangere 32-jährige Pharmazeutin Marwa El-Sherbini in Dresden zum Opfer fiel.