Eine Gummersbacherin reicht einen Antrag für neue Ampelmännchen bei der Stadtverwaltung ein. Der Bürgermeister findet die Idee gut.
AmpelmännchenRegeln Handballer künftig den Fußgängerverkehr in Gummersbach?

Wie die Ampeln aussehen könnten, hat Inga Bormann für ihre Petition mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz simuliert.
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In Hameln bewahrt ein roter Rattenfänger die Fußgänger vor einem möglicherweise fatalen Schritt auf die Fahrbahn, in Duisburg oder Dinslaken werden sie vom Kumpelmännchen mit Helm und Grubenlampe ausgebremst und in München winkt sie der Kobold Pumuckl in Grün sicher über die Straße. Und in Gummersbach? Der biedere deutsche Ampelmann. „Wie langweilig!“, fand Inga Bormann, als sie vor ein paar Tagen mitten in Gummersbach an der Ampel am Haus lange warten musste – und an ihre Reise nach Berlin dachte: Dort regelt wenigstens das alte Ost-Ampelmännchen mit Hut den Fußgängerverkehr. „Was Berlin kann, das Gummersbach auch“, sagt sie entschlossen. Und weil sich die Stadt doch als „Heimat des Handballs“ versteht – da könnte doch ein dynamischer Handballer mitten im Wurf den Gummersbacherinnen und Gummersbachern grünes Licht geben und ein roter mit Ball in der Hand sie stoppen.
Antrag im Rathaus eingereicht
Gesagt, getan! Am Freitag reichte die Gummersbacherin, die sich als ehemaliges Ratsmitglied mit kommunalpolitischen Wegen auskennt, einen formellen Antrag bei der Stadt Gummersbach ein. Dort soll geprüft werden, ob auf ausgewählten Fußgängerampeln, für die das Rathaus zuständig ist, Handball-Ampelmännchen eingeführt werden können. Gleichzeitig startete sie im Internet eine Petition.
„Da kann man zugucken, wie ständig neue Unterschriften dazukommen, die Idee verbreitet sich rasend schnell. Gerade hat man es bei der EM wieder gesehen: Gummersbach ist ja total handballverrückt“, freut sich Bormann. So handballverrückt wie sie selbst: Schon als Sechsjährige spielte die heute 55-Jährige in Gummersbach, später dann in Niederseßmar und in Strombach, sie war auch Schiedsrichterin im Handballkreis Oberberg.
Die Familie ist handballverrückt
Die Begeisterung liegt in der Familie. Ihr Opa Ernst Sattler spielte schon in der ersten Feldhandballmannschaft des VfL. Auch Neffen, Nichten und ihre Schwester begeistern sich für den Sport. Ehrensache, dass sie alle bei jedem Spiel dabei sind. Auch heute werden sie den VfL beim Heimspiel anfeuern. „Ich möchte den Handball, auf den wir stolz sind, als Teil der Stadtgeschichte im öffentlichen Raum sichtbar machen“, begründet Bormann ihre Initiative für die Handball-Männchen. „Die sollen auch gute Laune machen.“ Wie die Ampeln aussehen könnten, hat sie für die Petition mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz simuliert. „Das soll aber kein endgültiger Entwurf sein.“
In Haan sind die Handballfans schon einen Schritt weiter. Auch dort sollen auf Antrag des Sportbunds DJK Unitas, dessen Handballer jahrelang in der Regionalliga spielten, ein roter stilisierter Torwart und ein grüner Handballspieler drei Fußgängerampeln schmücken. Dort entscheidet der Stadtrat.
So weit ist es in Gummersbach noch nicht. „Ich finde die Idee gut“, lobt Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit. Die Stadtverwaltung müsse natürlich erst einmal die Rechtslage prüfen und schauen, welche Ampeln dafür in Frage kommen könnten. „Das kostet natürlich“, weiß Bormann und überlegt bereits, wie die Ampelfans die Stadt gegebenenfalls finanziell unterstützen könnten. Was man im VfL Gummersbach von der Idee hält, konnte Sprecherin Nastasja Kleinjung noch nicht sagen: „Erst mal konzentrieren wir uns heute auf das Heimspiel gegen SG Flensburg-Handewitt.“

