Gummersbach – Strikte Kontaktbeschränkungen? Keine Möglichkeiten, Livekonzerte zu geben? Kein Publikum erlaubt? Singen auch nicht? Für Bands eine absolut niederschmetternde Situation.Um dieser Situation coronakonform Paroli zu bieten, entstand vor zwei Jahren die Gummersbacher Warehousestage. Bands treten seitdem ohne Publikum vor Kameras auf, das Konzert wird live ins Internet übertragen, sodass das Publikum auf dem heimischen Sofa die vielfältige oberbergische Musikszene, aber auch überregionale Bands entdecken kann.
Gage für die Musikerinnen und Musiker gab es per Paypal, die Zuschauerzahlen wuchsen stetig.
Trotz Covid-19-Widrigkeiten ein positives Fazit gezogen
Dieser zweite Geburtstag wurde nun gefeiert – diesmal sogar mit handverlesenem Publikum. Es gab sechs Vip-Tickets im Vorverkauf, drei Gäste tanzten dann letztlich ausschließlich zum Nerd Punk des „The Lone Starr Orchestra“, das seine „Songs in Darth Minor“ krachen ließ. Denn die Kölner „Scruffyheads“ mussten für das Geburtstags-Doppelkonzert absagen, weil ein Bandmitglied positiv getestet war: Wieder einmal bewies die Pandemie, dass sie noch da ist.
Markus Missbrandt, Schlagzeuger des „Lone Starr Orchestra“, das seinerseits zehnjähriges Bestehen feierte, zog, trotz der nicht neuen Widrigkeiten durch Covid-19, ein positives Fazit. 65 Streams habe es gegeben, die Liste der Bands, der Solomusikerinnen und Solomusiker, die gerne auf die Warehousestage möchten, ist immer noch lang. Die Bandbreite reichte von Hip Hop bis Metal, von Singer-Songwriter über Punk bis hin zu Jazz.
Recording Day: Stücke auf Sampler gesammelt
Wurde anfangs wöchentlich gestreamt, findet aktuell zumindest ein Konzert im Monat statt. „Wir alle kehren gerade langsam in unsere regulären Jobs zurück, haben also weniger Zeit. Doch das Konzept ist zu schön, um jetzt aufzuhören.“ Außerdem ist gerade mit acht Gründungsmitgliedern der Verein „Warehousestage“ gestartet, zu dessen Vorsitzendem Markus Missbrandt gewählt wurde. „Jetzt hoffen wir, als gemeinnützig anerkannt zu werden. Und natürlich freuen wir uns über zahlreiche Mitglieder“, berichtet der Musiker.
Auch der Recording Day, der regelmäßig angeboten wurde, sei gut angelaufen. Bands und Musiker hatten die Möglichkeiten, das Equipment und Knowhow des Warehousestage-Teams zu nutzen, um eine Single aufzunehmen. Diese Stücke sollen, so der Plan, jetzt am Jahresende zu einem Sampler vereint werden.
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Bandpapa Markus Missbrandt ist ja seit jeher ein großer Netzwerker innerhalb der Musikszene und beschreibt auch das als Ziel der Warehousestage. „Wir wollten nicht, dass die Musikszene hier und in der Region durch all diese Beschränkungen einbricht. Darum haben wir Musik digital zum Publikum gebracht, innerhalb der Szene Kontakte vermittelt und so gut wie möglich unterstützt.“


