Das Gummersbacher Straßenverkehrsamt zieht am Mittwoch in seine neuen Räume an der Kölner Straße in Gummersbach-Niederseßmar.
250 UmzugskartonsNeues Straßenverkehrsamt in Gummersbach steht vor der Eröffnung

Dezernentin Birgit Hähn und Amtsleiterin Kerstin Gipperich führten durch die Räume.
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Schreibtische, Computer und Telefone stehen schon. An den Außenanlagen wird noch gewerkelt, ehe am Samstag das neue Gummersbacher Straßenverkehrsamt an der Kölner Straße 235 in Niederseßmar offiziell mit einer symbolischen Schlüsselübergabe eröffnet wird. In den Realbetrieb geht das Amt dann am Dienstag darauf. Dann muss sich zeigen, ob alle Vorbereitungen, die teils schon mit der Digitalisierung von Akten vor mehr als vier Jahren begonnen haben, gefruchtet haben – und das alte Straßenverkehrsamt an der Gummersbacher Straße schnell vergessen lassen. Das hoffen auch Dezernentin Birgit Hähn und Amtsleiterin Kerstin Gipperich.

An den Außenanlagen wird noch gewerkelt.
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Beim Rundgang durch den 15 Millionen Euro teuren Neubau berichten die beiden, dass im alten Amt noch bis Mittwochmittag Kunden bedient werden. Danach wird alles, was noch für das Tagesgeschäft benötigt wird, in die letzten Kartons verstaut. Die stehen noch dutzendweise am alten Standort und warten darauf, in den Umzugswagen zu kommen. An die 250 sollen es geworden sein, denn es gibt trotz aller Digitalisierung immer noch Dokumente, die in haptischer Form fünf Jahre archiviert werden müssen. So auch der Beleg, dass jemand für seinen Führerschein einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht hat.
Problem Wartezeiten soll gelöst werden
Abschied nehmen von ihrem alten Arbeitsplatz müssen am Mittwoch ab 13 Uhr auch die knapp 60 Bediensteten, die schon seit vielen Jahren unter suboptimalen Bedingungen arbeiten müssen, wie die beiden Frauen bestätigen. Und dabei teils auch dem Unmut der Kunden ausgesetzt sind, die mit der Terminvergabe und den Wartezeiten bisweilen hadern. Umso mehr freuen sie sich nun, dass die Belegschaft unter deutlich besseren Bedingungen ihren Job machen kann. Und mit den Wartezeiten, so erklärt Gipperich, sei sie zuversichtlich, dass dieses Thema im Sinne der Kunden gelöst werde. Dazu soll auch beitragen, dass Händler über das Terminvergabeportal sich ihre Slots buchen müssen, wie jeder Privatmann. Auch die Zahl der Anliegen, die ein Professioneller pro Tag und Woche vorlegen kann, wird begrenzt, sodass für Privatleute mehr Zeit ist.

Lichtdurchflutet ist der Kundenbereich im Innern des Straßenverkehrsamts.
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Der Eingang zur Führerscheinstelle.
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Und was ist mit den Menschen, die online keine Termine buchen können? Der gute alte Wartemarkenautomat hat zwar ausgedient, aber es gibt ein Tablet im Info-Schalter, über den man seinen Termin buchen kann. Und in aller Regel, mit etwas Geduld, noch am gleichen Tag, wie Gipperich sagt.
Alles das geht natürlich nur mit einer funktionierenden IT. Ohne Computertechnik und Onlinezugänge ist das Straßenverkehrsamt anno 2025 im Grunde handlungsunfähig, wie Gipperich gesteht. Entsprechend groß ist das Augenmerk der Spezialisten, dass die Behörde ans Netz kommt und arbeiten kann. Und das allein schon für Angebote wie Kfz-Abmeldungen und -Zulassung auf dem digitalen Wege. „Das sind die Kollegen, die am Donnerstag zuerst wieder angeschlossen sein müssen“, erläutert die Leiterin.
Am Donnerstag beginnt der Probebetrieb ohne Publikum
Ob der gesamte Apparat tatsächlich arbeitsfähig ist, soll dann am Donnerstag und Freitag ausgiebig getestet werden. Händler sind im Vorfeld gebeten worden, den Beschäftigten des Straßenverkehrsamts einen bunten Strauß unterschiedlicher Anliegen auf den Tisch zu legen, um zu schauen, wo es eventuell noch hakt. Das Publikum ist an diesen Tagen allerdings noch außen vor.
Und wie sieht es mit der Spannung aus? Hähn und Gipperich verraten kein Geheimnis, wenn sie sagen, dass es bis zur letzten Minute aufregend bleibe. Umso größer wird die Freude sein, wenn alles läuft.