Vor 50 Jahren wurde der Bergische Abfallwirtschaftsverband gegründet. Die Jubiläumsfeier auf Metabolon gewährte spannende Einblicke.
50 Jahre BAVIn Lindlar wird Müll zu Geld gemacht

Der Bergische Erlebnistag auf Metabolon bot ein buntes Programm.
Copyright: Siegbert Dierke
Nach dem Wegwerfen wird es erst richtig interessant. Beim Jubiläumsfest des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes (BAV) auf dem Metabolon-Gelände in Lindlar-Remshagen gab es jetzt spannende Einblicke. Bei Führungen kamen die Besucherinnen und Besucher Einblicke in Bereiche der Leppedeponie und des Forschungsstandorts Metabolon, die im Alltag nicht ohne weiteres zugänglich sind.
Die Rundgänge führten unter anderem zur Bauschuttaufbereitung und zur Rostaschenabteilung, durch die verschiedenen Forschungshallen der TH Köln sowie zur Vergärungs- und Kompostierungsanlage und zeigten, wie Abfälle verwertet und wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden.
Kinder gingen in Lindlar stempeln
Der Tag war der Tag mit einem ökumenischen Gottesdienst gestartet, bevor das bunte Programm Kinder und Erwachsene rund um die Themen Abfall und Wertstoffgewinnung unterhielt. Der Nachwuchs konnte sich in einem Parcours kindgerecht mit den Themen rund um den Müll beschäftigen und Stempel sammeln, die sich am Ende gegen einen kleinen Preis eintauschen ließen.
Derweil konnten ihre Eltern beobachten, wie der Bauschuttbrecher mineralische Abfälle zerkleinert und für die weitere Aufbereitung vorbereitet, und in welchen Schritten Kompost in rund 21 Tagen wieder zu wertvoller Erde und Dünger wird. Das Methan, das beim Gärprozess und in der Deponie entsteht, wird in Strom umgewandelt und versorgt laut BAV bis zu 2500 Haushalte mit Energie.
Lindlarer Ortskern war auch ein Thema
An vielen Ständen erläuterten Partner ihre ökologisch-nachhaltigen Projekte. So Informierte der Verband „Aqualon“ über Flut- und Dürremanagement in der Region, die rollende Waldschule berichtete von scheuen Forstbewohnern, und die Gemeinde Lindlar war mit den aktuellen Infos zur Umgestaltung des Ortskerns vor Ort. Denn dieses Projekt ist ebenfalls maßgeblich mit nachhaltigen und zirkulären Vorgaben geplant und nun in der Phase der Umsetzung angelangt.
Die Besucherinnen und Besucher konnten derweil im Tiny-Haus Grenoble – bestehend aus zwei wiederverwerteten Modulen eines ehemaligen Ski-Hotels – selbst zum Teil der Wissenschaft werden. Die Forschenden der TH Köln untersuchten die Raumwahrnehmung mit VR-Brillen. Interessierte konnten erst einen virtuellen Raum mithilfe der technischen Brillen erforschen, danach den realen Raum und den Studierenden ihre jeweiligen Eindrücke schildern. Die Studie soll die Unterschiede messbar machen, um zum Beispiel neue Anwendungen darauf abzustimmen, wie Projektleiterin Ricarda Weßeling berichtete.
Am Nachmittag sorgten Tanz- und Musikgruppen für Unterhaltung. Die Tanzmäuse der Tanzschule Kasel und des TSC Lindlar wirbelten über die Bühne, und die Bergische Blasmusik aus Linde, der Lindlarer Chor Upside Down und weitere Akteure brachten Stimmung auf den Platz, bevor am frühen Abend die Bands Lossjonn und Noys ‚R‘ Us die Jubiläumsparty anheizten.
Landrat Klaus Grootens blickte in seiner Rede auf fünf Jahrzehnte BAV zurück und lobte anerkennend: Vor 50 Jahren habe man sich gemeinsam auf den Weg gemacht. Was mit bloßem Wegkippen begann, habe sich mit der Zeit gewandelt und man habe den Blick auf die Ressourcen gelegt. Heute sei Metabolon zu einem bedeutenden Forschungsstandort zum Thema Zirkularität gewachsen.
50 Jahre BAV
Der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) wurde zum 1. Januar 1976 als Körperschaft des Öffentlichen Rechts gegründet. Sein Gebiet umfasst den Oberbergischen und den Rheinisch-Bergischen Kreis. In den Kommunen der beiden Kreise ist der BAV unter anderem zuständig für die Abfallbeseitigung. 1982 nahm der BAV die anfangs heftig umstrittene Leppedeponie in Betrieb.
