Professor Falko Steinbach freut sich als Initiator des Festivals Organisator über die stetig wachsende Zuschauerzahl.
Junge VirtuosenFurioses Finale beim Lindlarer Klavierfestival

Amelie Westerkamp an der Violine und die Pianistin Yuri Chayama eröffneten das Abschlusskonzert des Klavierfestivals in Lindlar.
Copyright: Dennis Börsch
Mehr als 20 junge Meisterschülerinnen und Meisterschüler erhielten beim rund dreistündigen Abschlusskonzert des Internationalen Klavierfestivals in Lindlar verdienten Beifall und Bravo-Rufe. Das Konzert zeigte eindrucksvoll, wie groß das Talent ist, das die Musikerinnen und Musiker aus neun Ländern – Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – mitbringen, um in Lindlar zwei Wochen lang intensiv an sich zu arbeiten und die Ergebnisse in Konzerten zu präsentieren.
Amelie Westerkamp begeisterte
Im Kulturzentrum machte Amelie Westerkamp an der Violine mit einem Scherzo von Johannes Brahms, begleitet von Pianistin Yuri Chayama, den Anfang. Amelie Westerkamp, aufgewachsen in Engelskirchen-Schnellenbach, ist den Menschen in Oberberg keine Unbekannte, feierte sie doch schon früh Erfolge bei Jugend musiziert. Mit zehn Jahren nahm sie 2016 zum ersten Mal am Internationalen Musikfestival teil, damals spielte sie bereits seit fünf Jahren Violine und absolvierte den Meisterkurs bei Professor Falko Steinbach.
Nun begeisterte die junge Frau, die inzwischen an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz studiert, erneut mit ihrem virtuosen Spiel und eröffnete ein Konzert, das sein hohes Niveau durchweg hielt.
Tenager ließ Prélude strahlen
Der 14-jährige Lucas Peschel ließ bei seinem Solo ein Prélude von Rachmaninow strahlen, Daniel Choi spielte virtuos eine von dessen Etüden. Die „Carmen Fantasie“ von Sarasate erhielt Leben von Kyoka Wong (12) aus Virginia in den USA. Matthew Sanchez aus New Mexico interpretierte sensibel Chopin, ebenso wie Sean Choi, der die „Ozeanetüde“ erklingen ließ. Und auch Pianist Colin Pütz, am Vorabend des Abschlusskonzerts noch solo in der Gummersbacher Halle 32 zu hören, widmete sich dem polnischen Komponisten, während die Violinenklasse Astor Piazollas „Libertango“ interpretierte und dafür viel Applaus bekam.
Die positiven Rückmeldungen seitens des Publikums stärken Zuversicht und Selbstwertgefühl.
Falko Steinbach, Initiator des Festivals und Klavierprofessor an der University of New Mexico, sparte nicht mit Lob für die Teilnehmenden des Festivals. „Sie haben das Potenzial, eine wirklich tolle Karriere als Musikerinnen und Musiker zu machen.“ Es sei Sache der Dozenten, in den Meisterkursen Optionen zu zeigen, das oft schon technisch sehr ausgereifte Spiel mit neuen Klangfarben zu versehen oder auf Möglichkeiten hinzuweisen, den Kern des Musikstücks stärker herauszuarbeiten. „Die Teilnehmenden profitieren von dem intensiven Unterricht, aber auch von den abendlichen Auftritten. Die positiven Rückmeldungen seitens des Publikums stärken Zuversicht und Selbstwertgefühl“, ist der Dozent überzeugt.
Und sagt, er freue sich außerdem ungemein über die stetig wachsende Zahl der Zuhörerinnen und Zuhörer. Selbst Abenden mit sehr anspruchsvollen Programmen seien gut ausgelastet gewesen.
Daran anknüpfend beschrieb er einen Balanceakt. „Das Repertoire soll durchaus fordern, aber auch zur Musikerin oder dem Musiker passen. Und es muss dann beim Konzert ja auch noch den Zuspruch der Zuhörenden finden.“ Das sei in diesem Jahr gut geglückt, freute sich der Dozent. Zuzusehen, wie die Talente in diesen zwei Wochen an den künstlerischen Herausforderungen wachsen, sei großartig, betont er. Wunderbar sei es auch, dass erneut viele Gastfamilien ihre Türen und Herzen für die jungen Leute geöffnet hätten, dass es engagierte ehrenamtliche Helfer und finanzielle Unterstützung gab.
Außerdem würden wir sehr gerne einen Meisterkurs Gesang etablieren. Darüber denken wir gerade nach.
Das kommende Jahr, so kündigte Steinbach an, stehe im Zeichen des 200. Todestages Ludwig van Beethovens. „Außerdem würden wir sehr gerne einen Meisterkurs Gesang etablieren. Darüber denken wir gerade nach.“ Und das Festival könnte weiter wachsen, denn auch die Meisterkurse Violine sollen ausgebaut werden. Erste Anmeldungen für 2027 gebe es schon, berichtet Steinbach.
