Der Kreis hat einen Bauantrag zur Errichtung eines Windparks in Marienheide genehmigt. Am Nordufer der Bruchertalsperre sollen vier 250 Meter hohe Windräder entstehen.
An der BruchertalsperreKreis genehmigt vier Windräder in Marienheide

So soll das Nordufer der Bruchertalsperre künftig aussehen. Das Bild ist eine Grafik der Firma Westfalenwind
Copyright: Westfalenwind
Das Bauamt des Oberbergischen Kreises gibt grünes Licht für einen Windpark auf einer Kalamitätsfläche am Nordufer der Bruchertalsperre. Wie die Gemeinde Marienheide mitteilt, hat der Kreis einen entsprechenden Bauantrag der Firma Westfalenwind genehmigt. Vorgesehen sind vier 250 Meter hohe Windräder mit einer Nabenhöhe von 162 Metern (wir berichteten).
Jedes der vier Räder hat eine Leistung von 7 Megawatt. Rechnerisch können damit rund 17.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Die Bauarbeiten sollen im ersten Quartal 2028 beginnen, der Windpark könnte rund zwei Jahre später in Betrieb gehen. Die Fläche – der Gervershagener Forst – gehört zum Grundbesitz der Grafen von Spee, einem altem Adelsgeschlecht. Der Wald wurde nach massivem Borkenkäferbefall vor einigen Jahren abgeholzt.
Anfang 2028 soll der Baubeginn erfolgen
Bürgermeister Sebastian Heimes und die Verwaltung der Gemeinde begrüßen das Vorhaben. „Die Energiewende findet nicht irgendwo statt, sondern ganz konkret bei uns vor Ort. Mit der Genehmigung der vier Windenergieanlagen im Gervershagener Forst machen wir einen wichtigen Schritt beim Ausbau der erneuerbaren Energien und leisten damit zugleich einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz in Marienheide. Gleichzeitig bietet das Projekt die Chance, die regionale Wertschöpfung zu stärken und die Gemeinde über viele Jahre finanziell daran teilhaben zu lassen. Das ist eine gute Perspektive für unsere Gemeinde und ein wichtiger Beitrag zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung“, so Heimes in einer Pressemitteilung der Gemeinde.
Im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert er, dass die Gemeinde ohnehin keine Möglichkeiten haben, rechtlich vorzugehen. Denn im Regionalplan ist das Gebiet als Windenergiegebiet festgelegt. Die Gemeinde Marienheide und die Bürgerstiftung werden von dem Windpark finanziell erheblich profitieren.
Die vier Windräder könnten pro Jahr rund 180.000 Euro Einnahmen bedeuteten, 80.000 Euro über die Abgabe nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz und 100.000 Euro Gewerbesteuer. „Wie viel Geld wir am Ende genau erhalten werden, darüber werden wir jetzt mit Westfalenwind verhandeln“, so Heimes.
Doch in Marienheide sind nicht alle einverstanden mit dem Windpark. „Wir halten den Standort an der Bruchertalsperre nach wie vor für verkehrt“, sagt FDP-Ratsherr Jürgen Rittel. Die Brucher sei ein touristisches Aushängeschild für die ganze Region. Die Aussichten, das Vorhaben noch in quasi letzter Minute rechtlich zu verhindern, schätzt Rittel als sehr gering ein. Auch die UWG Marienheide und die UWG Oberberg lehnen den Windpark an diesem Standort ab. Die AfD ist per se gegen Windräder. Im Frühsommer 2025 hatte sich eine Interessengemeinschaft IG Windpark Brucher Talsperre gegründet und viele Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt.
