Die Reihe der Konzerte in der Kulturstätte beginnt mit Auftritten der Kleinsten. Höhepunkt ist später ein opulentes Werk von Guido Rennert.
Viel ProgrammIn Morsbach feiert die Musikschule den 30. Geburtstag mit einem Dreiklang

Die Morsbacherin Nadine Reuber dirigiert bei einem festlichen Benefizkonzert zum 30-jährigen Bestehen der Morsbacher Musikschule das Sinfonische Blasorchester des Kreismusikverbandes Altenkirchen.
Copyright: Michael Kupper (Archivfoto)
Auch Musik ist ein großer, ein prägender Teil von all jenem, das eine demokratische Gesellschaft ausmacht. „Zuverlässigkeit, sich in eine Gruppe einzufügen, sich für sie einzusetzen und sich in einer Gemeinschaft zu engagieren, das sind andere solcher Werte – Werte, die auch eine Musikschule vermittelt.“ Das sagt die Dirigentin Nadine Reuber. Die heute 46-Jährige gehört zu dem Kreis derjenigen, die vor 30 Jahren die Morsbacher Musikschule gegründet haben.
Mit einem festlichen Dreiklang feiert die Schule in dieser Woche ihren runden Geburtstag: Mit den Jüngsten aus der Musikalischen Früherziehung und den Blockflötengruppen geht es am Mittwochnachmittag, 17. Juni 2026, los um 16 Uhr in der Morsbacher Kulturstätte.
Morsbacherin ist seit 2021 auch Kreisdirigentin des Kreismusikverbandes Altenkirchen
Und auch dort tritt Nadine Reuber am Samstagabend ans Pult, und zwar als musikalische Leiterin des Sinfonischen Blasorchesters und als Kreisdirigentin des Kreismusikverbandes Altenkirchen. Diese Aufgabe übt die Morsbacherin seit 2021 aus. Im Mittelpunkt dieses Konzerts steht das Werk „70 Jahre Grundgesetz – Eine deutsche Geschichte“ des Komponisten Guido Rennert, es ist ein Benefiz-Gastspiel.
„Damit wollen wir eben ein Zeichen setzen, dass auch die Musik und damit die Musikschule wichtige Werte vermitteln“, erklärt die Rektorin der Gemeinschaftsgrundschule in Waldbröl-Hermesdorf. Das Sinfonische Blasorchester ist eine Projektgemeinschaft. Ein- bis zweimal im Jahr kommen die 50 Musikerinnen und Musiker bei Projektphasen zusammen, an drei Probenwochenenden stellen sie ihr Programm auf die Beine – eine Herausforderung, wie Nadine Reuber bestätigt. „Und diesmal umso mehr, weil das Rennert-Stück sehr anspruchsvoll ist, es sind sehr viele unterschiedliche Schlagwerke zu besetzen, zudem kommen auch Instrumente wie das Englischhorn und Synthesizer zum Einsatz.“
Nicht zuletzt sei da auch die große stilistische Breite dieser etwa 30-minütigen Komposition, die jeden einzeln im Orchester herausfordere. Der 53-jährige Rennert ist Stabsfeldwebel beim Musikkorps der Bundeswehr und hat seinen Dienstsitz zurzeit in Siegburg.
Die Morsbacher Musikschule wird getragen von Vereinen aus der kleinen Gemeinde
Dem Kreismusikverband Altenkirchen gehören übrigens auch Vereine an, die zu den Trägern der Musikschule in Morsbach zählen: Das sind das Klangwerk, der Musikkreis Holpe und der Musikverein „Concordia“ Friesenhagen. Weitere Träger sind der Musikverein Lichtenberg und der Musikzug Wendershagen der Freiwilligen Feuerwehr.
Nadine Reuber blickt zurück auf die Gründung: „Damals ging es darum, in einer neuen, einer zeitgemäßen Ausbildung die Kraft solcher Vereine zu bündeln und den steigenden Ansprüchen in der Musik zu genügen, heute bringen die jungen Leute eine ganz andere Ausbildung mit, wenn sie in die Orchester wechseln. Sie werden höheren Ansprüchen gerecht und wachsen daran.“
Für Schulleiter Dirk van Betteray ist das Benefizkonzert Anlass für ein „Aufmerksam-Machen“: „Nämlich darauf, dass wir für unsere Arbeit auf Spenden angewiesen sind“, betont der Waldbröler. Etwa 380 Musikerinnen und Musiker werden dort gerade von 14 Dozentinnen und Dozenten unterrichtet. Und dass das 30-Jährige so groß gefeiert wird, ist auch der Tatsache geschuldet, dass das 25-jährige Jubiläum wegen der Corona-Pandemie nur online und überhaupt mit großem Abstand gefeiert werden durfte.
Hinter der Musikschule steht seit 2004 zudem eine Stiftung. „Das hat damals prima funktioniert, aber zur Zeit der Gründung waren eben die Zinsen andere und auch die Kosten“, sagt van Betteray, der am 1. Juli 2026 als Servatiuskantor und Seelsorgebereichsmusiker nach Siegburg wechselt, Oberberg aber erhalten bleibt – sowohl als Leiter der Morsbacher Musikschule als auch als Chef der Musikschule der Homburgischen Gemeinden. „Grund zu klagen haben wir noch keinen – die Tür geht ganz sicher nicht morgen zu.“ Jedoch dürfe die Musikschule auch nicht in Vergessenheit geraten.
Das Programm der Morsbacher Festtage
Mit einem Konzert von Gruppen aus der Musikalischen Früherziehung und dem Bereich Blockflöte beginnt am heutigen Mittwoch das Festprogramm. Ab 16 Uhr heißt es in der Kulturstätte, Hahner Straße 31: „Wir feiern Geburtstag mit viel Musik“. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei, eine Spende am Ausgang jedoch erbeten.
„Wenn Musik unter die Haut geht“, das ist der Titel des Benefizkonzertes zugunsten der Morsbacher Musikschule am Samstagabend, 20. Juni 2026, ab 19 Uhr ebenso in der Kulturstätte. Zu hören ist das Sinfonische Blasorchester des Kreismusikverbandes Altenkirchen. Der Eintritt kostet 15 Euro (Kinder und Jugendliche haben freien Zutritt), Tickets gibt es bei allen Musikvereinen, im Büro der Musikschule, zu finden im Morsbacher Kulturbahnhof, Bahnhofstraße 40, sowie an der Abendkasse.
Das Grußwort dort spricht Horst Jütte, früherer Gemeindedirektor und Bürgermeister in der Zeit der Gründung der Musikschule. Im zweiten Teil des Abends zu erleben ist das Werk „70 Jahre Grundgesetz – Eine deutsche Geschichte“ des Komponisten Guido Rennert. Er ist Stabsfeldwebel beim Musikkorps der Bundeswehr. Als Solistin tritt Miriam Steup auf.
„Was uns verbindet: Musik“ heißt es dann am Sonntag, 22. Juni 2026, am selben Ort: Um 16 Uhr beginnt dort der Jubiläumsnachmittag mit Schülerinnen und Schülern der Musikschule, den Leiter Dirk van Betteray eröffnet. Es gibt Rückblicke und Ausblicke und natürlich viel Musik. Das Blechbläserensemble aus der Klasse von Martin Winkel spielt auf.
