Die Offene Ganztagsschule beschäftigt die Morsbacher Politik weiterhin.
BeratungVier neue Varianten für Ausbau der Grundschule Morsbach-Holpe

Der ehemalige Gasthof zur Linde ist Teil der Überlegungen.
Copyright: Michael Kupper
Die Offene Ganztagsschule (OGS) beschäftigte den Morsbacher Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung am Montag – wie schon im vergangenen September letzten Jahres. Damals ging es vorrangig um den Neubau am Grundschulstandort im Ortsteil Holpe, wobei die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorgestellt wurden.
Unmittelbar vor der Septembersitzung war jedoch bekannt geworden, dass die evangelische Kirche möglicherweise das benachbarte Gemeindezentrum in Holpe aufgeben will. So ergaben sich neue Möglichkeiten und der Ausschuss beauftragte die Verwaltung mit der Prüfung weiterer baulicher Varianten. Diese erläuterte Daniel Schulz vom Zentralen Gebäudemanagement.
Rückbau des Schulgebäudes?
Variante eins entspricht dem ursprünglichen Gedanken, der auf der Machbarkeitsstudie beruht. Danach könnte das Schulgebäude in modularer Bauweise auf der Fläche des ehemaligen Gasthofs zur Linde entstehen, das die Gemeinde zuvor erworben hat. Das Bestandsgebäude muss dafür abgerissen werden. Bei dieser Planung würde auch das bisherige Schulgebäude nach Fertigstellung des neuen zurückgebaut, um ausreichend Platz für den Schulhof zu bieten.
Schulz erläuterte, dass sich nun neue Möglichkeiten ergeben. Zunächst könnte die Grundfläche des Schulneubaus durch die Einbindung des benachbarten evangelischen Gemeindehauses reduziert werden. Gleiches könnte durch einen Teilerhalt der ehemaligen Gaststätte und der bisherigen Schule erreicht werden. Als vierte Variante stellte er die Zentralisierung der Grundschule bei einer Erweiterung in Morsbach vor.
Variante zwei beinhaltet ein Raumprogramm nach dem Schulentwicklungsplan, allerdings seien dabei die Verwaltungsflächen ausgelagert. Bei der dritten Möglichkeit müsste ein zusätzlicher Klassenraum am Bestandsgebäude errichtet werden. OGS und Mensa würden in das evangelische Gemeindehaus verlegt. Zudem müssten beide Gebäude energetisch saniert werden. Der WC-Trakt müsste abgerissen und neugebaut werden. Nachteil sei, dass die Raumgrößen nicht ausreichend gestaltet und Barrierefreiheit nur teilweise umgesetzt werden könnten. Die vierte und letzte Variante sei die Zentralisierung der Grundschule. Dafür müssten ein zweiter Trakt in einer Größe von 18 mal 40 Metern und eine Anbindung an das Bestandsgebäude im Hauptort Morsbach errichtet werden.
Fraktionen beraten weiter
Zu den Kosten sagte Schulz, dass die Variante mit einem Erhalt des Schulstandortes und des Bestandsgebäudes in Holpe mit gut 3,3 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Allerdings sei dies nur eine erste Annahme, da Baukosten im Bestand schwierig zu kalkulieren seien und sich ungeahnte Kostensteigerungen ergeben könnten. Der Neubau sei mit etwa acht Millionen Euro kalkuliert. In beiden Fällen würde ein zusätzlicher Aufwand von rund 550.000 Euro in Lichtenberg und von knapp zwei Millionen Euro in Morsbach für die Umsetzung des Ganztagsanspruchs entstehen. Bei einer Zentralisierung sei mit Kosten von gut 8,2 Millionen Euro zu rechnen. Diese Varianten werden nun in den Fraktionen weiter beraten.
Die Bedeutung der Grundschulen für das dörfliche Leben ist nicht allein finanziell zu bewerten.
Zuvor hatte die SPD Morsbach Anfang Juni zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung über die Zukunft der Grundschulstruktur in der Gemeinde eingeladen. Nach Vorträgen von Vorstandsmitglied Tobias Schneider und Fraktionsvorsitzendem Dominic Schneider über die Problematik und den Stand der Diskussion bekundeten die Pflegschaftsvertreter ihre hohe Identifikation mit den Teilstandorten: „Die Bedeutung der Grundschulen für das dörfliche Leben ist nicht allein finanziell zu bewerten.“ Katja Hoffmann, Vorsitzende des Schul- und Sozialausschusses, verwies auf die nächste Sitzung am Montag, 15. Juni, wo dieses Thema ebenfalls auf der Tagesordnung steht.
