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Notwendige SanierungFörderprogramme fürs Brückelchen gesucht

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Die Fußgängerbrücke soll nicht im Zuge des Promenadenausbaus saniert werden.

Morsbach – „Onkel Hermanns Brückelchen“ soll nicht im Zuge des Ausbaus der Promenade an der Bachstraße saniert werden. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag mit zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen mehrheitlich beschlossen. Stattdessen wurde die Verwaltung beauftragt zunächst zu prüfen, ob und welche Förderprogramme für eine Sanierung genutzt werden können.

Dass diese notwendig ist, steht außer Zweifel. Schon 2018 wurden bei einer Bauwerksprüfung erhebliche Mängel an der ortsbildprägenden Fußgängerbrücke festgestellt, die die Standfestigkeit des Bauwerks auf Dauer gefährden.

Ist eine Minimalsanierung

tatsächlich sinnvoll?

Mit seiner Entscheidung ist der Rat den mehrheitlichen Empfehlungen sowohl vom Bauausschuss als auch vom Haupt- und Finanzausschuss gefolgt. In beiden Gremien wurden Varianten von einer Minimalsanierung bis zu einem Neubau diskutiert. Nach Schätzungen der Verwaltung würde eine grundhafte Erneuerung einschließlich Baunebenkosten mit etwa 440 000 Euro zu Buche schlagen. Davon könnten höchstens 65 000 Euro durch Umwidmung aus bereits genehmigten Programmen gefördert werden.

Nach Angaben von Tiefbauamtsleiter Detlef Schneider gebe es allerdings bisher noch keine verbindliche Aussage darüber, ob die Erhaltung des Bauwerks mit in die Städtebauförderung aufgenommen werden kann.

Zuvor hatte der Heimatverein angeregt, auf einen Abriss und Neubau zu verzichten, da das Brückengewölbe statisch noch in Ordnung sei. Um bestehende Aussinterungen und Fugenschäden zu vermeiden, müsse lediglich der Pflasterbelag nach einer Abdichtung des Unterbaus wiederhergestellt werden. Ebenso könne auf eine barrierefreie Passierbarkeit und auf eine Erneuerung des Geländers verzichtet werden.

„Sanierung schiebt die grundsätzliche Entscheidung des Neubaus nur auf"

Angelika Vogel von den Grünen befürwortete im Haupt- und Finanzausschuss diesen Vorschlag: „Dafür reichen die 65 000 Euro.“ Kämmerer Klaus Neuhoff gab zu bedenken, dass eine Minimalsanierung sicherlich für ein paar Jahre funktioniere, dann aber möglicherweise ein Neubau für vielleicht 600 000 Euro nötig werde oder das Brückelchen gänzlich abgerissen werden müsse: „So eine Sanierung ist nur das Aufschieben einer grundsätzlichen Entscheidung.“

„Ich halte einen Neubau nicht für darstellbar – die Sanierung ist ein guter Weg“, sagte dagegen Marko Roth (BFM-UBV). Auch Wolfgang Kreft (SPD) bewertete die auf einen CDU-Vorschlag zurückgehende Empfehlung des Bauausschusses positiv.

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Nun soll die Verwaltung prüfen, ob Förderprogramme etwa aus den Bereichen Heimat- und Denkmalpflege, ortsbildprägende Bauwerke oder Bauförderung für eine Sanierung von „Onkel Hermanns Brückelchen“ genutzt werden können. (mk)