Klavierfestival-AbstecherSteinbach und de los Santos brillierten in Nümbrecht

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Professor Steinbach und Professor de los Santos in der Orangerie von Schloss Homburg.

Das Klavierfestival Lindlar gastierte in der Orangerie von Schloss Homburg in Lindlar. Dort spielten Prof. Falco Steinbach am Flügel und sein Kollege Prof. Cármelo de los Santos an der Violine.

In der Reihe des internationalen Klavierfestivals Lindlar spielten Prof. Falco Steinbach und Prof. Cármelo de los Santos auf Schloss Homburg.

„Wir brauchen hier keine Musikanlage und keine Mikrofone. Heute Abend spielen die Künstler hier im wahrsten Sinne des Wortes unplugged“, eröffnete Kreiskulturamtsleiter Steffen Müller den Konzertabend in der Neuen Orangerie auf Schloss Homburg. Zu Recht kündigte Müller das Free-Opening-Konzert am Samstagabend als „Bonbon“ der Konzertreihe – des internationalen Klavierfestivals Lindlar – an. Professor Falco Steinbach am Flügel und sein Kollege Professor Cármelo de los Santos an der Violine performten Meisterstücke der Klassik.

Das Nümbrechter Schloss war erstmals Spielstätte im Rahmen des Klavierfestivals, und so lauschten rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer in stilvollem Ambiente den hochkarätigen Vorträgen.

Heute Abend spielen die Künstler hier im wahrsten Sinne des Wortes unplugged.
Steffen Müller, Kulturamtschef

Auch das Programm war wahrhaft meisterlich. Zum Auftakt spielten die Professoren Beethovens Sonate für Klavier und Violine Op. 96. „Beethoven war schon fast taub, als er dieses Stück komponierte, aber er war glücklich, denn er unterhielt zu diesem Zeitpunkt eine platonische Brieffreundschaft zu Therese Malfatti“, so Steinbach, ehe die verspielte Komposition mit Violine und Klavier im perfekten Dialog erklang. Den zweiten Teil eröffnete das Duo mit der Sonate für Violine und Basso von Georg Muffat.

Der nicht ganz so bekannte Komponist aus der Nähe von Genf sei sehr innovativ und nahezu revolutionär gewesen. So enthielten die Lieder einige ganz neu interpretierte Elemente aus dem Barock, sagte Steinbach. „Wahnsinn, was eine Violine alles kann“, kommentierte eine Besucherin später.

Besonderer Dank an Doris Kisters

Neben einem Stück des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla rundete ein Auszug aus Brahms Scherzo den Konzertabend ab. Dieses Arrangement mit dem besonderen Titel „F.A.E – frei aber einsam“ habe Brahms der Legende nach mit seinen Freunden Schumann und Dietrich komponiert.

Die Töne F, A und E aus dem Lebensmotto des damals noch überzeugten Junggesellen Brahms hätten die Freunde dann als Grundlage für ihr Werk genommen, so Steinbach. Das Publikum lauschte ergriffen den Erläuterungen und den Musikstücken der Meister und spendete anhaltenden Applaus. Mit der Zugabe „Schön Rosmarin“ von Fritz Kreisler sprach Steinbach der Lindlarer Kulturamtsleiterin Doris Kisters seinen besonderen Dank aus. Ohne ihr Engagement sei die Durchführung des Festivals nicht möglich.

„Wir haben versucht, möglichst unterschiedliche Stücke in unser Programm aufzunehmen, damit für jeden etwas dabei ist“, verriet Cármelo de los Santos nach dem Konzert. Bei Beethoven begeistere sie der Dialog zwischen den Instrumenten, Muffat hingegen spreche wieder eine ganz andere Sprache für die Violine. Die argentinische Komposition spreche seine Seele als Brasilianer an und Brahms habe einfach starke, aussagekräftige Stücke. All dies zu verbinden, sei eine Herausforderung gewesen, die sie aber gerne angenommen hätten.

Falco Steinbach hob als Leiter des Festivals neben den vielen musikalischen Höhepunkten auch den verbindenden Charakter hervor. Durch die vielen internationalen Teilnehmer aus acht Ländern und die Unterbringung in den Gastfamilien sei dies immer ein kreatives Geben und Nehmen.

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