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Märsche, Fanfaren, FilmmusikHeddinghauser Musiker brillieren in Nümbrechter GWN-Arena

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Auch das Jugendorchester des Musikvereins Heddinghausen (hier mit dem scheidenden Leiter Marco Fischdick) heimste verdientermaßen viel Beifall ein.

In Nümbrecht wurde musikalisch auf den Frühling eingestimmt.

Pünktlich zum Frühlingsanfang startete der Musikverein Heddinghausen unter Leitung seines Dirigenten Ewald Metzger mit einem anspruchsvollen Programm auf seinem Frühlingskonzert in die wärmere Jahreszeit. Nach dem Stück „Amen“ von Pavel Stanek schilderte Arwid Strange, Vorsitzender des 1908 gegründeten Vereins, dass dieser Titel die Musiker ins Nachdenken gebracht und an den Ursprung als Posaunenchor erinnert habe: „Es ist wichtig, dass man seine Wurzeln kennt und sich auch erinnern darf.“ Die weitere Moderation übernahm Vorstandsmitglied Steffen Goße, der die Zuhörer in der voll besetzten GWN-Arena in Nümbrecht wie schon in den Vorjahren mit Hintergrundinformationen auf die Musikstücke einstimmte. So gehörten Märsche wie „Klar zum Gefecht“ von Hermann Ludwig Blankenburg zum Standardrepertoire der Blasmusik. Sinfonisch wurde es mit dem „Mountain of History“, dem „Berg der Geschichte“ von Markus Götz.

Fanfarenklänge mittelalterlicher  Turmbläser

Gekonnt imitierten die Heddinghausener die Fanfarenklänge der Turmbläser im frühen Mittelalter, bevor sie zu höfischen Tänzen der Renaissance wechselten. Kraftvolle Passagen und zahlreiche emotionale Momente gab es bei dem Stück „Drachenzähmen leicht gemacht“ von John Powell. Nach „Dream“ von der erst 27-jährigen österreichischen Komponistin Dana Schraml und einem Ausflug in die Welt der Träume präsentierte das Orchester mit „Godfather of Seville“ von James L. Hosay eine gelungene Verschmelzung von Rossinis Oper „Der Barbier von Sevilla“ mit der Filmmusik von „Der Pate“, wobei sich besonders die Klarinetten in den Piano-Passagen auszeichneten. Sodann trat das Jugendorchester auf die Bühne. Unter Leitung von Marco Fischdick zeigten die rund 25 Musiker eine absolute Glanzleistung.

Sie brillierten mit „Dragon Born“ aus dem Computerspiel „Elder Scrolls“ und den „Highlights from Vaiana“ mit der Reise der Disney-Figur über den Ozean. Lebensfreude pur und die Vorfreude auf den Sommer vermittelten die Nachwuchsmusiker mit „Sofia“, dem Rückblick auf eine vergangene Liebe. Schwungvoll präsentierten sie „The Wellerman“ als Zugabe. Nach der Pause übernahm wieder das 75-köpfige „große Orchester“ und begeisterte mit der Blasorchesterfassung von „Baba Yetu“, was „Vater unser“ auf Suaheli heißt und den Geist des afrikanischen Kontinents nach Nümbrecht transportierte. Zart, zurückhaltend und mit einem unglaublichen Spannungsbogen spielte das Orchester „A Song for Lea“ von James Gourlay.

Sehr lebhaft folgten Melodien aus der „Muppets-Show“ und zum Abschluss des Konzertes gab es ein Frank-Sinatra-Medley mit seinen Hits wie „New York“, „My Way“ oder „Fly Me to the Moon“ – und stehende Ovationen. Arwid Strange verkündete mit Bedauern, dass sich Marco Fischdick beruflich verändern werde und daher die bislang achtjährige und erfolgreiche Leitung des Jugendorchesters nicht weiter übernehmen könne. Ebenso bewunderte er die Leistung von Ewald Metzger: „Er hat das kompromisslose Bestreben, auch Amateurmusiker mit intensiver Probenarbeit zum Erfolg zu führen.“ Als Zugabe spielte das Orchester schließlich den „Ambrosianischen Lobgesang“ von Ernst Heinrich Gebhardt, einer variantenreichen Fassung des Kirchenlieds „Großer Gott, wir loben dich“ – womit sich der Kreis schloss und die Musiker wieder bei ihrem Ursprung als Posaunenchor angelangt waren.