Mehr als 40 Weltreisen machte Eberhard Stöcker aus Nümbrecht. Sein wertvollstes Souvenir fand er jedoch im Erzgebirge.
SommerwettbewerbNach 60 Ländern bleibt ein Räuchermännchen die schönste Urlaubserinnerung

Das Räuchermännchen aus Seiffen ist Eberhard Stöckers liebstes Souvenir.
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Seit zwei Jahren ist Eberhard Stöcker aus Nümbrecht auf einen Rollstuhl angewiesen und reist nicht mehr. In seinem Leben hat er jedoch schon mehr als 60 Länder bereist, mehrere Weltreisen unternommen und dabei unzählige Souvenirs mit nach Hause gebracht. Sein liebstes Urlaubsmitbringsel stammt jedoch nicht von einer Fernreise, sondern aus dem Kurort Seiffen im Erzgebirge: Es ist ein handgefertigtes Räuchermännchen in Gestalt eines Bäckers.
Auf allen Kontinenten unterwegs
Die Wahl fiel dem Rentner nicht leicht. Schließlich hat er schon auf allen Kontinenten der Erde gestanden, ist auf Kamelen durch die Wüste geritten und hat unzählige besondere Orte besucht. Doch am Ende entschied er sich nicht für ein Mitbringsel, das an eine spektakuläre Erinnerung geknüpft ist, sondern für ein kleines Stück Handwerkskunst.
Gekauft hat der heute 87-Jährige die Figur vor rund zehn Jahren im Kurort Seiffen. Gemeinsam mit den Eisenbahnfreunden Wiehl/Gummersbach war er damals fünf Tage im Erzgebirge unterwegs. „Dort war ein schöner Laden neben dem anderen“, erinnert sich Stöcker.
Als die Bäckerei geschlossen wurde, hat auch der Pflaumenbaum aufgehört zu blühen
Dass seine Wahl ausgerechnet auf einen Bäcker fiel, war kein Zufall. Mehr als 30 Jahre lang führte er die Bäckerei seiner Familie in Homburg-Bröl in Nümbrecht. „Handarbeit hat mich schon immer fasziniert“, sagt er. Das Räuchermännchen erinnere ihn nicht nur an die Reise, sondern auch an sein Berufsleben. Es blieb allerdings nicht bei einem Exemplar – im Laufe der Jahre sammelte Stöcker mehrere Räuchermännchen, die heute alle in einem Schrank verstaut sind.
Seiffen gilt als Zentrum der erzgebirgischen Holzkunst und trägt wegen seiner traditionsreichen Spielzeugherstellung den Beinamen „Spielzeugdorf“. Neben Besichtigungen im Ort blieb während der Reise auch genügend Zeit, die zahlreichen Werkstätten und Geschäfte zu erkunden. „Wir waren überall“, erzählt Stöcker. Die Eisenbahnfreunde Wiehl/Gummersbach bereisten unter anderem Norddeutschland, Luxemburg, die Niederlande und München.
Bäcker aus Leidenschaft
Das Bäckerhandwerk war Eberhard Stöcker praktisch in die Wiege gelegt. Schon als Schüler stand für ihn fest, dass er die Bäckerei seiner Eltern übernehmen würde. „Das hat sich einfach so ergeben“, sagt er. Nach seinem Schulabschluss 1954 schlug er den Weg zum Bäckermeister ein. Rund 25 Jahre führten zunächst seine Eltern den Familienbetrieb, anschließend übernahm er selbst die Bäckerei für weitere 25 Jahre.
An Arbeit mangelte es nie. Bereits gegen halb vier Uhr morgens begann für den Bäcker der Tag. Außerdem belieferte Stöcker seine Kundschaft mit dem Privatwagen und verkaufte Brötchen und Gebäck direkt vor Ort. Besonders beliebt waren seine Blechkuchen. „Nach dem Pflaumenkuchen, dem Bienenstich oder dem Schwarzbrot werde ich heute noch gefragt“, erzählt er. Die Familienrezepte gibt er gerne weiter.
Eine Geschichte ist ihm besonders in Erinnerung geblieben: Die Pflaumen für seine Kuchen stammten stets von einem Baum im eigenen Garten. „Als die Bäckerei geschlossen wurde, hat auch der Pflaumenbaum aufgehört zu blühen“, erinnert sich Stöcker.
Heute existiert die Bäckerei seit rund 28 Jahren nicht mehr. Auch selbst backt der 87-Jährige längst nicht mehr. „In einem normalen Ofen backe ich nicht. Dafür braucht man schon richtige Geräte“, sagt er. Das Haus, in dem einst die Backstube untergebracht war, ist bis heute sein Zuhause.
Urlaubsmitbringsel
Mit der Volksbank Oberberg haben wir Sie bei unserem Sommerwettbewerb 2026 nach Ihrem liebsten Urlaubsmitbringsel gefragt. Unsere Redaktion hat 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt, deren Geschichten wir nun in der Zeitung erzählen. Nach den Sommerferien bestimmt eine Jury, welche der Teilnehmenden es auf die drei vorderen Plätze schaffen und welche auf die Ränge vier bis 20. Im Herbst werden die Finalisten schließlich in den Räumlichkeiten der Volksbank Wiehl geehrt. (
