Bisher hat sich Markus Lüdorf öffentlich nicht zu den Äußerungen der Kritiker seines geplanten Freizeitparks geäußert. Jetzt tut er es doch.
Reichshofer InvestorDiskussion erwünscht, aber bitte auf Faktenbasis

Dieses Foto hat der Hersteller der Sommerrodelbahn zur Verfügung gestellt: So in etwa soll der „Bergische Bob“ in Eckenhagen aussehen.
Copyright: Phillip Maethner
Bisher hat sich Markus Lüdorf in der Öffentlichkeit nicht zu den Äußerungen der Kritiker seines Vorhabens geäußert. Aber jetzt ist es ihm doch ein Anliegen, einige Vorwürfe richtig zu stellen. Interessiert habe er die Leserbriefe, die einige Gegner des geplanten Freizeitparks mit Sommerrodelbahn, die Lüdorf in Reichshof-Eckenhagen bauen möchte, verfolgt.
Eine offene Diskussion über die Zukunft unseres Projekts begrüße ich ausdrücklich. Aber umso wichtiger ist es, dass diese Diskussion auf den tatsächlichen Planungen basiert.
„Eine offene Diskussion über die Zukunft unseres Projekts begrüße ich ausdrücklich“, sagt der Reichshofer Investor. „Aber umso wichtiger ist es, dass diese Diskussion auf den tatsächlichen Planungen basiert.“ Er ärgere sich sehr über zahlreiche Verdrehungen, mit denen eine Handvoll Gegner seines Projektes auf verschiedenen Kanälen – auf Flugblättern, aber auch in Leserbriefen – Stimmung gegen den Park zu schüren versuchten – und das von Anfang an, seit er mit den Plänen an die Öffentlichkeit getreten sei.
Tatsächlich hat die Redaktion dieser Zeitung Leserbriefe mit Inhalten erhalten, die aus diesen Gründen so nicht veröffentlicht werden konnten. Zuletzt hatten wir den Behauptungen aus einem Leserbrief eine Einordnungen der Gemeindeverwaltung mit den nachprüfbaren Fakten gegenüber gestellt.
Falsche Fakten im Leserbrief
In jenem Leserbrief war es zum Beispiel um die Klage des Vereins „Fliegende Bauten“ vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster gegen die Bebauungsplanung der Gemeinde Reichshof zum geplanten Freizeitpark gegangen. Diese Klage wurde, wie berichtet, schnell wieder zurückgezogen, sang- und klanglos und ohne diesen Rückzieher je offiziell zu begründen.
Ein Leser hatte daraufhin den gedanklichen Zusammenhang hergestellt, die Gemeinde Reichshof könnte Druck auf die beteiligten Lehrer im Verein ausgeübt haben, denn diese „sind ihre Angestellten“. Was nicht stimmt.
Markus Lüdorf nimmt jetzt aber insbesondere Bezug auf den Brief, den wir vor zwei Wochen veröffentlicht haben. Lüdorf widerspricht der Autorin: „Die Aussage, der Wald werde künftig als außerschulischer Lernort für die örtliche Grundschule wegfallen, entspricht nicht den Fakten. Im Gegenteil: Ich habe die Grundschule, die Gesamtschule sowie den Kindergarten ausdrücklich eingeladen, das Gelände auch künftig für Unterricht, Naturerlebnisse und Projekte zu nutzen. Darüber hinaus habe ich alle Einrichtungen gebeten, eigene Ideen einzubringen, wie dieser besondere Lern- und Erlebnisort gemeinsam weiterentwickelt werden kann.“ Mit der Grundschule stehe er inzwischen auch konkret im Gespräch.
Ein zukünftiger Bestandteil des Projekts soll laut Lüdorf außerdem ein frei zugänglicher Naturerlebnispfad sein. Dieser soll Schulen, Kindergärten, Jugendgruppen und allen interessierten Besucherinnen und Besuchern kostenlos offenstehen. „Einen Park-Eintritt wird es nicht geben. Mein Ziel ist es, dass jeder Besucher und jede Besucherin die Möglichkeit hat, den Park mit seinem Freizeitangebot und die Natur zu erleben und zu genießen.“
Deshalb werden mehr als 370.000 Euro in Aufforstungen, Ausgleichsmaßnahmen und Ökopunkte investiert.
Er wolle einen Ort schaffen, wo Familien und alle Besucherinnen und Besucher ihre Freizeit gerne verbringen möchten. Auch der Natur- und Umweltschutz liege ihm am Herzen. „Deshalb werden mehr als 370.000 Euro in Aufforstungen, Ausgleichsmaßnahmen und Ökopunkte investiert. Diese Maßnahmen sind vertraglich festgelegt und fester Bestandteil des Gesamtkonzepts und unterstreichen den Anspruch, Natur zu erhalten und nachhaltig weiterzuentwickeln.“
Die Vorschriften, die Lüdorf einhalten muss, sind durchaus streng. So hat ein Fachgutachten ergeben, dass die Arbeiten und ein späterer Park-Betrieb Haselmäuse aus ihrer Umgebung vertreiben könnten. Lüdorf bekam zur Auflage gemacht, in der Nähe aufwendig eine Ausgleichsfläche zu schaffen. Dabei ging es nicht etwa um mehrere Haselmauspopulationen, sondern um drei Mäuse.
Standortfaktor Tourismus
Beschwert hat sich Markus Lüdorf darüber nicht. Im Gegenteil: „Mir liegt am Herzen, dass dieses Vorhaben nicht als Gegensatz zwischen Natur und Tourismus verstanden wird. Ich bin überzeugt, dass beides miteinander vereinbar ist. Unser Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, der Natur schützt, sie dauerhaft zugänglich macht und zugleich einen echten Mehrwert für Familien, Schulen, Kindergärten, Besucherinnen und Besucher sowie für die gesamte Region bietet.“
Der Tourismus spielt im „Ferienland Reichshof“ mit seiner vielfach ausgezeichneten Kur- & Touristinfo als Standortfaktor bekanntlich keine untergeordnete Rolle.
